Britannica korrigiert Kinderseiten nach Vorwürfen der Geschichtsverzerrung über IsraelBritannica korrigiert Kinderseiten nach Vorwürfen der Geschichtsverzerrung über Israel
Erst nach juristischem Druck korrigiert ein Weltlexikon Inhalte für Kinder, in denen Israel praktisch nicht existierte. Was als Bildung verkauft wurde, war politische Verzerrung.
Die Encyclopaedia Britannica hat mehrere Inhalte ihrer Kinderplattform „Britannica Kids“ geändert, nachdem massive Beschwerden wegen der faktischen Auslöschung Israels aus Karten und Geschichtsdarstellungen laut wurden. Dass es dafür erst den Druck einer Anwaltsorganisation brauchte, ist ein Armutszeugnis für ein Nachschlagewerk, das weltweit den Anspruch erhebt, verlässlich und neutral zu sein.
Über Monate hinweg lernten Kinder auf der Plattform, dass es zwischen Jordan und Mittelmeer angeblich nur „Palästina“ gebe. Der Staat Israel tauchte nicht auf. Karten zeigten ein einziges, undifferenziertes Gebiet, als hätte es die Staatsgründung von 1948 nie gegeben. Noch gravierender war die historische Verdrehung: Jüdische Königreiche, biblische Geschichte und die Entstehung des Judentums wurden rückwirkend in „Palästina“ verlegt, obwohl dieser Begriff in den betreffenden Epochen schlicht nicht existierte.
Was hier vermittelt wurde, war kein vereinfachter Geschichtsunterricht für Kinder, sondern eine politisierte Erzählung. Wer antikes Judäa, Samaria oder Galiläa ausradiert und stattdessen alles unter einem modernen politischen Begriff zusammenzieht, betreibt keine Bildung, sondern Umschreibung der Geschichte.
Erst nachdem UK Lawyers for Israel im Januar 2026 formell intervenierte, reagierte Britannica. Die Kinderseite zu Palästina wurde geändert, gegenwartsbezogene Aussagen über ein angeblich zusammenhängendes palästinensisches Gebiet entfernt. Karten, die Israel unsichtbar machten, wurden ersetzt. Auch der Israel-Eintrag wurde überarbeitet und historisch korrigiert.
Die Reaktion zeigt vor allem eines: Die Fehler waren bekannt, wurden aber hingenommen. Niemand bei Britannica hielt es offenbar für problematisch, Kindern eine Welt zu erklären, in der Israel nicht vorkommt. Dass ein Verlag mit fast 260-jähriger Geschichte solche Inhalte erst nach öffentlichem Druck revidiert, ist kein Versehen mehr, sondern ein strukturelles Versagen.
Aus Jerusalem fiel die Reaktion entsprechend deutlich aus. Das israelische Außenministerium sprach von einer späten Rückkehr zu Fakten. Die israelische Botschaft in London nannte die früheren Karten „empörend irreführend“ und warnte davor, Kinder mit politisch gefilterter Realität zu konfrontieren.
Der Fall legt offen, wie tief antiisraelische Narrative inzwischen in westliche Bildungsangebote eingesickert sind. Nicht durch offene Hetze, sondern durch Weglassen. Nicht durch Parolen, sondern durch scheinbar harmlose Begriffe. Wer Israel nicht erwähnt, muss es nicht angreifen. Das Ergebnis ist dasselbe.
Gerade Kinderangebote sind dabei besonders heikel. Was dort gelesen wird, prägt Weltbilder langfristig. Wenn ein globales Lexikon jüdische Geschichte ausradiert und einen modernen politischen Begriff über Jahrtausende zurückprojiziert, entsteht kein neutrales Lernen, sondern ein verzerrter moralischer Kompass.
Die Korrekturen sind notwendig. Sie kommen jedoch zu spät und nur, weil jemand genau hingeschaut hat. Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wie viele ähnliche Inhalte stehen weiterhin online, unbeachtet, ungeprüft und bereit, die nächste Generation mit falschen Selbstverständlichkeiten zu prägen.
Autor: Redaktion
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Dienstag, 03 Februar 2026