Spanien belehrt Israel – und erlebt, dass Antisemitismus Folgen hat

Spanien belehrt Israel – und erlebt, dass Antisemitismus Folgen hat


Die Attacke des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez gegen Israel war kein diplomischer Ausrutscher, sondern ein offener Schlag ins Gesicht. Doch diesmal blieb die Antwort nicht aus. Jerusalem zeigt: Wer alte antisemitische Muster reproduziert, muss mit Konsequenzen rechnen.

Spanien belehrt Israel – und erlebt, dass Antisemitismus Folgen hat
By Ministry of the Presidency. Government of Spain, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=107027542

Wenn der Regierungschef eines europäischen Landes IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen des „Völkermords“ bezichtigt, wenn er behauptet, das jüdische Volk bombardiere Krankenhäuser und lasse Kinder „verhungern“, dann ist das keine nüchterne Kritik, sondern die Wiederauflage uralter, tief verwurzelter antisemitischer Narrative. Genau dies hat Spaniens Premier Pedro Sánchez getan – und Israel hat reagiert, wie es reagieren musste.

Außenminister Gideon Sa’ar verwarf die Worte aus Madrid nicht als „Missverständnis“, sondern stellte sie in den KontextKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen jahrhundertealter Feindseligkeit. Die Erinnerung ist scharf: von der Inquisition über Zwangstaufen bis zur Vertreibung aller Juden im Jahr 1492. Es war ein Akt der „ethnischen Säuberung“, der Spanien jüdisches Leben für Jahrhunderte raubte. Dass ausgerechnet dieses Land heute Israel Moral predigen will, hat für JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen einen bitteren Beigeschmack.

Doch Sa’ar beließ es nicht bei historischen Parallelen. Er sprach von einer spanischen Regierung, die in Korruptionsskandalen gefangen ist und deshalb außenpolitisch nach Sündenböcken sucht. Er nannte Sánchez’ Worte „hetzerisch“ und „vergiftet“ und wies auf die Doppelmoral hin: Während Spanien mit Regimen wie Iran und Venezuela kokettiert, richtet es seine volle Empörung gegen Israel – das einzige Land im Nahen Osten, in dem Freiheitsrechte und Demokratie gelten.

Daraus folgten konkrete Maßnahmen. Zwei spanische Minister wurden mit Sanktionen belegt, Israels Diplomatie wird Spaniens Linie bei der International HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen Remembrance Alliance (IHRA) auf die Agenda setzen. Damit macht Jerusalem klar, dass es Madrid nicht nur bilateral antwortet, sondern den Vorfall als Teil einer internationalen Auseinandersetzung über modernen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen behandelt.

Die spanische Regierung reagierte empört und rief ihren Botschafter zurück. Israel hatte bereits seit Ende 2023 keinen eigenen Botschafter mehr in Madrid. Die diplomatischen Beziehungen sind damit auf einen Tiefpunkt gesunken.

Dass Sánchez’ Kurs keine isolierte Episode ist, zeigt ein Blick nach Dublin und Paris. Auch Irland bekam die Härte Israels zu spüren, als die Botschaft in Dublin geschlossen wurde. Frankreich droht ähnliches Ungemach, sollte es seinen diplomatischen Alleingang in der Anerkennung eines palästinensischen Staates weiter ausbauen. Symbolpolitik? Ja. Aber im diplomatischen Gefüge zählt Symbolik. Sie signalisiert: Israel ist kein Fußabtreter, es ist ein Staat, der seine Würde verteidigt.

Das hat Wirkung nach innen und außen. Für Israels Bürger ist es ein Zeichen, dass ihre Regierung nicht zulässt, dass das Land auf offener Bühne als Täter dämonisiert wird. Für andere Regierungen ist es eine Warnung: Wer das Spiel mit alten antisemitischen Klischees treibt, wer doppelte Standards anlegt, wird den Preis dafür zahlen.

Die entscheidende Lektion lautet: Antisemitismus in diplomatischem Gewand darf nicht folgenlos bleiben. Kritik an Israel ist legitim, auch harte Kritik. Doch wer Dämonisierung, Delegitimierung und Doppelstandards betreibt – die drei Kriterien der IHRA-DefinitionIHRA-Definition: Maßstab gegen modernen AntisemitismusDie IHRA-Definition ist eine nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antisemitismus. Sie wird international von vielen Staaten, Behörden und Institutionen genutzt. Besonders wichtig sind ihre Beispiele zu israelbezogenem Antisemitismus.Mehr lesen – überschreitet eine rote Linie. Spanien hat diese Grenze überschritten. Israel hat reagiert.

Und damit steht fest: Der jüdische Staat ist nicht bereit, sich erneut zum Schweigen verurteilen zu lassen. Nicht im Mittelalter, nicht im 20. Jahrhundert, und erst recht nicht im Jahr 2025.




Autor: Redaktion
Mittwoch, 10 September 2025

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