Iranische Hetze nach dem Massaker von Sydney: Wenn „Zionist“ nur ein anderes Wort für Jude istIranische Hetze nach dem Massaker von Sydney: Wenn „Zionist“ nur ein anderes Wort für Jude ist
Während Familien um ihre Ermordeten trauern, benutzt Teheran das Massaker von Sydney für Propaganda. Die Reaktionen zeigen, wie tief der Hass auf Juden und Israel inzwischen zum politischen Werkzeug des Regimes geworden ist.

Die antisemitischen Reaktionen aus Teheran auf das Blutbad von Sydney zeigen ein Muster, das seit Jahren sichtbar ist, aber selten so offen. Während offizielle Stellen des Regimes mühsam eine formale Verurteilung formulierten, verbreiteten Kanäle der RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen Verschwörungen, Häme und offene Rechtfertigungen des Mordens. Für ein Regime, das sich seit Jahrzehnten der Auslöschung Israels verschrieben hat, waren die getöteten Menschen nicht Opfer eines Terroranschlags – sie waren „Zionisten“. Das Wort, das in diesen Kreisen alles meint und doch nur eines: Juden.
Denn die Reaktionen aus Iran machten eines unmissverständlich deutlich: Es existiert für die Verantwortlichen in Teheran kein Unterschied zwischen einem jüdischen Kind, das an einer Chanukka-Feier teilnimmt, einem Rabbiner oder einem säkularen Familienvater – sie alle werden in derselben rhetorischen Schablone entmenschlicht. Genau dieser Mechanismus verbindet die PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen der Revolutionsgarden mit der Ideologie der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und den Gewaltaufrufen militanter palästinensischer Gruppen. Wo von „Zionisten“ die Rede ist, sind Juden gemeint. Und wo Juden gemeint sind, legitimiert der Hass jede Form von Gewalt.
Die Reaktionen aus Teheran auf das Massaker von Sydney waren dafür ein erschreckender Beweis. Die Nachrichtenagentur Tasnim titelte fast triumphierend über „mindestens zehn getötete Zionisten“. Irakische Medien, eng angebunden an iranische Milizen, feierten die Ermordung eines Rabbiners und dichteten ihm vermeintliche „Verbrechen“ an, die die Tat rechtfertigen sollten. Andere Staatsmedien suggerierten sofort eine „false flag“-Operation Israels – das Standardnarrativ, immer dann, wenn Terror gegen Juden nicht geleugnet werden kann.
Ein hochrangiger General der Revolutionsgarden formulierte schließlich unverblümt, wem das Massaker in Sydney „nutze“: einzig IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen. Es ist das alte Muster, das jede Tat gegen Juden automatisch in eine Schuldzuweisung an Juden verwandelt. Die Täter verschwinden aus der Erzählung. Die Opfer werden zu Schuldigen gemacht. Die Gewalt wird zur „Reaktion“ verklärt. Für Teheran ist das kein Ausrutscher, sondern System.
Diese Sprachregelungen sind nicht bloß Worte. Sie fungieren als ideologischer Katalysator für weltweit zunehmende Angriffe auf jüdisches Leben. Wer „Zionisten“ ruft und Juden meint, öffnet das Tor für die gleiche mörderische Logik, die am Strand von Bondi Beach Menschen erschoss, die nichts getan hatten außer gemeinsam Lichter zu entzünden. Diese Unterscheidungslosigkeit entlarvt jede Behauptung, der Konflikt richte sich nur gegen den Staat Israel. Der Hass trifft Juden, weil sie Juden sind – und er macht vor keiner Grenze, keiner Stadt und keiner Feier halt.
Gerade deshalb ist die Art, wie staatliche Organe in Iran das Sydney-Massaker instrumentalisieren, mehr als zynisch. Sie ist ein politisches Bekenntnis. Ein Bekenntnis dazu, dass jüdisches Leben – ob in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen, Berlin oder Sydney – für das Regime nur dann relevant ist, wenn es sich gegen Israel ausspielen lässt. Und zugleich ein Bekenntnis dazu, jedem Täter, der Juden angreift, zumindest rhetorisch Schutz zu bieten.
In einem Moment, in dem jüdische Gemeinden weltweit um ihre Sicherheit ringen, und in dem westliche Metropolen ihre Chanukka-Feiern unter Polizeischutz stellen müssen, wirkt diese HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen wie ein Schlag ins Gesicht all jener, die im Guten an eine friedliche Zukunft glauben wollen. Doch sie zeigt die Realität: Wer heute Juden angreift, beruft sich ungehemmt auf dieselben Narrative, die in Teheran verbreitet und in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen kultiviert werden.
Das Massaker von Sydney war ein Angriff auf jüdisches Leben – nicht auf ein politisches Konzept. Und die Reaktionen aus Iran haben diesen Kern klar bestätigt.
Autor: Redaktion
Montag, 15 Dezember 2025