Explosion an Synagoge in Rotterdam: Vier Verdächtige festgenommenExplosion an Synagoge in Rotterdam: Vier Verdächtige festgenommen
Mitten in der Nacht erschüttert eine Explosion ein jüdisches Gotteshaus in den Niederlanden. Kurz darauf nimmt die Polizei vier junge Männer fest, während eine neue extremistische Gruppe den Anschlag für sich reklamiert.
In der niederländischen Hafenstadt Rotterdam hat eine Explosion eine Synagoge im Stadtzentrum erschüttert. Die Polizei nahm noch in derselben Nacht vier Verdächtige fest. Nach Angaben der Ermittler detonierte der Sprengsatz gegen 3:40 Uhr morgens. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall sorgt erneut für große Besorgnis in jüdischen Gemeinden in Europa.
Die Festnahmen erfolgten wenig später, nachdem Polizisten ein Fahrzeug gestoppt hatten, das sich auffällig nahe einer weiteren Synagoge bewegte. Der Fahrer passte nach Angaben der Behörden auf die Beschreibung eines Täters aus dem früheren Angriff.
Die vier Verdächtigen stammen aus der niederländischen Stadt Tilburg und sind zwischen 17 und 19 Jahre alt. Die Ermittler prüfen nun, ob weitere Angriffe geplant waren oder ob die Gruppe Verbindungen zu extremistischen Netzwerken hat.
Neue extremistische Gruppe reklamiert Anschlag
Kurz nach der Explosion bekannte sich eine bislang kaum bekannte Organisation zu der Tat. Die Gruppierung nennt sich Ashab Al Yamim und bezeichnet sich selbst als schiitische Widerstandsbewegung.
Die Gruppe hat in den vergangenen Tagen mehrere Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Europa für sich reklamiert. Dazu gehört auch eine Explosion an einer Synagoge in der belgischen Stadt Liège sowie ein weiterer Angriff in Griechenland.
Sicherheitsbehörden prüfen derzeit, ob die Organisation tatsächlich hinter den Anschlägen steht oder ob extremistische Täter den Namen nutzen, um ihre Identität zu verschleiern. Auffällig ist, dass die Botschaften der Gruppe zunächst über Netzwerke verbreitet wurden, die ideologisch dem iranischen Einflussbereich nahestehen.
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in Rotterdam
Nach dem Anschlag verstärkten die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen rund um jüdische Einrichtungen in der Stadt. Polizeistreifen patrouillieren nun verstärkt vor Synagogen, Gemeindezentren und Schulen.
Gleichzeitig bitten die Ermittler mögliche Zeugen um Hinweise zu den Ereignissen in der Nacht der Explosion.
Der Anschlag steht im Zusammenhang mit einer Reihe antisemitischer Vorfälle weltweit. Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und Iran beobachten Sicherheitsbehörden eine deutliche Zunahme von Angriffen auf jüdische Einrichtungen.
Erst in dieser Woche kam es in den Vereinigten Staaten zu einem Angriff auf eine Synagoge im Bundesstaat Michigan. Auch in Kanada wurden mehrere Synagogen beschossen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By © S.J. de Waard / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47805728
Samstag, 14 März 2026