Noch 3 Tage
haOlam.de kann so nicht im bisherigen Umfang weiterlaufen
Einige Leserinnen und Leser haben bereits geholfen. Das war wichtig, reicht aber nicht, um Redaktion, Technik und laufende Arbeiten im Sommer abzusichern. Wenn Ihnen haOlam.de wichtig ist, helfen Sie bitte jetzt mit einem konkreten Beitrag.
In den nächsten 3 Tagen muss etwas passieren. Ohne weitere Hilfe müssen wir den Umfang reduzieren. 50 Euro helfen besonders.
Trump greift Irans Hormus-Stellungen an und hält zugleich die Tür zu Verhandlungen offen

Trump greift Irans Hormus-Stellungen an und hält zugleich die Tür zu Verhandlungen offen


Die USA beschränken ihre Angriffe bislang auf iranische Waffen und Anlagen rund um die Straße von Hormus. Während eine Seeblockade beginnt, lässt Washington Teheran weiter ausrichten, dass eine politische Einigung noch möglich ist.

Trump greift Irans Hormus-Stellungen an und hält zugleich die Tür zu Verhandlungen offen
Bildnachweis: The White House / Quelle

Die Vereinigten Staaten erhöhen den militärischen Druck auf das iranische Regime, vermeiden bislang jedoch bewusst Angriffe, die den Konflikt tief in den Iran hineintragen oder die politische Führung in Teheran unmittelbar bedrohen würden. Nach einem Bericht der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post konzentrieren sich die amerikanischen Schläge auf iranische Waffenstellungen, Küstenverteidigung und militärische Fähigkeiten, mit denen Handelsschiffe in der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen angegriffen werden können.

Iranische Staatsmedien berichteten am Dienstagabend, ein amerikanisches Geschoss sei in der Nähe einer Anlage zur Wasser- und Stromversorgung auf der iranischen Insel Kisch explodiert. Ob die Anlage selbst getroffen oder beschädigt wurde, blieb zunächst offen. Auf der Insel Qeschm seien weitere Explosionen zu hören gewesen, meldete die den RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen nahestehende Nachrichtenagentur Fars. Die Ursache dieser Explosionen war zum Zeitpunkt des Berichts nicht bekannt.

Beide Inseln liegen im Persischen Golf und besitzen aufgrund ihrer Nähe zur Straße von Hormus eine erhebliche strategische Bedeutung. Besonders Qeschm befindet sich unmittelbar an jener Meerenge, die das iranische Regime erneut als Druckmittel gegen die internationale Schifffahrt einsetzt. Von dort und aus anderen Küstenregionen kann der Iran Raketen, Drohnen und kleinere bewaffnete Boote gegen Schiffe einsetzen.

Während aus dem Iran neue Explosionen gemeldet wurden, weitete sich die Bedrohung erneut auf benachbarte Golfstaaten aus. Die kuwaitischen Streitkräfte erklärten, sie bekämpften feindliche Ziele im eigenen Luftraum. Dabei handele es sich um Raketen und Drohnen. Wenig später teilte das Innenministerium von Bahrain mit, im Land seien erneut Raketenwarnsirenen ausgelöst worden.

Die Meldungen zeigen, dass der Konflikt längst nicht mehr allein zwischen Washington und Teheran ausgetragen wird. Der Iran nimmt mit seinen Angriffen in Kauf, dass Kuwait, Bahrain, Jordanien und weitere Staaten in die Auseinandersetzung hineingezogen werden. Besonders gefährlich ist, dass in mehreren dieser Länder amerikanische Streitkräfte stationiert sind. Ein fehlgeleiteter oder erfolgreicher iranischer Angriff kann daher jederzeit eine noch umfangreichere amerikanische Reaktion auslösen.

Washington setzt auf begrenzte militärische Schläge

Eine mit der amerikanischen Operation vertraute Quelle erklärte gegenüber der Jerusalem Post, die Vereinigten Staaten griffen derzeit gezielt Bedrohungen entlang der Straße von Hormus und im Persischen Golf an. Im Mittelpunkt stünden Waffensysteme, die Schiffe angreifen könnten.

Die amerikanischen Streitkräfte operierten auch am Rand des Hormusgebietes, gingen aber nur in Ausnahmefällen darüber hinaus. Große iranische Kommandozentralen, bedeutende Teile der Infrastruktur und hochrangige Vertreter des Regimes würden bislang bewusst nicht angegriffen.

Diese Auswahl der Ziele lässt eine klare Strategie erkennen. Washington will Teheran die militärischen Mittel nehmen, mit denen es die internationale Schifffahrt bedroht, ohne dem Regime gleichzeitig zu vermitteln, dass die Vereinigten Staaten bereits einen uneingeschränkten Krieg oder den Sturz der iranischen Führung anstreben.

Der Druck ist dennoch erheblich. Für Dienstag, 23 Uhr israelischer Zeit, war der Beginn einer amerikanischen Seeblockade gegen den Iran vorgesehen. Ein amerikanischer Regierungsvertreter beschrieb die Anordnung gegenüber der Jerusalem Post unmissverständlich: „Kein Schiff wird auslaufen und kein Schiff wird einlaufen.“

Damit soll der Iran wirtschaftlich und militärisch von seinen Seewegen abgeschnitten werden. Die Maßnahme richtet sich gegen iranische Häfen und Transporte, nicht gegen die freie Durchfahrt unbeteiligter Schiffe durch die Straße von Hormus. Sie ist die amerikanische Antwort auf die wiederholten iranischen Angriffe gegen Handelsschiffe und auf den Versuch Teherans, die Meerenge faktisch unter seine Kontrolle zu bringen.

Das Regime hatte das im Juni vereinbarte Memorandum mit den Vereinigten Staaten bereits kurz nach seinem Abschluss ausgehöhlt. Die Vereinbarung sollte die Kämpfe beenden, die Schifffahrt stabilisieren und neue Verhandlungen ermöglichen. Stattdessen griff der Iran erneut Schiffe an, bedrohte Nachbarstaaten und versuchte, die Straße von Hormus als politisches und wirtschaftliches Erpressungsmittel einzusetzen.

Die nun begonnenen amerikanischen Schläge sind deshalb nicht aus dem Nichts entstanden. Sie folgen auf eine Reihe iranischer Angriffe, bei denen Handelsschiffe beschädigt, Besatzungsmitglieder verletzt und mindestens ein Seemann getötet wurde. Teheran hat damit selbst die Lage geschaffen, auf die Washington nun militärisch reagiert.

Trump lässt Teheran weiter Gesprächsangebote übermitteln

Trotz der schärferen amerikanischen Rhetorik und der bevorstehenden Blockade hält Präsident Donald Trump an der Möglichkeit neuer Verhandlungen fest. Eine diplomatische Quelle sagte der Jerusalem Post, die US-Regierung übermittle Teheran weiterhin Botschaften, wonach Gespräche noch immer möglich seien.

Trump erklärte am Dienstag, er habe dem Iran die Gelegenheit zu einer Einigung gegeben. Die iranische Seite habe zuerst geschossen und damit einen schweren Fehler begangen. Zugleich vermied er eine Aussage, nach der der diplomatische Weg endgültig beendet sei.

Nach Einschätzung der diplomatischen Quelle überschreiten die amerikanischen Angriffe bislang bewusst eine bestimmte Grenze nicht. Gleichzeitig signalisiere Washington, dass es weiterhin etwas zu besprechen gebe.

Diese Doppelstrategie ist kein Widerspruch. Trump versucht, das iranische Regime vor eine klare Wahl zu stellen. Teheran kann seine Angriffe auf die Schifffahrt fortsetzen und erleben, wie seine militärischen Fähigkeiten an der Küste systematisch zerstört werden. Oder es kann an den Verhandlungstisch zurückkehren und einer Vereinbarung zustimmen, die mehr ist als eine kurze Pause zur Vorbereitung der nächsten Angriffe.

Die Erfahrung mit dem Memorandum vom Juni zeigt allerdings, wie gering der Wert einer Vereinbarung ist, wenn das iranische Regime keine dauerhaften Folgen für einen Bruch fürchten muss. Teheran nutzte die damalige Verständigung nicht zur Befriedung der Region. Es hielt wesentliche Fragen offen, darunter sein Raketenprogramm, seine Unterstützung für Terrororganisationen und die Kontrolle der internationalen Schifffahrt.

Aus israelischer Sicht kommt es deshalb nicht allein darauf an, ob Washington und Teheran wieder miteinander sprechen. Entscheidend ist, worüber sie verhandeln und welche überprüfbaren Verpflichtungen der Iran übernehmen muss. Eine weitere Vereinbarung, die nur die unmittelbaren Kämpfe unterbricht, während das Regime seine Raketen, Drohnen und Terrornetzwerke behält, würde die Gefahr lediglich verschieben.

Die begrenzte Auswahl der amerikanischen Ziele zeigt, dass Trump dem Iran weiterhin einen politischen Ausweg anbietet. Sie zeigt aber auch, dass dieser Ausweg nicht mehr kostenlos sein soll. Solange Teheran Handelsschiffe angreift und die Golfstaaten mit Raketen und Drohnen bedroht, verliert es militärische Fähigkeiten und wirtschaftliche Bewegungsfreiheit.

Der Iran kann die Angriffe beenden. Er kann die Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt offenhalten und aufhören, seine Nachbarn zu bedrohen. Entscheidet sich das Regime dagegen, ist die amerikanische Antwort kein Angriff auf friedliches Verhalten, sondern die Folge einer Strategie, mit der Teheran den Welthandel und die Sicherheit einer ganzen Region als Geisel nehmen will.




Autor: Redaktion
Mittwoch, 15 Juli 2026

haOlam unterstützen

haOlam ist auf die Unterstützung seiner Leserinnen und Leser angewiesen. Jeder Beitrag hilft, unabhängige Berichterstattung weiterzuführen.

Sie benötigen nicht zwingend ein PayPal-Konto. Im nächsten Schritt kann je nach PayPal-Anzeige auch eine Zahlung per Karte angeboten werden.

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen, nutzen aber kein PayPal? Schreiben Sie uns kurz, wir melden uns mit den passenden Möglichkeiten.

empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage