Weil sie Israelin ist: Morddrohungen vor der Haustür in BarcelonaWeil sie Israelin ist: Morddrohungen vor der Haustür in Barcelona
Eine israelische Frau lebt seit sieben Jahren in Barcelona. Sie spricht Spanisch, arbeitet, liebt die Stadt – bis zu dem Tag, an dem Unbekannte vor ihrem Haus den Satz sprühten, der Israels Vernichtung fordert. Als sie den Hass wegwischen wollte, warteten sie auf sie. Und drohten, sie zu töten.

Sie lebt mitten in Barcelona, in einer gewöhnlichen Straße, in einem Haus wie viele.
Eine Nachbarin, Touristenführerin, eine, die die Stadt kennt und verteidigt.
Seit dem 7. Oktober aber ist nichts mehr gewöhnlich.
An diesem Tag vor zwei Jahren begann der schlimmste Angriff auf Juden seit dem HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen – und er hallt noch immer nach, auch in Europa.
In ihrer Nachbarschaft formierte sich eine kleine, radikale Gruppe, die seither regelmäßig mit palästinensischen Symbolen auftritt.
Sie wussten, dass sie Israelin ist. Und sie wussten, wo sie wohnt.
Vor wenigen Tagen stand der Satz an der Wand ihres Hauses:
„Vom Fluss bis zum MeerFrom the river to the sea: Die Parole gegen Israels Existenz„From the river to the sea“ bezeichnet das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer. In antiisraelischen Kontexten wird die Parole häufig als Forderung nach einem Palästina anstelle Israels verstanden.Mehr lesen“ – die Parole, die kein politisches Statement ist, sondern ein Aufruf zur Auslöschung Israels.
Daneben eine gemalte Kufiya, Symbol einer Ideologie, die IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nicht duldet – und Juden nur in der Rolle der Schuldigen sieht.
Als die Frau hinunterging, um die Schrift zu entfernen, war sie nicht allein.
Die Täter warteten.
Sie beschimpften sie als „Kindermörderin“, schrien, dass sie sie töten würden.
Sie filmte aus Angst.
„Ich war geschockt“, sagte sie später. „Ich lebe hier seit sieben Jahren, ich spreche die Sprache, ich habe mich immer sicher gefühlt. Jetzt nicht mehr.“
Die Polizei reagiert – die Gesellschaft nicht
Die katalanische Polizei kam binnen Sekunden. Sie handelte, eskortierte die Frau zur Wache, nahm Beweise auf.
Aber die gesellschaftliche Reaktion blieb aus.
Kein Bürgermeister, kein Minister, kein prominenter Politiker in Spanien sprach ein Wort der Solidarität.
Diese Stille ist kein Zufall. Sie ist ein Symptom.
Denn AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen in Europa ist längst kein Randphänomen mehr – er ist Teil der öffentlichen Landschaft.
Er tarnt sich als Empathie für die „Unterdrückten“, als Kampf für „Gerechtigkeit“.
Doch seine Zielscheibe ist immer dieselbe: der Jude, die Israelin, der Staat Israel.
Sánchez und die Normalisierung des Hasses
Premierminister Pedro Sánchez trägt an diesem Klima eine direkte Verantwortung.
Anstatt den Antisemitismus im eigenen Land klar zu benennen und zu bekämpfen, nutzt er ihn – für innenpolitische Zwecke und zur Profilierung auf der internationalen Bühne.
Er spricht von einem angeblichen „Genozid in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen“, verweigert Israel Waffenlieferungen und stellt das Land öffentlich an den Pranger.
Er weiß genau, wie solche Worte wirken.
Wenn ein Regierungschef Israel kriminalisiert, fühlen sich jene bestärkt, die auf Spaniens Straßen Juden bedrohen.
Wer Israel delegitimiert, delegitimiert Juden – das ist die einfache, bittere Wahrheit.
Sánchez verschiebt mit seiner Rhetorik die Grenze des Sagbaren.
Er hat es geschafft, dass offener Antisemitismus heute wieder als „moralische Kritik“ gilt.
Und er tut das mit politischem Kalkül: Während jüdische Studenten Angst haben, während israelische Sportler unter Polizeischutz antreten, profitiert er vom Beifall der radikalen Linken und islamistischen Gruppen.
Das Muster ist eindeutig:
Sánchez verkauft seine Haltung als „Solidarität mit Palästina“.
Tatsächlich aber duldet – und befeuert – er ein Klima, das Juden in Spanien in Bedrängnis bringt.
Die Drohung gegen die Israelin in Barcelona ist die sichtbare Spitze eines moralischen Abstiegs.
Ein Land, das sich selbst als fortschrittlich, tolerant und weltoffen begreift, steht wieder an einem Punkt, an dem Juden sich nicht sicher fühlen können.
Und es ist nicht das erste Mal in Spaniens Geschichte.
Einst vertrieb das Land seine jüdische Bevölkerung, später ließ es unter Franco den Antisemitismus schweigend weiterleben.
Heute trägt der Hass ein neues Gewand – das der politischen Korrektheit, der Menschenrechte, des Antizionismus.
Doch die Botschaft bleibt dieselbe:
Juden sollen sich rechtfertigen, wenn sie leben, und sich schämen, wenn sie sich verteidigen.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 08 Oktober 2025