Israel zerstört Qadr-Raketen in Isfahan und rückt auf Irans strategische Abschussrampen vorIsrael zerstört Qadr-Raketen in Isfahan und rückt auf Irans strategische Abschussrampen vor
Ein neuer Schlag gegen Irans strategische Raketenprogramme: Israelische Streitkräfte zerstören bei einem Angriff in Isfahan moderne Qadr-Raketen und ihre Startplattformen. Damit rückt ein zentrales Ziel näher die Ausschaltung hunderter iranischer Abschussanlagen.
Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei einem Angriff in der iranischen Stadt Isfahan mehrere Qadr-Raketen sowie ihre Startplattformen zerstört. Isfahan zählt zu den sensibelsten militärischen Regionen des Iran. Dort befinden sich sowohl Einrichtungen der nuklearen Infrastruktur als auch zentrale Standorte für die Entwicklung, Lagerung und Vorbereitung ballistischer Raketen.
Der Angriff richtet sich gegen eines der wichtigsten Instrumente der iranischen Militärstrategie. Die Qadr-Raketen gehören zu den leistungsfähigsten Systemen im Arsenal der Revolutionsgarden. Besonders die Variante Qadr-110 gilt als modernisierte Weiterentwicklung älterer Shahab-Raketen und ist technisch deutlich schwerer zu bekämpfen als frühere Modelle.
Die Rakete besitzt einen zweistufigen Aufbau und nutzt einen Feststoffantrieb. Dieser technische Unterschied hat erhebliche militärische Konsequenzen. Während ältere Raketen häufig erst unmittelbar vor dem Start betankt werden mussten und dadurch leichter entdeckt werden konnten, sind Feststoffraketen schneller einsatzbereit. Die Vorbereitungszeit für einen Start verkürzt sich erheblich. Genau deshalb versuchen Staaten, solche Systeme möglichst frühzeitig am Boden zu zerstören.
Mit einer geschätzten Reichweite zwischen 1500 und 2000 Kilometern kann die Qadr-Rakete jeden Punkt Israels erreichen. Während des großen militärischen Konflikts zwischen Israel und dem Iran im Sommer 2025 bestätigten die iranischen Revolutionsgarden selbst den Einsatz dieses Systems gegen israelische Ziele.
Militärische Experten gehen zudem davon aus, dass die technische Grundlage dieser Raketenfamilie noch weiterentwickelt werden kann. In verschiedenen Analysen wird diskutiert, dass spätere Varianten deutlich größere Reichweiten erreichen könnten. Auch Anwendungen im Bereich militärischer Raumfahrt oder antisatellitischer Fähigkeiten werden in strategischen Studien erwähnt.
Isfahan steht deshalb seit Jahren im Fokus israelischer Sicherheitsplanungen. Die Region verbindet mehrere zentrale Komponenten der iranischen Militärstrategie: Forschungseinrichtungen, Produktionsanlagen für Raketenkomponenten sowie Infrastruktur zur Vorbereitung von Abschüssen. Schon während der militärischen Auseinandersetzungen im Juni 2025 war die Region wiederholt Ziel von Luftangriffen. Damals wurden auch Anlagen im Umfeld des Isfahan Nuclear Technology Center getroffen.
Der aktuelle Angriff fügt sich in eine breitere Strategie ein. Israel versucht seit Beginn der Auseinandersetzung, nicht nur einzelne Raketen zu zerstören, sondern vor allem die Startinfrastruktur des Iran zu schwächen. Entscheidend ist dabei die Zahl der verfügbaren Abschussanlagen.
Nach Angaben israelischer Militärquellen wurden inzwischen mehrere Dutzend Raketenstartsysteme vollständig zerstört. Darüber hinaus sollen mehr als dreihundert weitere Anlagen durch Bombardierungen beschädigt oder unbrauchbar gemacht worden sein. Werden weitere Angriffe erfolgreich durchgeführt, könnte die Zahl neutralisierter Startplattformen in Richtung vierhundert steigen.
Diese Zahl ist kein Zufall. Vor den großen militärischen Auseinandersetzungen verfügte der Iran nach westlichen und israelischen Schätzungen über etwa vierhundert Abschussanlagen für ballistische Raketen. Während der Kämpfe im Jahr 2025 wurden davon mehr als zweihundert zerstört.
Doch der Iran begann unmittelbar danach mit einem schnellen Wiederaufbau. Militärische Beobachter berichten, dass die Revolutionsgarden neue Startplattformen mit bemerkenswerter Geschwindigkeit errichtet haben. Mobile Abschussfahrzeuge, unterirdische Lageranlagen und versteckte Startpositionen gehören inzwischen zu den wichtigsten Elementen dieser Infrastruktur.
Für Israel entsteht dadurch ein dauerhaftes strategisches Problem. Selbst wenn ein Teil der Anlagen zerstört wird, versucht Teheran die Kapazitäten rasch wiederherzustellen. Der militärische Wettbewerb entwickelt sich damit zu einem Wettlauf zwischen iranischem Wiederaufbau und israelischen Präzisionsschlägen.
Aus israelischer Sicht steht hinter dieser Strategie eine klare sicherheitspolitische Logik. Ballistische Raketen erlauben dem Iran, Israel aus großer Entfernung anzugreifen, ohne eigene Flugzeuge einsetzen zu müssen. Gleichzeitig bilden sie einen zentralen Bestandteil der Abschreckungspolitik Teherans gegenüber regionalen Gegnern.
Die Zerstörung von Raketen und Startplattformen soll daher vor allem eines erreichen: die Fähigkeit des Iran zu massiven simultanen Angriffen zu reduzieren. Je weniger Startanlagen verfügbar sind, desto schwieriger wird es für Teheran, große Raketenwellen gleichzeitig zu starten.
Der Angriff auf Isfahan ist deshalb mehr als ein isolierter militärischer Schlag. Er ist Teil einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, die iranische Raketeninfrastruktur systematisch zu schwächen und potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu begrenzen.
Isfahan bleibt in diesem Zusammenhang ein Schlüsselort. Solange dort sowohl nukleare Einrichtungen als auch militärische Raketenanlagen existieren, wird die Region weiterhin im Zentrum israelischer Sicherheitsüberlegungen stehen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Imagery from LANCE FIRMS operated by NASA"s Earth Science Data and Information System (ESDIS) with funding provided by NASA Headquarters. - https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/map/#d:2025-06-19;l:fires_all,earth;@51.82,32.57,14.00z, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=168339627
Mittwoch, 04 März 2026