Israelische Mutter und Tochter in Wien verschwundenIsraelische Mutter und Tochter in Wien verschwunden
Mali und Liel Yahalomi werden seit Freitag vermisst. Israelische Sicherheitsstellen halten einen terroristischen Hintergrund derzeit für eher unwahrscheinlich, die Familie widerspricht vorschnellen Festlegungen. Nun bittet auch die israelische Botschaft in Wien öffentlich um Mithilfe.

Bildnachweis: IKG WIen
Seit Tagen fehlt von Mali und Liel Yahalomi jede Spur. Mutter und Tochter waren gemeinsam nach Wien gereist und sollten inzwischen wieder in IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen sein. Sie erschienen jedoch nicht zu ihrem geplanten Rückflug. Der letzte bekannte Kontakt mit ihrer Familie stammt vom Freitag, dem 7. August 2026.
Die israelische Botschaft in Wien hat inzwischen einen öffentlichen Suchaufruf veröffentlicht und bittet Menschen, die Hinweise zum Aufenthaltsort der beiden Frauen haben, sich zu melden.
Wer Informationen zum Verbleib von Mali und Liel hat, soll sich unmittelbar an die österreichische Polizei oder an die Notfallnummer der israelischen Botschaft in Wien unter 0676 3672304 wenden. Nach Angaben der Botschaft werden Hinweise vertraulich behandelt.
Die Ermittlungen laufen gleichzeitig in Österreich und Israel auf hoher Ebene. Nach Informationen von N12 lautet die derzeitige Arbeitshypothese israelischer Stellen, dass wahrscheinlich kein terroristischer oder nationalistisch motivierter Vorfall vorliegt. Auch die österreichische Polizei erklärte nach dem Bericht, bislang gebe es keinen konkreten Verdacht auf eine Straftat.
Eine Entwarnung ist das ausdrücklich nicht.
Die beiden Frauen sind weiterhin verschwunden, und wesentliche Fragen zu ihren letzten bekannten Bewegungen sind ungeklärt.
Mali und Liel hatten am Freitag die von ihnen gemietete Wohnung in Wien erreicht. Zwischen etwa 16 und 18 Uhr standen sie noch mit Angehörigen in Kontakt. Sie schickten der Familie ein Video aus der Unterkunft und zeigten darin die Wohnung. Nach Schilderung der Angehörigen deutete nichts darauf hin, dass sich die beiden in einer ungewöhnlichen oder gefährlichen Situation befanden.
Am Samstag verließen Mutter und Tochter die Wohnung. Wann genau sie gingen und wohin sie anschließend fuhren oder liefen, ist bislang nicht bekannt. Eine reguläre Abmeldung aus der Unterkunft soll nicht erfolgt sein.
Dass etwas nicht stimmte, wurde spätestens deutlich, als die beiden nicht zu ihrem Rückflug nach Israel erschienen.
Auch ein möglicher Anschlag wurde geprüft
Wegen der angespannten Sicherheitslage für Israelis im Ausland untersuchten israelische Sicherheitsstellen auch die Möglichkeit eines gezielten Angriffs.
Nach Angaben von N12 wurden geheimdienstliche Prüfungen vorgenommen, um Hinweise auf eine iranische oder propalästinensische Gruppe zu finden. Diese Untersuchungen führten bislang offenbar zu keiner Spur, die einen solchen Hintergrund stützen würde.
Dass das israelische Außenministerium die Koordination des Falles übernommen hat und nicht Mossad oder Nationaler Sicherheitsrat, wird in Israel ebenfalls als Hinweis darauf gewertet, dass die Behörden derzeit eher von einem zivilen Hintergrund ausgehen.
Ein Vertreter der israelischen Polizei befindet sich inzwischen in Österreich. In Israel wurde der Fall an Lahav 433 übertragen. Gleichzeitig betreibt das Außenministerium ein Lagezentrum zur Sammlung und Koordinierung der verfügbaren Informationen.
Auch Krankenhäuser wurden überprüft, um auszuschließen, dass Mali oder Liel möglicherweise unbekannt eingeliefert wurden.
Zu den derzeit untersuchten Punkten gehören außerdem die Mobiltelefone der beiden Frauen. Nach dem N12 Bericht soll es Hinweise darauf geben, dass Ortungsfunktionen entfernt oder deaktiviert worden sein könnten.
Ermittler prüfen zudem, ob Mutter und Tochter ihre Unterkunft möglicherweise aus eigener Entscheidung verlassen haben. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine größere Bargeldsumme berichtet.
Genau gegen solche Darstellungen wendet sich die Familie jedoch mit ungewöhnlicher Deutlichkeit.
Familie widerspricht Spekulationen
Die Angehörigen kritisieren Informationen, die aus Ermittlerkreisen an Medien gelangt seien. Dadurch werde der Eindruck erweckt, die Ursache des Verschwindens sei bereits weitgehend geklärt.
Nach Darstellung der Familie liegen ihr Informationen vor, die wesentlichen Teilen dieser Berichte widersprechen. Insbesondere habe es nach den ihr übermittelten Erkenntnissen keine ungewöhnlichen Bewegungen auf den Bankkonten der beiden Frauen gegeben.
Die Familie betont deshalb, dass ein terroristischer oder nationalistisch motivierter Hintergrund bislang nicht abschließend ausgeschlossen werden könne.
Diese Feststellung bedeutet nicht, dass es Hinweise auf einen Anschlag gibt.
Sie bedeutet lediglich, dass die Angehörigen angesichts des weiterhin ungeklärten Verschwindens verlangen, auch diese Möglichkeit weiter ernsthaft zu überprüfen.
Beides muss sauber voneinander getrennt werden.
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand halten israelische Stellen einen solchen Hintergrund für eher unwahrscheinlich. Gleichzeitig gibt es bislang keine gesicherte Erklärung dafür, wo sich Mali und Liel befinden und weshalb der Kontakt zu ihrer Familie plötzlich vollständig abbrach.
Malis Bruder Moshe Yahalomi beschreibt die Lage entsprechend: Die Angehörigen hätten keine konkrete Information darüber, wo sich die beiden aufhalten könnten. Sein einziger Wunsch sei, dass sie wieder nach Hause zurückkehren.
Die gemeinsame Reise war eine Überraschung zum 50. Geburtstag der Mutter. Liel hatte sie organisiert. Deshalb kannte die übrige Familie den genauen geplanten Reiseverlauf offenbar nicht.
Das erschwert nun die Rekonstruktion der möglichen Wege nach dem Verlassen der Wiener Unterkunft.
Die Suche wurde inzwischen ausgeweitet. Österreichische Behörden setzen nach Angaben von N12 zusätzliche Kräfte ein, Angehörige sind nach Wien gereist, und auch private Helfer unterstützen die Suche. Die israelische konsularische Vertretung begleitet die Familie.
Gerade deshalb ist der öffentliche Aufruf der Botschaft jetzt wichtig.
Wer Mali oder Liel seit Freitag, dem 7. August, gesehen hat, wer Kontakt zu ihnen hatte oder Informationen darüber besitzt, wohin sie sich bewegt haben könnten, sollte diese Hinweise nicht in sozialen Netzwerken verbreiten, sondern direkt den zuständigen Behörden übermitteln.
Hinweise: örtliche Polizei in Österreich oder Notfallnummer der israelischen Botschaft in Wien, 0676 3672304. Kontaktaufnahmen werden vertraulich behandelt.
Bis die beiden Frauen gefunden werden, bleibt der Fall offen.
Die derzeitige Einschätzung spricht eher gegen einen terroristischen Hintergrund. Sie ersetzt aber keine Antwort auf die entscheidende Frage:
Wo sind Mali und Liel Yahalomi?
Autor: Redaktion
Donnerstag, 13 August 2026