Italien erlebt einen politisch inszenierten Ausnahmezustand – und Israel steht erneut im FadenkreuzItalien erlebt einen politisch inszenierten Ausnahmezustand – und Israel steht erneut im Fadenkreuz
Flugausfälle, blockierte Bahnhöfe, aggressive Demonstrationen: In Italien legen radikale Aktivisten das öffentliche Leben lahm – begleitet von Greta Thunberg und Francesca Albanese. Eine Protestwelle, die weniger die italienische Politik trifft als das internationale Klima gegen Israel weiter vergiftet.
Was sich in Italien abspielte, war weit mehr als ein politischer Protest. Es war ein orchestrierter Stillstand, der Flughäfen, Bahnlinien und ganze Innenstädte lahmlegte. Die Bilder aus Turin, Genua und Venedig zeigten keine spontane Empörung, sondern eine Bewegung, die den Konflikt im Nahen Osten gezielt nutzt, um eine innenpolitische Agenda durchzudrücken – und Israel als moralisches Feindbild einzubrannt.
Über 70 Flüge wurden gestrichen, Züge blockiert, Straßen gesperrt. Menschen strandeten an Bahnhöfen, Krankenpfleger kamen nicht zu ihren Schichten, Familien verpassten Termine. Doch diejenigen, die diesen Stillstand organisieren, präsentierten sich als moralische Avantgarde. Dabei war ihre Botschaft weniger auf Frieden als auf Polarisierung ausgerichtet.
Wenn Aktivisten internationale Flughäfen blockieren – und sich als Helden feiern
Dass Greta Thunberg in diesem Umfeld auftauchte, überrascht kaum. Sie hat sich längst von einer Klimaaktivistin zu einer politischen Dauerprotest-Ikone entwickelt, deren Positionen immer stärker ideologisch aufgeladen sind. In Genua marschierte sie Seite an Seite mit Francesca Albanese, der UN-Sonderberichterstatterin, die seit Monaten durch einseitige, faktisch kaum haltbare Aussagen zu Israel auffällt.
Beide erklärten ihre Teilnahme als „solidarisch“. Doch Solidarität, die im Kern auf Störung, Eskalation und Schuldzuweisung beruht, verliert ihren moralischen Anspruch. Sie wirkt nicht wie Empathie, sondern wie ein Ritual: Israel muss der Aggressor sein, der Westen der Komplize – und jede Regierung, die Israel unterstützt, wird zur Zielscheibe.
Die Folge ist ein Klima, das nicht deeskaliert, sondern auflädt.
Francesco Albanese: eine UN-Stimme, die längst keine neutrale mehr ist
Francesca Albanese ist nicht irgendwer. Sie trägt ein Mandat der Vereinten Nationen, das eigentlich an höchste Neutralität gebunden ist. Doch sie benutzt ihre Position immer häufiger, um Israel nicht zu kritisieren, sondern zu delegitimieren.
Dass sie sich nun mitten in italienische Innenpolitikkonflikte stellt – nicht als Beobachterin, sondern als Aktivistin – ist ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die das Vertrauen in UN-Institutionen massiv beschädigt. Denn wer mit einem UN-Titel bei Straßenprotesten Parolen ruft, verwischt die Grenze zwischen diplomatischer Verantwortung und persönlichem Aktivismus.
Diese Vermischung ist mehr als nur ein Stilbruch. Sie beschädigt die Glaubwürdigkeit der UN, die sich ohnehin mit der Frage konfrontiert sieht, warum sie Konflikte wie Sudan, Syrien oder Nordkorea kaum mit derselben Dringlichkeit moralisch bewertet.
Italien wird zum Schauplatz eines globalen Stellvertreterkampfs
Giorgia Meloni unterstützt Israels Recht auf Selbstverteidigung – das reicht, um zur Zielscheibe einer Koalition aus linkspopulistischen Bewegungen, Gewerkschaften und Anti-Israel-Gruppen zu werden. Die Forderungen der Demonstranten richteten sich öffentlich gegen das Budget der Regierung. Doch die Banner, Parolen und Redner zeichneten ein anderes Bild: Es ging vor allem um Gaza, um Boykottkampagnen gegen Israel, und um die Delegitimierung einer europäischen Regierung, die nicht bereit ist, sich vor der moralischen Drohkulisse einiger Aktivisten zu verneigen.
Die USB – ein kleiner, radikaler Gewerkschaftsverband – nutzte diese Stimmung, um sich als Widerstandsbewegung zu inszenieren. Die großen Gewerkschaften stehen bereits mit eigenen Streiks in den Startlöchern. Der reale Konflikt verschleiert sich hinter moralischen Parolen, doch im Kern geht es um Einfluss, Macht und politische Deutungshoheit.
Die Transportblockaden treffen die Falschen
Während Thunberg und Albanese mit Megafonen auf Booten posieren, sitzen Menschen an Flughäfen fest. Kleine Betriebe verlieren Aufträge. Familien stranden zwischen zwei Städten. Krankenhäuser müssen spontan Schichten umorganisieren. Die Belastungen tragen nicht Regierungen, sondern Alltagsmenschen, die zufällig im Weg stehen.
Diese Form der Proteste schafft keine Solidarität. Sie erzeugt Frustration – und einen tiefen Riss in der italienischen Gesellschaft.
Die alte Rechnung gegen Israel – neu verpackt
Viele der Demonstranten, die in Italien mit palästinensischen Fahnen marschierten, sprechen nicht über eine Zwei-Staaten-Lösung, nicht über Sicherheit, nicht über regionale Verantwortung. Sie sprechen in simplen Antagonismen: Täter und Opfer, Schwarz oder Weiß, Israel oder „Widerstand“.
Dass die Hamas den Krieg auslöste, dass Israel eine Zivilbevölkerung schützt, dass Meloni keine „Kriegsbudget“-Regierung führt, sondern ein EU-Land mit realen Verpflichtungen – all das spielt in dieser Rhetorik keine Rolle. Es zählt nur das Bild, das diese Aktivisten zeichnen wollen: Israel als Symbol eines vermeintlich globalen Unrechts.
Das macht diese Proteste so gefährlich: Sie verschieben die politische Realität zugunsten eines moralisch aufgeladenen Narrativs, das Lösungen nicht sucht, sondern Feindbilder braucht.
Italien erlebt nicht einfach einen Streik. Es erlebt eine politische Instrumentalisierung des Nahostkonflikts, die demokratische Prozesse unter Druck setzt und Israel erneut zur Projektionsfläche macht.
Eine UN-Vertreterin, die sich in Aktivismus verstrickt. Eine globale Ikone wie Thunberg, die den Konflikt vereinfacht und radikalisiert. Gewerkschaften, die Israel als Hebel benutzen, um innenpolitische Kämpfe auszutragen.
Das Ergebnis ist eine Gesellschaft am Rand des Stillstands – und eine wachsende internationale Stimmung, die Israel moralisch isolieren soll.
Diese Entwicklung ist nicht nur ein italienisches Problem. Sie betrifft Europa. Sie betrifft den Westen. Und sie betrifft jeden, der glaubt, dass politische Verantwortung, Fakten und Selbstbewusstsein gegenüber moralischem Druck standhalten müssen.
Autor: Redaktion
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Samstag, 29 November 2025