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Ein Iran-Abkommen darf kein Preis für Erpressung werden

Ein Iran-Abkommen darf kein Preis für Erpressung werden


Pakistan spricht von einem fertigen Text für ein US-Iran-Abkommen. Doch für Israel zählt nicht die Zeremonie, sondern die Frage, ob Teheran wirklich gestoppt wird.

Ein Iran-Abkommen darf kein Preis für Erpressung werden
Bildnachweis: MC2 Indra Beaufort / Quelle

Der Satz klingt groß, vielleicht sogar historisch: „Der Frieden war nie näher als jetzt.“ Mit diesen Worten hat Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran befeuert. Nach seinen Angaben liegt ein finaler Text vor, Islamabad arbeite nun mit beiden Seiten an den nächsten Schritten. Fast zeitgleich erklärte Irans Außenminister Abbas Araghchi, das sogenannte Islamabad Memorandum of Understanding sei näher denn je, warnte aber vor Spekulationen über den Inhalt. Genau diese Wortwahl zeigt bereits, wie fragil diese angebliche Annäherung ist: Die einen sprechen von einem fertigen Text, die anderen von einer bevorstehenden Finalisierung. Frieden klingt anders, Verhandlungstaktik klingt genau so.

Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist diese Entwicklung keine diplomatische Randnotiz, sondern eine sicherheitspolitische Grundsatzfrage. Seit Beginn des Iran-Krieges 2026 hat sich die Lage im Nahen Osten nicht in einem luftleeren Raum entwickelt. Die offenen amerikanisch-israelischen Schläge gegen iranische Militärstrukturen, die brüchige Feuerpause, die Kämpfe an Stellvertreterfronten, die Bedrohung der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen und die fortgesetzte Rolle von HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen und weiteren iranisch gestützten Kräften bilden den Hintergrund jeder neuen Verhandlungsformel. Wer jetzt nur von Entspannung spricht, verschweigt, dass der Druck auf Teheran überhaupt erst durch militärische und wirtschaftliche Härte entstanden ist.

Genau deshalb wäre ein schlechtes Abkommen gefährlicher als kein Abkommen. Ein Papier, das Iran wirtschaftlich entlastet, ohne sein Atomprogramm, seine Raketen, seine Drohnenstrukturen und seine Terrornetzwerke überprüfbar zu begrenzen, wäre kein Friedensplan. Es wäre eine Atempause für ein Regime, das seit Jahren nicht durch Vertrauensbildung auffällt, sondern durch Täuschung, Drohung und StellvertreterkriegStellvertreterkrieg: Irans indirekter Krieg gegen IsraelEin Stellvertreterkrieg ist ein Konflikt, in dem ein Staat oder Akteur andere bewaffnete Gruppen unterstützt, um eigene Ziele zu verfolgen, ohne selbst vollständig offen Krieg zu führen. Im Nahen Osten nutzt Iran dieses Modell besonders gegen Israel.Mehr lesen. Wenn iranische Staatsmedien von eingefrorenen Milliarden, Sanktionserleichterungen oder einer Wiederöffnung der Straße von Hormus sprechen, muss Washington sehr genau erklären, was davon tatsächlich vereinbart ist und was nur iranische Öffentlichkeitsarbeit ist. US-Vizepräsident JD Vance widersprach Berichten, wonach Iran allein für eine Unterschrift Geld oder freigegebene Mittel erhalten solle. Er betonte, mögliche wirtschaftliche Vorteile müssten an iranische Verpflichtungen gebunden sein. Diese Klarstellung ist notwendig, aber sie reicht nicht aus.

Denn das Kernproblem bleibt: Iran darf nicht dafür belohnt werden, dass es zuvor die Region in Geiselhaft genommen hat. Die Straße von Hormus ist keine iranische Verhandlungsmasse, sondern eine der wichtigsten Lebensadern der Weltwirtschaft. Wer ihren freien Verkehr bedroht, bedroht nicht nur Israel oder die Vereinigten Staaten, sondern Energieversorgung, Handel und Stabilität weit über den Nahen Osten hinaus. Wenn Teheran diese Drohung nun gegen Geld, Lockerungen oder politische Anerkennung eintauschen kann, entsteht ein verhängnisvolles Signal: Erst blockieren, dann kassieren.

Israelischer Verteidigungsminister Israel Katz machte deshalb deutlich, worauf JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen pocht: US-Präsident Donald Trump müsse verhindern, dass Iran jemals an Atomwaffen gelangt. Zugleich müsse es um Raketen und Terrorstellvertreter gehen. Diese Forderung ist kein israelischer Sonderwunsch, sondern die Mindestbedingung für jede belastbare Ordnung in der Region. Ein Iran, der keine Atomwaffe besitzt, aber weiter Präzisionsraketen, Drohnen, Milizen und Terrororganisationen aufbaut, bleibt eine strategische Bedrohung. Ein Iran, dessen Atomprogramm vertagt, dessen Raketenprogramm ausgeklammert und dessen Stellvertreter geschont werden, wäre nicht befriedet, sondern lediglich neu finanziert.

Besonders heikel ist die Frage, ob Israel faktisch an den Rand der Verhandlungen gedrängt wird, obwohl es die Folgen eines schwachen Abkommens zuerst tragen müsste. Teherans Stellvertreter stehen nicht an amerikanischen Grenzen, sondern vor israelischen Städten, an Israels Nordgrenze, in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, in Syrien, im Jemen und entlang der Seewege. Israel hat aus dem 7. Oktober gelernt, dass Sicherheitszonen, Frühwarnungen und militärische Handlungsfreiheit keine theoretischen Fragen sind. Wer Israel nun zu Rückzügen drängen will, während Iran seine Strukturen nur teilweise oder gar nicht abbaut, verlangt von Jerusalem ein Vertrauen, das durch die Realität der letzten Jahre zerstört wurde.

Natürlich kann Diplomatie sinnvoll sein. Ein überprüfbares Abkommen, das Iran dauerhaft vom Weg zur Atomwaffe abschneidet, seine Raketenfähigkeit einschränkt, die Finanzierung seiner Terrornetzwerke trifft, Inspektionen erzwingt und Verstöße automatisch sanktioniert, wäre ein politischer Erfolg. Doch genau daran muss es gemessen werden. Nicht an feierlichen Bildern, nicht an Tweets, nicht an Formulierungen über „Frieden“, sondern an harten, nachprüfbaren Ergebnissen. Frieden ist kein Wort, das man in Islamabad unterschreibt. Frieden ist ein Zustand, in dem Teheran nicht länger die Mittel hat, die Region durch Erpressung, Terror und atomare Drohung zu beherrschen.

Die westliche Öffentlichkeit wird in den kommenden Tagen vermutlich mit optimistischen Schlagzeilen überzogen werden. Märkte reagieren bereits auf jedes Signal aus Teheran und Washington, Ölpreise bewegen sich, Diplomaten sprechen von Durchbruch, Vermittler loben sich selbst. Doch Israel kann sich diese Leichtgläubigkeit nicht leisten. Für Jerusalem zählt nicht, ob Pakistan einen diplomatischen Erfolg verkünden kann. Für Israel zählt, ob iranische Zentrifugen stillstehen, Raketenprogramme begrenzt werden, Hisbollah und andere Terrorarme abgeschnitten werden und jede Sanktionserleichterung an überprüfbare Schritte gebunden bleibt.

Ein Abkommen, das Iran stoppt, wäre willkommen. Ein Abkommen, das Iran belohnt, wäre gefährlich. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten liegt der Unterschied zwischen echter Sicherheit und der nächsten Runde eines Krieges, der dann mit frischem Geld, neuer Zeit und größerer Bedrohung weitergeführt würde.




Autor: Redaktion
Freitag, 12 Juni 2026

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