Hakenkreuze auf israelischen Flaggen und Hisbollah-Symbole in AthenHakenkreuze auf israelischen Flaggen und Hisbollah-Symbole in Athen
Ein Besuch in Europas Hauptstadt endet für eine israelische Familie vorzeitig. Berichte sprechen von offenem Antisemitismus, Gewalt und fehlender Reaktion der Behörden.
Athen steht im Fokus scharfer Kritik wegen zunehmender antisemitischer Vorfälle im öffentlichen Raum. Der Geschäftsführer der Organisation Combat Antisemitism Movement, Sacha Roytman, berichtet von Eindrücken, die er während eines Aufenthalts mit seiner Familie in der Stadt gemacht hat.
Roytman war mit seiner Frau und seinen Kindern nach Athen gereist, um dem Krieg in Israel für kurze Zeit zu entkommen. Vor Ort traf die Familie nach seinen Angaben jedoch auf eine Realität, die sie als offen feindlich gegenüber Juden und Israel erlebte. In zentralen Bereichen der Stadt seien zahlreiche Schmierereien zu sehen gewesen, darunter israelische Flaggen, die mit Hakenkreuzen versehen wurden, sowie Parolen, die Gewalt propagieren.
Besonders eindrücklich schildert er die Reaktion seiner Kinder, die ihn fragten, warum auf ihrer Flagge ein Hakenkreuz zu sehen sei. Für ihn zeigt sich darin eine Entwicklung, die nicht mehr als Randerscheinung beschrieben werden könne. Die sichtbaren Symbole und Botschaften würden über politische Kritik hinausgehen und offen antisemitische Inhalte transportieren.
Auch bei Demonstrationen wurden laut seinen Angaben Fahnen der Hisbollah gezeigt. In einem dokumentierten Vorfall im Stadtzentrum soll es zu Angriffen auf Passanten gekommen sein, begleitet von entsprechenden Rufen zur Unterstützung der Organisation.
Diese Ereignisse stehen zeitlich im Zusammenhang mit dem Krieg, in dem Israel gleichzeitig unter Raketenangriffen aus Iran und durch verbündete Gruppen steht. Während die israelische Bevölkerung Schutzräume aufsuchen muss, werden in Athen Symbole und Parolen sichtbar, die genau diese Angriffe unterstützen.
Die Kritik richtet sich ausdrücklich auch an die Stadtführung. Roytman sieht ein Problem in der fehlenden klaren Durchsetzung von Regeln und im Ausbleiben deutlicher Reaktionen auf antisemitische Vorfälle. Wenn Grenzen nicht gesetzt werden, entsteht der Eindruck, dass solche Erscheinungen geduldet werden.
Ein Vergleich mit der Vergangenheit verstärkt diesen Eindruck. Noch vor wenigen Jahren galt Athen als aktiver Teil internationaler Initiativen gegen Antisemitismus. Die aktuelle Entwicklung steht dazu im deutlichen Gegensatz.
Roytman verweist zudem auf die historische Verantwortung der Stadt. Während der nationalsozialistischen Besatzung wurden jüdische Bürger in Griechenland geschützt, und einzelne Persönlichkeiten wurden später dafür geehrt. Diese Geschichte stehe im Widerspruch zu den heutigen Bildern aus dem Stadtzentrum.
Nach den geschilderten Erfahrungen verließ die Familie Griechenland vorzeitig und reiste weiter nach Portugal. Gleichzeitig wandte sich Roytman mit einem Schreiben an den Bürgermeister von Athen und forderte ein klares Vorgehen gegen antisemitische Vorfälle im öffentlichen Raum.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild Pixabay
Freitag, 03 April 2026