Unterstützung benötigt: haOlam.de kann ohne Ihre Hilfe 2026 nicht vollständig weiterarbeiten.
Irans Kronprinz Reza Pahlavi fordert internationale Hilfe gegen Revolutionsgarden

Irans Kronprinz Reza Pahlavi fordert internationale Hilfe gegen Revolutionsgarden


Während das Regime in Teheran mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, tritt Reza Pahlavi aus dem Exil als zentrale Stimme des Widerstands auf. Der Sohn des letzten Schahs fordert gezielte internationale Maßnahmen gegen die Revolutionsgarden und spricht von einem historischen Wendepunkt für Iran.

Irans Kronprinz Reza Pahlavi fordert internationale Hilfe gegen Revolutionsgarden

Seit Wochen brennt Iran. In Städten und Dörfern gingen Menschen auf die Straße, trotz massiver Gewalt, trotz Verhaftungen, trotz der Gewissheit, dass jeder Protest tödlich enden kann. Tausende sollen seit Beginn der landesweiten Demonstrationen Ende Dezember getötet worden sein. Inmitten dieser Eskalation erhebt sich eine Stimme, die für viele Iraner längst mehr ist als Symbol. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, wird von Demonstrierenden offen als politische Führungspersönlichkeit eingefordert.

Aus seinem Exil in den Vereinigten Staaten verfolgt der Kronprinz die Entwicklungen seit Beginn der Proteste. In zahlreichen Städten rufen Menschen Parolen wie „Lang lebe der Schah“ und „Pahlavi wird zurückkehren“. Für viele ist es weniger ein Ruf nach der Vergangenheit als ein Ausdruck der völligen Ablehnung des bestehenden Systems.

Pahlavi beschreibt die Proteste als qualitativ neue Phase des Widerstands. Anders als frühere Aufstände gehe es nicht mehr um wirtschaftliche Forderungen oder einzelne politische Reformen, sondern um die vollständige Zurückweisung der Islamischen Republik. Die Menschen hätten den Mut gefunden, offen das Ende des Regimes zu verlangen.

Nach seinen Angaben hätten sich Ende Dezember und Anfang Januar Millionen Menschen an koordinierten Protesten beteiligt. Die Antwort des Regimes sei eine massive Eskalation der Gewalt gewesen. Sicherheitskräfte hätten scharf geschossen, Kommunikationsnetze lahmgelegt und ganze Städte faktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Besonders im Fokus steht für Pahlavi das Vorgehen der Revolutionsgarden. Der Iran werde inzwischen fast vollständig durch deren Repressionsapparat kontrolliert. Internet und Mobilfunk seien über Wochen eingeschränkt oder vollständig abgeschaltet worden. Berichte über Massenerschießungen, öffentliche Hinrichtungen, gezielte Schüsse auf Demonstrierende und das Niederbrennen von Gebäuden mit eingeschlossenen Menschen machten die Runde.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sollen seit Beginn der Proteste zehntausende Menschen getötet worden sein, hunderttausende verletzt und zehntausende verhaftet. Viele Verletzte hätten Augenverletzungen durch gezielt abgefeuerte Metallgeschosse erlitten. Familien würden teilweise gezwungen, hohe Summen zu zahlen, um die Leichen getöteter Angehöriger zurückzuerhalten.

Auch wenn diese Zahlen aufgrund der Informationssperren schwer unabhängig überprüfbar sind, gilt das Ausmaß der Gewalt als beispiellos seit der Machtübernahme des Regimes im Jahr 1979.

Vor diesem Hintergrund fordert Reza Pahlavi nun offen internationale Unterstützung. Nicht in Form einer Fremdbestimmung Irans, betont er, sondern durch gezielte Maßnahmen gegen die Machtinstrumente des Regimes. Die Zukunft des Landes müsse von den Iranern selbst entschieden werden, doch die internationale Gemeinschaft habe ein strategisches Interesse daran, die Revolutionsgarden zu schwächen.

Pahlavi fordert insbesondere Maßnahmen gegen Führung, Kommandozentralen und Infrastruktur der Revolutionsgarden. Ziel sei es, die Fähigkeit des Regimes zur inneren Unterdrückung zu brechen und den Menschen im Land Raum zu verschaffen, sich neu zu organisieren.

Er spricht nicht von einem ausländischen Regimewechsel, sondern von Schutz der Zivilbevölkerung. Die Iraner seien diejenigen, die auf der Straße stünden, doch sie kämpften nicht nur für sich selbst, sondern gegen ein System, das über Jahrzehnte Terror exportiert, Nachbarstaaten destabilisiert und weltweit Gewalt unterstützt habe.

Die wachsende Ungeduld vieler Iraner richtet sich dabei auch gegen den Westen. Trotz wiederholter Ankündigungen seien bislang keine konkreten militärischen Schritte gegen das Regime erfolgt. US Präsident Donald Trump kündigte zuletzt die Verlegung zusätzlicher Marineverbände in Richtung Region an. Mehrere amerikanische Kriegsschiffe befinden sich inzwischen im Einsatzgebiet des Zentralkommandos.

Für viele Demonstrierende gelten Trumps Aussagen als Hoffnungssignal. Pahlavi selbst hebt hervor, dass frühere US Regierungen bei früheren Protestbewegungen untätig geblieben seien. Dieses Mal, so seine Erwartung, könne die internationale Lage eine andere sein.

Der Kronprinz sieht den entscheidenden Unterschied zu früheren Aufständen in der Klarheit der Forderungen. Erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten existiere eine landesweite, einheitliche Ablehnung des Systems. Die Menschen forderten nicht Reformen, sondern ein Ende der Islamischen Republik und eine demokratische Neuordnung.

Zudem gebe es zunehmend Anzeichen von Brüchen innerhalb des Machtapparates. Berichte über Dienstverweigerung, stille Sabotage und erste Überläufer häuften sich. Diese Risse seien entscheidend, um das Gleichgewicht der Gewalt zu kippen.

Die Rufe nach dem Namen Pahlavi versteht er nicht als nostalgische Sehnsucht. Viele der Protestierenden seien Jahrzehnte nach dem Sturz seines Vaters geboren. Für sie stehe der Name nicht für Monarchie, sondern für eine Zeit staatlicher Modernisierung, gesellschaftlicher Öffnung und nationaler Würde.

Er verweist auf Reformen der damaligen Zeit wie Bildungsausbau, Infrastrukturprojekte, Gleichberechtigung von Frauen und wirtschaftliche Entwicklung. Diese Richtung sei durch die islamistische Revolution zerstört worden.

Gleichzeitig betont Pahlavi, dass er keine Vorentscheidung über die zukünftige Staatsform treffen wolle. Ob Republik oder konstitutionelle Monarchie müsse durch freie Wahlen entschieden werden. Seine Rolle sehe er nicht als Machtergreifung, sondern als Stabilitätsanker in einer Übergangsphase.

Er verweist auf eine von ihm initiierte Oppositionskonferenz in München, bei der Vertreter unterschiedlicher politischer Strömungen ein gemeinsames Grundgerüst vereinbart hätten. Im Zentrum stünden territoriale Integrität, individuelle Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und ein säkularer demokratischer Staat.

Pahlavi erklärt zudem, dass er sich auf eine Rückkehr nach Iran vorbereite. Auch vor dem vollständigen Sturz des Regimes sei er bereit, an der Seite seines Volkes ins Land zu gehen, um den Übergang zu begleiten. Sein Plan sehe eine begrenzte Übergangsphase vor, gefolgt von einer verfassungsgebenden Versammlung und freien Wahlen.

In wenigen Wochen jährt sich der Beginn der Islamischen Republik zum 47. Mal. Für viele Iraner ist dieses Jubiläum kein Anlass zur Feier, sondern Symbol jahrzehntelanger Unterdrückung. Während das Regime versucht, mit Gewalt an der Macht zu bleiben, wächst der Eindruck, dass sich etwas Grundlegendes verschoben hat.

Der Name, den die Menschen auf den Straßen rufen, ist Reza Pahlavi. Nicht als Herrscher, sondern als Projektionsfläche für ein Iran nach der Islamischen Republik.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By FDD - FDD Maximum Support: Operationalizing the Other Iran Policy Event, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=177010165


Donnerstag, 29 Januar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage