Rapper ruft in London „Tod der IDF“: Polizei leitet Ermittlungen nach Al-Quds-Demonstration ein

Rapper ruft in London „Tod der IDF“: Polizei leitet Ermittlungen nach Al-Quds-Demonstration ein


Auf einer Großdemonstration in London ruft ein britischer Rapper die Menge zu Parolen gegen Israels Armee auf. Die Polizei ermittelt nun wegen möglicher Aufstachelung zu Gewalt.

Rapper ruft in London „Tod der IDF“: Polizei leitet Ermittlungen nach Al-Quds-Demonstration ein
Bildnachweis: Foto: IthakaDarinPappas / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Bei einer pro-palästinensischen Demonstration in London hat der britische Rapper Bobby Vylan Parolen gegen die israelischen Streitkräfte angestimmt, die nun strafrechtliche Ermittlungen auslösen. Während der sogenannten Al-Quds-Demonstration führte der Musiker die Menge in Sprechchören mit der Parole „Death to the IDF“.

Die Veranstaltung fand entlang des Albert Embankment an der Themse statt. Tausende Demonstranten versammelten sich dort, um ihre Unterstützung für GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen zu bekunden und gegen die britische Regierungspolitik gegenüber pro-palästinensischen Aktivisten zu protestieren.

Bobby Vylan, Frontmann des Rap-Duos Bob Vylan, trat während der Kundgebung auf einer Bühne auf und hielt eine Rede vor den Demonstranten. Darin kritisierte er das Vorgehen der britischen Behörden gegen Aktivisten, Musiker und Demonstranten, die sich öffentlich mit der palästinensischen Sache identifizieren.

In seiner Ansprache erklärte er, die Bewegung lasse sich trotz Festnahmen und politischem Druck nicht einschüchtern. Anschließend rief er die Menge zu Sprechchören gegen die israelischen Streitkräfte auf.

Ermittlungen durch Scotland Yard

Die Londoner Polizei bestätigte kurz darauf, dass der Vorfall untersucht wird. In einer Stellungnahme erklärte Scotland Yard, man sei sich der Aufnahmen der Parolen bewusst und prüfe nun mögliche strafrechtliche Konsequenzen.

Die Polizei betonte, dass solche Parolen besonders in der jüdischen Gemeinschaft Londons große Besorgnis auslösen. Seit dem HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen 2023 registrieren britische Behörden einen starken Anstieg antisemitischer Drohungen und Vorfälle.

Gleichzeitig verwies die Polizei darauf, dass ähnliche Fälle in der Vergangenheit juristisch schwierig zu verfolgen gewesen seien. In früheren Situationen habe die Staatsanwaltschaft entschieden, dass nicht genügend Beweise für eine strafrechtliche Anklage vorlagen.

Ob dies auch in diesem Fall so sein wird, ist derzeit offen.

Weitere Vorfälle bei der Demonstration

Die Demonstration selbst blieb nicht ohne weitere Zwischenfälle. Die Polizei nahm während der Veranstaltung einen Mann fest, der ein Banner mit der Aufschrift „Boom Boom Tel Aviv“ trug.

Nach Angaben britischer Medien äußerte der Mann gegenüber Journalisten offen seine Unterstützung für iranische Angriffe auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen. Die Polizei prüft nun, ob dies als Verherrlichung von Gewalt oder Terror eingestuft werden kann.

Auch Redebeiträge auf der Demonstration sorgten für Kontroversen. Einige Teilnehmer verteidigten eine Aktivistin aus Brighton, die zuvor festgenommen worden war, weil sie Parolen zur Unterstützung der IntifadaIntifada: Ein Wort für Terror gegen IsraelIntifada bedeutet wörtlich etwa „Abschütteln“. Politisch bezeichnet der Begriff vor allem zwei palästinensische Gewaltwellen gegen Israel. Besonders die Zweite Intifada wurde durch Selbstmordanschläge, Schussangriffe und Terror gegen israelische Zivilisten geprägt. Heute wird der Begriff oft leichtfertig als Parole benutzt.Mehr lesen gerufen hatte.

Wachsende Spannungen in Großbritannien

Der Vorfall zeigt erneut, wie stark der Nahostkonflikt inzwischen auch in europäischen Städten zu politischen Spannungen führt. Großbritannien erlebt seit dem Hamas-Massaker einen deutlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle.

Jüdische Gemeinden berichten von zunehmenden Bedrohungen, Beschimpfungen und Demonstrationen mit offen antiisraelischen Parolen.

Vor diesem Hintergrund stehen britische Behörden unter wachsendem Druck, klare Grenzen zwischen politischer Meinungsäußerung und Aufrufen zur Gewalt zu ziehen.

Ob die Parolen des Rappers strafrechtlich verfolgt werden können, wird nun von den Ermittlungen der Londoner Polizei abhängen.




Autor: Redaktion
Montag, 16 März 2026

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