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Trump verhandelt mit Irans wahren Machthabern

Trump verhandelt mit Irans wahren Machthabern


Während Washington über ein neues Iran-Abkommen spricht, sitzt am anderen Ende des Tisches nicht nur eine Regierung. Die Revolutionsgarden kontrollieren Waffen, Geld und große Teile des Staates.

Trump verhandelt mit Irans wahren Machthabern
Bildnachweis: Symbolbild

US-Präsident Donald Trump steht vor einer gefährlichen Falle: Er verhandelt offiziell mit Iran, tatsächlich aber mit jenem Machtzentrum, das den Staat längst in weiten Teilen beherrscht. Die Islamischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen sind nicht nur eine militärische Formation. Sie kontrollieren Sicherheitsapparate, Raketenprogramme, Drohnenproduktion, Häfen, Bauprojekte, Energiegeschäfte und ein weitverzweigtes Wirtschaftsimperium. Wer Teheran Milliarden freigibt, stärkt deshalb nicht automatisch die iranische Bevölkerung. Er riskiert, genau jene Kräfte zu finanzieren, die IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen bedrohen, amerikanische Soldaten angreifen und das eigene Volk unterdrücken.

Nach Berichten aus Iran soll Präsident Masoud Pezeshkian sogar seinen Rücktritt angeboten haben, weil seine Regierung aus zentralen Entscheidungen verdrängt worden sei. Die Revolutionsgarden hätten große Teile des Staatsapparats übernommen, während gewählte Politiker nur noch eine begrenzte Rolle spielten. Ob jedes Detail dieser Berichte bestätigt wird oder nicht: Das Muster ist seit Jahren sichtbar. In Iran geben nicht die Minister den Ton an, sondern jene, die Waffen, Geld und Milizen kontrollieren.

Besonders brisant sind Berichte über Forderungen nach einem gewaltigen Finanzrahmen. Im Raum steht demnach eine Konstruktion von bis zu 300 Milliarden Dollar, angeblich als internationale Investitionslösung. Zusätzlich soll Teheran auf eine sofortige Freigabe von 24 Milliarden Dollar eingefrorener Gelder drängen, möglicherweise im Austausch für ein vages Memorandum. Genau hier beginnt das Problem. Ein Rahmenpapier ohne harte, überprüfbare Bedingungen wäre kein Durchbruch, sondern ein Geschenk an ein Regime, das Verhandlungen immer wieder nutzt, um Zeit, Geld und politischen Spielraum zu gewinnen.

Trump weiß, wie gefährlich solche Zahlungen sind. Er kritisierte frühere amerikanische Iran-Politik scharf, weil Teheran trotz Zugeständnissen seine Raketen, Milizen und regionalen Netzwerke ausbaute. Heute steht er selbst vor derselben Frage: Gibt Washington Geld frei, bevor Iran seine Bedrohung wirklich begrenzt? Oder hält die US-Regierung den Druck aufrecht, bis die Revolutionsgarden spürbar geschwächt sind?

Für Israel ist diese Frage existenziell. Iran wirkt nicht nur aus Teheran heraus. Die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon, Milizen im Irak und in Syrien sowie die HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen im Jemen sind Teil derselben Strategie. Sie sollen Israel an mehreren Fronten binden und den Preis amerikanischer Präsenz in der Region erhöhen. Jeder Dollar, der in die falschen Hände gerät, kann am Ende Drohnen, Raketen, Tunnel, Sprengstoff oder PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen finanzieren.

Iran befindet sich wirtschaftlich unter Druck. Doch ein geschwächtes Regime wird nicht automatisch friedlicher. Die Islamische Republik hat oft gezeigt, dass sie ihre Bevölkerung leiden lässt, während Sicherheitsapparat und Stellvertreter weiter versorgt werden. Wer glaubt, Geld werde Mäßigung kaufen, unterschätzt die Logik der Revolutionsgarden. Diese Organisation lebt von Konfrontation. Sie braucht Feinde, um ihre Macht zu rechtfertigen.

Diplomatie ist nicht falsch. Aber Diplomatie mit Iran darf nicht auf Hoffnung beruhen. Sie braucht Misstrauen, Kontrolle und klare Konsequenzen. Kein Geld ohne überprüfbare Begrenzung des Atomprogramms. Keine Entlastung ohne Einschränkung der Raketen- und Drohnenprogramme. Keine Milliarden, solange Teheran die Hisbollah schützt und Israel bedroht.

Trump steht damit vor einer Entscheidung, die weit über ein Abkommen hinausgeht. Entweder er nutzt wirtschaftlichen Druck, um Irans gefährlichsten Machtapparat weiter zu schwächen. Oder er läuft Gefahr, den Revolutionsgarden neue Mittel zu verschaffen, während diese zugleich mit Krieg, HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen und Stellvertretern drohen.

Der Kern ist einfach: Wer mit Iran verhandelt, verhandelt nicht nur mit Diplomaten. Er verhandelt mit den Revolutionsgarden. Und genau deshalb wäre jede Milliardenfreigabe ohne harte Bedingungen ein Fehler mit Folgen für Israel, die USA und die gesamte Region.




Autor: Redaktion
Dienstag, 02 Juni 2026

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