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Britischer Verteidigungsminister behauptet: Irans Raketen trafen nur Militärziele

Britischer Verteidigungsminister behauptet: Irans Raketen trafen nur Militärziele


Eine Aussage aus London sorgt in Israel für Empörung. Der britische Verteidigungsminister John Healey behauptet im Fernsehen, Iran habe im vergangenen Krieg ausschließlich militärische Ziele angegriffen. Die Realität in Israel zeigt jedoch etwas völlig anderes: Krankenhäuser, Forschungszentren und Wohnhäuser wurden getroffen.

Britischer Verteidigungsminister behauptet: Irans Raketen trafen nur Militärziele

Eine einzige Aussage hat in Israel eine Welle der Empörung ausgelöst. Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte in einem Interview mit Sky News, die iranischen Angriffe im sogenannten Zwölf-Tage-Krieg seien „proportional“ gewesen und hätten sich ausschließlich gegen militärische Einrichtungen gerichtet.

Der Minister versuchte mit dieser Darstellung zu erklären, warum Großbritannien erst jetzt eine Zerstörer-Fregatte in den Nahen Osten schickt. Erst in der aktuellen Phase des Konflikts, so Healey, seien die iranischen Angriffe „wahllos“ geworden.

Doch diese Darstellung hält einer einfachen Überprüfung der Fakten nicht stand.

Während der iranischen Raketenangriffe wurden mehrere zivile Ziele in Israel direkt getroffen. Besonders schwer war der Einschlag im Soroka-Krankenhaus in Beerscheba. Eine iranische Rakete traf das medizinische Zentrum direkt und verursachte massive Schäden an mehreren Gebäuden. Patienten und medizinisches Personal mussten evakuiert werden, zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Auch das renommierte Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechovot wurde von einer iranischen Rakete getroffen. Ein Laborgebäude fing Feuer, wissenschaftliche Einrichtungen wurden zerstört.

In Haifa schlugen iranische Raketen im Bereich der großen Raffinerien ein. Gleichzeitig trafen mehrere Geschosse Wohngebiete im Zentrum Israels. In Städten wie Bat Jam, Holon und Ramat Gan wurden ganze Wohnblöcke schwer beschädigt.

Die Bilanz der Angriffe ist eindeutig: Rund 3.000 Wohnungen wurden zerstört oder schwer beschädigt. 33 Menschen wurden getötet, Israelis ebenso wie ausländische Arbeiter. Mehr als 3.500 Menschen wurden verletzt.

Keines dieser Ziele war eine militärische Anlage.

Entsprechend scharf reagierte das israelische Außenministerium auf die Aussagen aus London. In einer Erklärung hieß es, der britische Verteidigungsminister übernehme damit direkt die Darstellung des iranischen Regimes.

„Nach dieser Logik sind Krankenhäuser, Universitäten und Wohnviertel offenbar militärische Ziele“, erklärte das Ministerium. „Alle Opfer der iranischen Angriffe waren Zivilisten.“

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen eine falsche Darstellung der Ereignisse, sondern auch gegen das politische Signal dahinter. Wenn ein westlicher Verteidigungsminister iranische Raketenangriffe als gezielte Schläge gegen militärische Ziele beschreibt, wirkt das aus israelischer Sicht wie eine nachträgliche Relativierung der Angriffe auf Zivilisten.

Healey äußerte sich während des Interviews vom britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri auf Zypern. Von dort aus koordiniert Großbritannien einen Teil seiner militärischen Aktivitäten im östlichen Mittelmeer.

Der Minister räumte ein, dass sich die Situation inzwischen deutlich verschärft habe. In den ersten 24 Stunden der aktuellen Eskalation habe Iran Ziele in zehn verschiedenen Ländern angegriffen. Großbritannien habe deshalb zusätzliche Flugzeuge, Luftabwehrsysteme und Radaranlagen nach Zypern verlegt.

Doch die eigentliche Kontroverse bleibt bestehen.

Die Behauptung, Iran habe im vergangenen Krieg ausschließlich militärische Ziele angegriffen, widerspricht der Realität der zerstörten Krankenhäuser, Universitäten und Wohnhäuser in Israel.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Lauren Hurley / No 10 Downing Street - Number 10 Flickr page, OGL 3, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=150042881
Sonntag, 08 März 2026

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