Falsch beschuldigt, öffentlich vorgeführt: Wie westliche Medien einen israelischen Soldaten zum Ziel machtenFalsch beschuldigt, öffentlich vorgeführt: Wie westliche Medien einen israelischen Soldaten zum Ziel machten
Ein deutsch israelischer Soldat der israelischen Armee geht juristisch gegen internationale Medien vor. Der Vorwurf wiegt schwer. Er sei als Kriegsverbrecher dargestellt worden, obwohl er nachweislich nicht an den beschriebenen Ereignissen beteiligt war. Der Fall offenbart ein tiefes Versagen journalistischer Standards und wirft grundsätzliche Fragen zur Berichterstattung über Israel auf.
Ein deutsch israelischer Scharfschütze der israelischen Streitkräfte hat Klage gegen die britische Zeitung The Guardian sowie mehrere große deutsche Medien eingereicht. Der Grund ist gravierend. Er wurde mit vollem Namen und Foto als mutmaßlicher Kriegsverbrecher dargestellt, obwohl er weder an den beschriebenen Einsätzen beteiligt war noch sich zum Zeitpunkt der Ereignisse am genannten Ort befand.
Ausgangspunkt war ein im Jahr 2024 veröffentlichter Guardian Artikel über einen anonymisierten IDF Soldaten mit dem Kürzel C. Dieser hatte in einem privaten Gespräch über Kriegserfahrungen gesprochen. Das Gespräch war nach Darstellung seines Umfelds ausdrücklich nicht für eine Veröffentlichung gedacht. Der Interviewpartner gab sich als hebräisch sprechender Autor aus, der die Einheit porträtieren und gefallener Soldaten gedenken wollte.
Später tauchten Ausschnitte dieses Gesprächs auf sozialen Netzwerken auf. Veröffentlicht wurden sie von einem palästinensischen Aktivisten, der die Veröffentlichung mit einem angeblichen öffentlichen Interesse rechtfertigte. Auf dieser Grundlage entstand eine internationale Mediengeschichte über angebliche Tötungen unbewaffneter Zivilisten im Gazastreifen.
Der entscheidende Punkt folgte anschließend. Obwohl der Soldat C. seinen mutmaßlichen Kameraden nie benannte, identifizierte der Guardian eigenständig einen zweiten Soldaten als dessen Partner. Dabei handelte es sich um einen deutsch israelischen IDF Reservisten. Sein vollständiger Name und sein Foto wurden veröffentlicht. Eine Bestätigung durch ihn selbst erfolgte nicht. Eine Nachfrage ebenfalls nicht.
Nach Angaben seines Anwalts war der Betroffene nachweislich nicht Teil der beschriebenen Einheit und hielt sich zum fraglichen Zeitpunkt an einem völlig anderen Ort auf. Entsprechende eidesstattliche Erklärungen von Vorgesetzten der israelischen Armee liegen vor. Auch der ursprüngliche Interviewpartner C. bestätigte schriftlich, dass der beschuldigte Soldat nichts mit dem Vorfall zu tun hatte.
Dennoch verbreiteten deutsche Medien wie Spiegel, ZDF und die Abendzeitung die Darstellung weiter. Namen, Bilder und Vorwürfe wurden übernommen, ohne den Betroffenen vorab anzuhören. Innerhalb kürzester Zeit kursierten seine persönlichen Daten in sozialen Netzwerken, arabischen Medien und Aktivistenkanälen weltweit. Es folgten massive Drohungen gegen ihn und seine Familie.
Der Fall blieb nicht auf mediale Vorverurteilung beschränkt. Eine sogenannte Menschenrechtsorganisation reichte auf Basis der Berichte sogar eine Strafanzeige wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen ein. Grundlage waren nicht überprüfte Medienartikel, deren zentrale Identifizierung inzwischen juristisch als falsch eingestuft wurde.
Ein deutsches Gericht reagierte. Es erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Abendzeitung und deren digitale Ableger. Den Medien wurde untersagt, weiterhin zu behaupten, der Soldat habe an Tötungen von Zivilisten teilgenommen oder Teil eines entsprechenden Scharfschützenduos gewesen zu sein. Auch die Verbreitung rechtlicher Einschätzungen Dritter, die eine strafrechtliche Verfolgung nahelegten, wurde untersagt. Die Zeitung erklärte, die Entscheidung nicht anzufechten.
Der Guardian selbst unterzeichnete bereits zuvor eine Unterlassungserklärung. Darin verpflichtete sich die Redaktion, den Namen und das Foto des Soldaten künftig nicht mehr zu verwenden. Eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 100.000 Euro wird derzeit geprüft.
Der juristische Vertreter des Soldaten spricht von einem strukturellen Problem. Medien hätten nicht berichtet, sondern agiert. Aus Verdachtsmomenten seien Tatsachen gemacht worden. Aus anonymen Aussagen seien Namen geworden. Und aus politischen Deutungen sei ein persönlicher Albtraum entstanden.
Der Fall zeigt exemplarisch, wie schnell israelische Soldaten in internationalen Medien zu Symbolfiguren werden. Nicht auf Grundlage belastbarer Beweise, sondern entlang eines vorgefertigten Narrativs. Die Hemmschwelle zur öffentlichen Vorverurteilung scheint dort besonders niedrig zu sein, wo es um Israel geht.
Was bleibt, ist ein beschädigtes Leben und eine Frage, die unbeantwortet im Raum steht. Wer übernimmt Verantwortung, wenn sich Schlagzeilen als falsch erweisen, der Schaden aber längst global ist.
Dieser Fall ist kein Einzelfall. Er ist Teil eines größeren Problems, in dem journalistische Sorgfalt zunehmend politischen Haltungen weicht. Für den betroffenen Soldaten geht es inzwischen nicht mehr um Reputation. Es geht um Sicherheit.
Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Montag, 02 Februar 2026