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Iran trägt seinen Krieg in drei Nachbarstaaten

Iran trägt seinen Krieg in drei Nachbarstaaten


Teheran behauptet, amerikanische Militäranlagen in Kuwait, Jordanien und Bahrain getroffen zu haben. Bestätigt sind iranische Angriffe, verletzte Soldaten und Schäden an lebenswichtiger ziviler Infrastruktur. Die angeblichen Volltreffer auf US-Stützpunkte bleiben dagegen unbelegt.

Iran trägt seinen Krieg in drei Nachbarstaaten
Bildnachweis: Symbolbild / KI

19s nachgedachtIran trägt seinen Krieg in drei Nachbarstaaten

Teheran behauptet, amerikanische Militäranlagen in Kuwait, Jordanien und Bahrain getroffen zu haben. Bestätigt sind iranische Angriffe, verletzte Soldaten und Schäden an lebenswichtiger ziviler Infrastruktur. Die angeblichen Volltreffer auf US-Stützpunkte bleiben dagegen unbelegt.

Iran versucht, den Krieg mit den Vereinigten Staaten über seine Grenzen hinauszutragen. In der Nacht zum Samstag griffen iranische Streitkräfte Ziele in Kuwait, Jordanien und Bahrain mit ballistischen Raketen und Drohnen an. Das Regime in Teheran erklärte anschließend, amerikanische Militäranlagen, Munitionslager, Flugzeughallen, Treibstoffbehälter und Kommunikationssysteme getroffen zu haben.

Für diese Erfolgsmeldungen gibt es bislang jedoch keine unabhängige Bestätigung. Weder die Vereinigten Staaten noch die betroffenen Staaten haben schwere Schäden an amerikanischen Militärstützpunkten bestätigt. Belegt ist dagegen, dass Iran erneut den Luftraum mehrerer arabischer Staaten verletzt und dabei auch zivile Einrichtungen in Kuwait beschädigt hat.

Damit richtet sich die Gewalt des iranischen Regimes längst nicht mehr allein gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen oder amerikanische Streitkräfte. Sie trifft Staaten, die Teheran nicht angegriffen haben, deren vermeintliches Vergehen aber darin besteht, mit Washington zusammenzuarbeiten und amerikanische Soldaten auf ihrem Gebiet zu dulden.

Zehn iranische Raketen über Jordanien abgefangen

Die jordanischen Streitkräfte teilten am Samstagmorgen mit, zehn iranische Raketen abgefangen zu haben, die in den Luftraum des Königreichs eingedrungen waren. Verletzte oder Sachschäden wurden zunächst nicht gemeldet. Nach Angaben der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra erfolgten die Abschüsse zum Schutz der Bevölkerung und der staatlichen Souveränität.

Iranische Staatsmedien stellten den Angriff anders dar. Sie behaupteten, amerikanische Einrichtungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti bei Al-Asrak seien getroffen worden. Auf dem Stützpunkt befinden sich auch amerikanische Soldaten. Jordanien bestätigte jedoch weder einen Einschlag auf dem Gelände noch Schäden an militärischen Anlagen.

Die jüngste Angriffswelle ist kein einzelner Zwischenfall. Bereits am Montag und Dienstag hatte Jordanien jeweils vier iranische Raketen abgefangen. Am Mittwoch waren es drei, am Donnerstag acht und am Freitag erneut drei. Binnen sechs Tagen meldete das Königreich damit die Abwehr von insgesamt 32 iranischen Raketen.

Diese Zahlen zeigen, wie gezielt das Regime in Teheran versucht, Jordanien in den Krieg hineinzuziehen. Amman hat wiederholt klargestellt, dass es seinen Luftraum weder Iran noch einer anderen Kriegspartei für Angriffe zur Verfügung stellen werde. Dennoch behandelt Teheran die jordanische Souveränität wie eine lästige Formalität.

Auch Israel kennt dieses Vorgehen. Das iranische Regime hat über Jahre Terrororganisationen bewaffnet, fremde Gebiete als Aufmarschraum benutzt und anschließend jede Reaktion als angeblich grundlosen Angriff dargestellt. Nun bekommen arabische Nachbarstaaten unmittelbar zu spüren, was es bedeutet, wenn Teheran anderen Ländern das Recht abspricht, ihre eigenen Sicherheitsentscheidungen zu treffen.

In Kuwait feuerte Iran nach Angaben des dortigen Verteidigungsministeriums mehrere ballistische Raketen und Drohnen ab. Die kuwaitische Luftabwehr fing einen Teil der Geschosse ab. Mehrere Soldaten wurden durch herabfallende Trümmer verletzt. Zivile Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

Allerdings traf die Angriffswelle nicht nur militärische Bereiche. Beschädigt wurden nach kuwaitischen Angaben auch ein Kraftwerk, eine Anlage zur Meerwasserentsalzung und weitere zivile Einrichtungen. An mehreren Orten brachen Brände aus. Gerade der Angriff auf eine Entsalzungsanlage ist von besonderer Tragweite: Kuwait ist wegen seines trockenen Klimas in hohem Maße auf technisch gewonnenes Trinkwasser angewiesen. Wer solche Anlagen angreift, bedroht nicht nur Soldaten oder politische Entscheidungsträger, sondern die Versorgung einer ganzen Bevölkerung.

Die iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen behaupteten, amerikanische Einrichtungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem sowie ein Drohnenlager getroffen zu haben. Iranische Staatsmedien nannten außerdem Munitionsdepots und Kommunikationsanlagen als Ziele. Auch hier fehlen bislang belastbare Belege für die behaupteten militärischen Erfolge.

Teherans PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen folgt einem erkennbaren Muster: Jeder abgefeuerte Flugkörper wird zum Volltreffer erklärt, jede abgewehrte Rakete verschwindet aus der Erzählung. Die nachweisbaren Schäden an ziviler Infrastruktur werden dagegen als notwendige Vergeltung ausgegeben oder gar nicht erwähnt.

Drohungen gegen alle Staaten mit amerikanischen Soldaten

In Bahrain will Iran den Luftwaffenstützpunkt Sheikh Isa angegriffen haben. Nach Darstellung des iranischen Staatsfernsehens galten die Angriffe amerikanischen Flugzeughallen, abgestellten Maschinen, Treibstoffbehältern und Kommunikationsanlagen. Eine Bestätigung dieser behaupteten Treffer liegt bislang ebenfalls nicht vor. Die bahrainischen Streitkräfte berichteten über Abwehrmaßnahmen gegen iranische Flugkörper.

Der sicherheitspolitische Berater des iranischen Obersten Führers, Mohsen Rezai, drohte zugleich mit einer Ausweitung der Kämpfe. Sollten die amerikanischen Angriffe auf Iran noch mehrere Tage andauern, werde Teheran zu „umfassenden offensiven Operationen“ übergehen. Falls die Vereinigten Staaten versuchten, iranisches Gebiet zu besetzen, werde Iran keinen Verteidigungskrieg mehr führen, sondern offensiv handeln.

Diese Wortwahl soll Stärke vermitteln, verrät aber zugleich die Lage des Regimes. Teheran kann die amerikanischen Angriffe auf seine militärischen Fähigkeiten offenbar nicht verhindern. Deshalb erhöht es den Druck auf kleinere Staaten der Region und versucht, die politischen Kosten für Washington zu steigern. Kuwait, Jordanien und Bahrain sollen dafür bezahlen, dass sie sicherheitspolitisch mit den Vereinigten Staaten verbunden sind.

Das Regime erklärt damit praktisch jedes Land mit amerikanischer Militärpräsenz zum möglichen Angriffsziel. Diese Logik ist gefährlich, weil sie zwischen einer amerikanischen Militäroperation und der Zivilbevölkerung eines Gastgeberstaates kaum noch unterscheidet. Wenn Raketen Kraftwerke und Entsalzungsanlagen treffen, lässt sich der Krieg nicht als begrenzte Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten darstellen.

Für Israel ist diese Entwicklung eine bittere Bestätigung langjähriger Warnungen. Die Bedrohung durch das iranische Regime war nie ein ausschließlich israelisches Problem. Teherans Raketen, Drohnen und Stellvertreter bedrohen jede Regierung in der Region, die sich seinem Machtanspruch widersetzt. Lange konnten manche Staaten hoffen, durch Zurückhaltung oder diplomatische Vorsicht verschont zu bleiben. Diese Hoffnung wird nun Nacht für Nacht widerlegt.

Ebenso wichtig bleibt die Unterscheidung zwischen gesicherten Tatsachen und iranischen Behauptungen. Dass Iran mehrere Staaten angegriffen hat, steht fest. Dass Jordanien zehn Raketen abfing, wurde offiziell bestätigt. Auch Verletzte und Schäden in Kuwait sind belegt. Ob Teheran tatsächlich amerikanische Munitionslager, Flugzeughallen oder Kommunikationszentren zerstörte, ist dagegen offen. Bis zur Vorlage überprüfbarer Beweise sind diese Angaben als das zu behandeln, was sie sind: Erfolgsmeldungen eines Regimes, das den militärischen Schaden seiner Gegner regelmäßig größer und die Folgen seiner eigenen Angriffe kleiner darstellt, als sie tatsächlich sind.




Autor: Redaktion
Samstag, 18 Juli 2026

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