Bericht über mögliches Massaker im Iran erschüttert die Welt

Bericht über mögliches Massaker im Iran erschüttert die Welt


Innerhalb von 48 Stunden sollen Sicherheitskräfte zehntausende Demonstrierende getötet haben. Die Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, doch selbst vorsichtige Schätzungen zeichnen ein Bild staatlicher Gewalt von historischer Dimension.

Bericht über mögliches Massaker im Iran erschüttert die Welt

Was derzeit aus dem Iran nach außen dringt, lässt selbst erfahrene Beobachter verstummen. Nach Informationen, die dem US-Magazin TIME vorliegen, könnten am 8. und 9. Januar 2026 bis zu 30.000 Menschen bei einer massiven Niederschlagung landesweiter Proteste getötet worden sein. Sollte sich diese Zahl auch nur annähernd bestätigen, würde sie zu den schwersten innerstaatlichen Gewalttaten der jüngeren Geschichte zählen.

Die Berichte stammen demnach von zwei ranghohen Mitarbeitern des iranischen Gesundheitsministeriums sowie aus einer internen Zusammenstellung von Krankenhausdaten. Unabhängige Überprüfungen sind bislang nicht möglich. Genau das ist Teil des Problems.

Ein Land im Informationsstillstand

Während sich die Proteste Anfang Januar ausbreiteten, reagierte das Regime mit einem nahezu vollständigen Abschalten des Internets. Kommunikation mit dem Ausland brach ab, soziale Netzwerke verschwanden, selbst Telefonverbindungen funktionierten nur noch eingeschränkt. In dieser digitalen Isolation begann laut Augenzeugen eine der brutalsten Repressionswellen seit Bestehen der Islamischen Republik.

Berichte sprechen von Scharfschützen auf Dächern, von schweren Maschinengewehren auf Lastwagen und von Sicherheitskräften, die ohne Vorwarnung in Menschenmengen feuerten. Ein Vertreter der Revolutionsgarden soll im Staatsfernsehen offen erklärt haben, wer auf die Straße gehe, dürfe sich nicht wundern, wenn er erschossen werde.

Krankenhäuser sollen innerhalb weniger Stunden überfüllt gewesen sein. Laut den vorliegenden Informationen reichten Leichensäcke nicht mehr aus. Tote seien zeitweise in großen Transportanhängern abtransportiert worden. Familien hätten verzweifelt versucht, Angehörige zu finden, ohne zu wissen, ob diese verletzt, inhaftiert oder bereits tot waren.

Zahlen, die fassungslos machen

Ein von Ärzten zusammengetragenes Register nennt über 30.000 Todesfälle bis zum 9. Januar. Diese Zahl schließt demnach weder militärische Krankenhäuser noch abgelegene Regionen vollständig ein. Selbst Fachleute, die zur Vorsicht mahnen, halten eine massive Untererfassung für möglich.

Zum Vergleich: Offizielle Stellen des Regimes sprachen später von etwas mehr als 3.000 Toten. Menschenrechtsaktivisten konnten bislang rund 5.400 Namen bestätigen und prüfen weitere zehntausende Hinweise. Die Diskrepanz zwischen offizieller Darstellung und internen Angaben ist enorm und wirft grundlegende Fragen auf.

Historiker und Gewaltforscher fanden laut TIME kaum Parallelen für ein derartiges Ausmaß tödlicher Gewalt innerhalb so kurzer Zeit. In bekannten Datenbanken zu Massenerschießungen taucht als vergleichbares Ereignis lediglich das Massaker von Babyn Jar im Jahr 1941 auf, bei dem deutsche Einsatzgruppen mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordeten.

Dieser Vergleich ist kein politisches Stilmittel, sondern ergibt sich aus nüchterner Statistik. Genau das macht ihn so erschütternd.

Ein Regime im Überlebensmodus

Der Iran befindet sich seit Monaten in einem Zustand latenter Revolte. Wirtschaftlicher Niedergang, massive Inflation, Korruption, Perspektivlosigkeit und eine junge Bevölkerung ohne Zukunft haben eine explosive Mischung entstehen lassen. Die Proteste Anfang Januar galten nicht einzelnen Reformen, sondern offen dem System selbst.

Aus Sicht der Führung in Teheran stand offenbar alles auf dem Spiel. Die Reaktion folgte einer bekannten Logik: maximale Gewalt, um jede Hoffnung auf Wandel im Keim zu ersticken.

Dabei ist auffällig, dass nicht Polizei oder reguläre Sicherheitskräfte im Vordergrund standen, sondern vor allem die Revolutionsgarden. Sie gelten als letzte Machtstütze des Systems, politisch, militärisch und wirtschaftlich. Wer sie einsetzt, signalisiert, dass es nicht mehr um Ordnung, sondern um das nackte Überleben des Regimes geht.

Internationale Reaktionen bleiben begrenzt

Der UN-Menschenrechtsrat hat inzwischen eine unabhängige Untersuchung verlängert. Doch ohne Zugang zum Land, ohne freie Medien und ohne Schutz für Zeugen bleiben solche Untersuchungen zwangsläufig begrenzt. Solange das Regime jede Transparenz verweigert, bleibt die Wahrheit fragmentarisch.

Für viele Iranerinnen und Iraner ist genau das Teil der Tragödie. Sie sterben nicht nur anonym, sondern oft auch namenlos. Angehörige berichten, dass Leichen nur gegen Schweigeverpflichtungen übergeben würden oder ganz verschwänden.

Bedeutung für Israel und die Region

Für Israel ist die Entwicklung im Iran von zentraler Bedeutung. Nicht aus politischem Kalkül, sondern weil das Regime in Teheran seit Jahrzehnten offen zur Vernichtung des jüdischen Staates aufruft. Ein System, das bereit ist, zehntausende eigene Bürger niederzuschießen, zeigt damit auch nach außen, wozu es fähig ist.

Die Gewalt im Inneren und die Aggression nach außen gehören zusammen. Wer im eigenen Land nur durch Angst regiert, braucht Feindbilder, um sich zu stabilisieren. Die iranische Führung nutzt dafür seit Jahren Israel.

Gerade deshalb ist der Blick auf das Leid der iranischen Bevölkerung entscheidend. Diese Menschen sind nicht Israels Gegner. Sie sind Gefangene eines Regimes, das sie ebenso unterdrückt wie es Terrororganisationen in der Region unterstützt.

Offene Fragen bleiben

Noch ist nicht gesichert, ob die Zahl von 30.000 Toten der Realität entspricht. Doch selbst wenn sie deutlich niedriger läge, bliebe das Bild verheerend. Die Berichte zeichnen ein Land, in dem staatliche Gewalt jede Grenze verloren hat.

Was sich im Iran Anfang Januar abgespielt hat, wird eines Tages aufgearbeitet werden müssen. Nicht propagandistisch, nicht emotional, sondern juristisch und historisch. Bis dahin bleibt eine bittere Gewissheit: Während die Welt diskutiert, zahlen Menschen im Iran mit ihrem Leben.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Standardwhale - Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181521691


Sonntag, 25 Januar 2026

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