Britannica korrigiert Kinderseiten nach Vorwürfen der Geschichtsverzerrung über Israel

Britannica korrigiert Kinderseiten nach Vorwürfen der Geschichtsverzerrung über Israel


Erst nach juristischem Druck korrigiert ein Weltlexikon Inhalte für Kinder, in denen Israel praktisch nicht existierte. Was als Bildung verkauft wurde, war politische Verzerrung.

Britannica korrigiert Kinderseiten nach Vorwürfen der Geschichtsverzerrung über Israel
Bildnachweis: Foto: SEWilco / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

Die Encyclopaedia Britannica hat mehrere Inhalte ihrer Kinderplattform „Britannica Kids“ geändert, nachdem massive Beschwerden wegen der faktischen Auslöschung Israels aus Karten und Geschichtsdarstellungen laut wurden. Dass es dafür erst den Druck einer Anwaltsorganisation brauchte, ist ein Armutszeugnis für ein Nachschlagewerk, das weltweit den Anspruch erhebt, verlässlich und neutral zu sein.

Über Monate hinweg lernten Kinder auf der Plattform, dass es zwischen Jordan und Mittelmeer angeblich nur „Palästina“ gebe. Der Staat IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen tauchte nicht auf. Karten zeigten ein einziges, undifferenziertes Gebiet, als hätte es die Staatsgründung von 1948 nie gegeben. Noch gravierender war die historische Verdrehung: Jüdische Königreiche, biblische Geschichte und die Entstehung des Judentums wurden rückwirkend in „Palästina“ verlegt, obwohl dieser Begriff in den betreffenden Epochen schlicht nicht existierte.

Was hier vermittelt wurde, war kein vereinfachter Geschichtsunterricht für Kinder, sondern eine politisierte Erzählung. Wer antikes Judäa, SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen oder Galiläa ausradiert und stattdessen alles unter einem modernen politischen Begriff zusammenzieht, betreibt keine Bildung, sondern Umschreibung der Geschichte.

Erst nachdem UK Lawyers for Israel im Januar 2026 formell intervenierte, reagierte Britannica. Die Kinderseite zu Palästina wurde geändert, gegenwartsbezogene Aussagen über ein angeblich zusammenhängendes palästinensisches Gebiet entfernt. Karten, die Israel unsichtbar machten, wurden ersetzt. Auch der Israel-Eintrag wurde überarbeitet und historisch korrigiert.

Die Reaktion zeigt vor allem eines: Die Fehler waren bekannt, wurden aber hingenommen. Niemand bei Britannica hielt es offenbar für problematisch, Kindern eine Welt zu erklären, in der Israel nicht vorkommt. Dass ein Verlag mit fast 260-jähriger Geschichte solche Inhalte erst nach öffentlichem Druck revidiert, ist kein Versehen mehr, sondern ein strukturelles Versagen.

Aus JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen fiel die Reaktion entsprechend deutlich aus. Das israelische Außenministerium sprach von einer späten Rückkehr zu Fakten. Die israelische Botschaft in London nannte die früheren Karten „empörend irreführend“ und warnte davor, Kinder mit politisch gefilterter Realität zu konfrontieren.

Der Fall legt offen, wie tief antiisraelische Narrative inzwischen in westliche Bildungsangebote eingesickert sind. Nicht durch offene HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen, sondern durch Weglassen. Nicht durch Parolen, sondern durch scheinbar harmlose Begriffe. Wer Israel nicht erwähnt, muss es nicht angreifen. Das Ergebnis ist dasselbe.

Gerade Kinderangebote sind dabei besonders heikel. Was dort gelesen wird, prägt Weltbilder langfristig. Wenn ein globales Lexikon jüdische Geschichte ausradiert und einen modernen politischen Begriff über Jahrtausende zurückprojiziert, entsteht kein neutrales Lernen, sondern ein verzerrter moralischer Kompass.

Die Korrekturen sind notwendig. Sie kommen jedoch zu spät und nur, weil jemand genau hingeschaut hat. Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wie viele ähnliche Inhalte stehen weiterhin online, unbeachtet, ungeprüft und bereit, die nächste Generation mit falschen Selbstverständlichkeiten zu prägen.




Autor: Redaktion
Dienstag, 03 Februar 2026

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