Chaos in Teheran: Zweifel an Zustand des neuen Revolutionsführers Mojtaba KhameneiChaos in Teheran: Zweifel an Zustand des neuen Revolutionsführers Mojtaba Khamenei
Seine erste Botschaft sollte Stärke demonstrieren. Doch Tippfehler, widersprüchliche Befehle und Gerüchte über schwere Verletzungen werfen ein Schlaglicht auf die Krise im iranischen Machtapparat.
Fast zwei Wochen nach dem Tod des langjährigen iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei steht sein Nachfolger im Mittelpunkt wachsender Spekulationen. Die erste öffentliche Botschaft des neuen Führers Mojtaba Khamenei wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.
Vier Tage nach seiner Ernennung veröffentlichte Mojtaba Khamenei erstmals eine schriftliche Erklärung. Doch der Text, der über staatliche Nachrichtenagenturen verbreitet wurde, enthielt mehrere auffällige Fehler und ungewöhnliche Formulierungen. Beobachter im Iran sehen darin ein mögliches Zeichen für die angespannte Situation innerhalb der Führung.
Informierte Quellen in Teheran berichten, dass der Text nicht direkt von Khamenei selbst formuliert worden sei. Stattdessen soll er von der mächtigen Revolutionsgarde Islamic Revolutionary Guard Corps diktiert worden sein. Die Botschaft wurde anschließend unter seinem Namen veröffentlicht.
Drohungen gegen Israel und neue Kriegsfronten
In seiner Erklärung kündigte der neue Revolutionsführer an, den Krieg gegen Israel und die Vereinigten Staaten weiterzuführen. Besonders betonte er die Möglichkeit neuer militärischer Fronten in der Region.
Er verwies ausdrücklich auf iranische Verbündete im Irak, im Jemen und im Libanon. Gleichzeitig drohte er damit, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu blockieren. Diese Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Erdöl weltweit.
Der Ton der Botschaft war aggressiv und von religiöser Rhetorik geprägt. Khamenei rief seine Anhänger dazu auf, Einheit zu bewahren und weiterhin „auf dem Schlachtfeld präsent zu bleiben“.
Widersprüche innerhalb der iranischen Führung
Während diese Drohungen veröffentlicht wurden, zeigten andere Ereignisse ein Bild politischer Unordnung in Teheran.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian veröffentlichte kurz zuvor eine Videobotschaft, in der er sich bei Nachbarstaaten für Raketen- und Drohnenangriffe entschuldigte. Er erklärte, ein Übergangsrat habe beschlossen, diese Angriffe zu stoppen.
Doch weniger als eine Stunde später starteten Einheiten der Revolutionsgarde einen neuen Angriff auf Ziele in Dubai.
Der iranische Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Eje’i widersprach anschließend öffentlich der Darstellung des Präsidenten. Ein solcher Beschluss existiere nicht, erklärte er. Angriffe gegen Staaten mit amerikanischen und israelischen Einrichtungen würden fortgesetzt.
Diese widersprüchlichen Signale verdeutlichen die Machtkämpfe innerhalb des iranischen Systems.
Gerüchte über schwere Verletzungen
Zusätzlich sorgen Berichte über den Gesundheitszustand Mojtaba Khameneis für Spekulationen.
Mehrere Quellen behaupten, er sei bei dem israelischen Angriff auf die Residenz des Revolutionsführers schwer verletzt worden. Demnach könnte er so schwer verwundet sein, dass er nicht mehr laufen kann und deshalb bislang nicht öffentlich aufgetreten ist.
Offizielle Bestätigungen dafür gibt es nicht. Doch auffällig ist, dass seit seiner Ernennung kein einziges Video oder Foto veröffentlicht wurde, das ihn eindeutig zeigt.
Berichten zufolge soll er an einem geheimen Ort außerhalb Teherans behandelt werden.
Ein weiteres Detail verstärkt die Spekulationen: Eine mit der Revolutionsgarde verbundene Nachrichtenagentur bezeichnete ihn als „Janbaz“. Dieser Begriff wird im Iran üblicherweise für Menschen verwendet, die im Krieg schwer verletzt wurden oder dauerhaft körperliche Schäden erlitten haben.
Ungewöhnliche Kommunikationsstrategie
Auch die Art der Veröffentlichung seiner Botschaft wirft Fragen auf.
Die Erklärung wurde in religiösem Sprachstil verfasst und nutzte den islamischen Mondkalender statt des im Iran üblichen persischen Sonnenkalenders. Beobachter sehen darin ein Zeichen dafür, wie stark Mojtaba Khamenei im traditionellen Klerus verankert ist.
Im Gegensatz zu seinem Vater trat er nie als Redner oder politischer Kommunikator auf. Er hat bislang keine öffentlichen Reden gehalten. Die einzige bekannte Videoaufnahme von ihm stammt aus dem vergangenen Jahr und zeigt ihn bei einer kurzen religiösen Mitteilung.
Sein Umfeld versucht nun offenbar, eine digitale Präsenz aufzubauen. Unterstützer wurden aufgefordert, ihm auf Plattformen wie Instagram, X und Telegram zu folgen. Ironischerweise sind diese Netzwerke im Iran offiziell verboten.
Spott und Proteste im Land
Während das Regime versucht, Stabilität zu demonstrieren, reagieren viele Iraner mit Spott.
In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche satirische Bilder und Videos über den neuen Revolutionsführer. Einige davon wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt.
In den ersten Nächten nach seiner Ernennung gingen zudem Menschen in Teheran auf die Dächer ihrer Häuser und riefen Parolen gegen ihn. Augenzeugen berichten, dass Sicherheitskräfte der Revolutionsgarde und der Basij-Miliz hart gegen Demonstranten vorgingen.
Berichten zufolge wurden dabei auch scharfe Waffen eingesetzt. Mehrere Menschen sollen getötet worden sein.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=185776040
Freitag, 13 März 2026