Neue Terrorgruppe Ashab al-Yamin reklamiert Bombenanschlag nahe World Trade Center in Amsterdam

Neue Terrorgruppe Ashab al-Yamin reklamiert Bombenanschlag nahe World Trade Center in Amsterdam


Ein Sprengsatz detonierte vor einem Bürokomplex im Amsterdamer Finanzviertel. Kurz darauf veröffentlichte eine bislang kaum bekannte Terrorgruppe ein Propagandavideo und drohte mit weiteren Angriffen auf amerikanische und israelische Einrichtungen in Europa.

Neue Terrorgruppe Ashab al-Yamin reklamiert Bombenanschlag nahe World Trade Center in Amsterdam
Bildnachweis: Foto: Karlunun / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Vor einem Bürogebäude im Amsterdamer Geschäftsviertel rund um das World Trade Center detonierte am Sonntag ein improvisierter Sprengsatz. Der Vorfall ereignete sich am Eingang eines Bürokomplexes an der Strawinskylaan, einem wichtigen Standort internationaler Unternehmen im Süden der niederländischen Hauptstadt.

Nach Angaben der Polizei entstand durch die Explosion ein Feuer, das von Sicherheitskräften schnell gelöscht werden konnte. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Ermittler begannen unmittelbar nach dem Vorfall mit der Auswertung von Überwachungskameras und riefen mögliche Zeugen dazu auf, sich zu melden.

Unklar blieb zunächst, welches konkrete Ziel angegriffen werden sollte. Kurz nach der Explosion tauchte jedoch im Internet ein Propagandavideo auf, in dem eine bisher kaum bekannte Gruppierung namens Ashab al-Yamin die Verantwortung für den Anschlag übernahm.

In dem Video behauptet die Gruppe, sie habe gezielt eine Niederlassung der amerikanischen Bank Bank of New York Mellon angegriffen. Diese befindet sich im Atrium-Bürokomplex in unmittelbarer Nähe zum World Trade Center.

Die Aufnahme zeigt eine unbekannte Person, die einen Sprengsatz zündet und anschließend vom Tatort flieht. Wenige Sekunden später ist eine Explosion zu sehen.

Drohung gegen westliche Einrichtungen

Am Ende des Videos erscheint das Emblem der Organisation. Das Symbol zeigt einen erhobenen Arm mit einem Scharfschützengewehr. Anders als in früheren Videos der Gruppe befindet sich im Hintergrund keine Weltkugel, sondern eine rote Flagge mit Olivenzweigen.

Darüber steht der Slogan „Dschihad, Standhaftigkeit, Sieg“.

Im Begleittext richtet die Gruppe eine offene Drohung an Europa. Menschen in der Europäischen Union werden aufgefordert, sich von amerikanischen und israelischen Einrichtungen fernzuhalten.

Die Botschaft bezeichnet sich selbst als „letzte Warnung“. Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen mit Verbindung zu den Vereinigten Staaten oder IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen könnten demnach künftig Ziel weiterer Angriffe werden.

Mehrere Anschläge beansprucht

Ashab al-Yamin trat erst in den vergangenen Tagen erstmals öffentlich auf. Dennoch beansprucht die Gruppe bereits mehrere Angriffe in Europa.

Dazu gehört eine Explosion an einer Synagoge in der belgischen Stadt Lüttich. Auch ein Angriff auf eine jüdische Schule in Amsterdam sowie ein Vorfall an einer Synagoge in Rotterdam wurden von der Gruppierung reklamiert.

Die Sicherheitsbehörden prüfen derzeit, ob tatsächlich eine Verbindung zwischen diesen Vorfällen besteht oder ob einzelne Taten möglicherweise von unterschiedlichen Tätern begangen wurden.

Hinweise auf Verbindung zur iranischen Terrorachse

Beobachter sehen mögliche Verbindungen der neuen Gruppierung zu pro-iranischen Milizen im Nahen Osten. Die Propagandavideos von Ashab al-Yamin wurden in den vergangenen Tagen über zahlreiche Telegram-Kanäle verbreitet, die üblicherweise Inhalte der sogenannten schiitischen „WiderstandsachseAchse des Widerstands: Irans Terrornetzwerk gegen Israel„Achse des Widerstands“ ist die Eigenbezeichnung eines von Iran unterstützten Netzwerks aus Terrororganisationen und Milizen. Dazu zählen unter anderem Hisbollah, Hamas, Islamischer Dschihad, Huthi und proiranische Milizen im Irak und in Syrien. Das Netzwerk bedroht Israel mit Raketen, Drohnen, Terroranschlägen und Stellvertreterkrieg.Mehr lesen“ veröffentlichen.

Darunter befinden sich Kanäle, die der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon, den iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen oder den HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen-Milizen im Jemen zugerechnet werden.

Auch mehrere bekannte Accounts, die iranische PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen verbreiten, teilten das Video über den Anschlag in Amsterdam.

Diese Verbreitung über bekannte Netzwerke der iranischen Einflussstruktur gilt für Sicherheitsexperten als möglicher Hinweis auf ideologische oder organisatorische Verbindungen.

Ermittlungen der Behörden

Die Amsterdamer Polizei bestätigte, dass sowohl die Explosion selbst als auch das veröffentlichte Propagandavideo Teil der laufenden Ermittlungen sind.

Sicherheitsbehörden versuchen derzeit herauszufinden, ob der im Video gezeigte Täter identifiziert werden kann und ob die neue Gruppierung tatsächlich hinter den verschiedenen Anschlägen steht, die sie für sich reklamiert.

Der Vorfall verstärkt die Sorge vor einer neuen Serie antisemitischer und antiwestlicher Anschläge in Europa. Besonders jüdische Einrichtungen sowie amerikanische Unternehmen stehen in vielen europäischen Städten bereits seit Monaten unter erhöhtem Polizeischutz.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 19 März 2026

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