Teheran sucht Atempause, Trump fordert den PreisTeheran sucht Atempause, Trump fordert den Preis
Nach zehn Nächten amerikanischer Angriffe drängt Iran offenbar auf eine kurze Feuerpause. Washington verlangt jedoch zuerst freie Fahrt durch die Straße von Hormus und will die getöteten US-Soldaten nicht ungesühnt lassen.

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Zehn Tage ohne amerikanische Bomben, zehn Tage ohne iranische Raketen und Drohnen, zehn Tage für neue Verhandlungen über die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen: Genau diese Atempause versucht Teheran nach Informationen der „JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post“ über mehrere Vermittler zu erreichen. Der Vorstoß zeigt, wie sehr das iranische Regime inzwischen unter militärischem Druck steht. Er beweist jedoch noch nicht, dass die Führung zu verlässlichen Zugeständnissen bereit ist.
Nach dem vorliegenden Bericht ging die Initiative von Iran selbst aus. Katar, Ägypten, Oman und Pakistan sollen den Vorschlag anschließend an Washington weitergeleitet und um zusätzliche Bausteine ergänzt haben. Andere aktuelle Berichte beschreiben den Ursprung vorsichtiger und sprechen von einem Vorschlag regionaler Vermittler, der beiden Seiten unterbreitet worden sei. Wer den ersten Entwurf tatsächlich formulierte, ist damit öffentlich nicht zweifelsfrei geklärt. Übereinstimmend berichtet wird jedoch über eine geplante Feuerpause von zehn Tagen und über die zentrale Rolle der Straße von Hormus.
Die kurze Waffenruhe soll Zeit schaffen, um eine neue Regelung für den Schiffsverkehr durch die Meerenge auszuhandeln. Eine Idee sieht einen mittleren Korridor zwischen den von Oman und Iran kontrollierten Gewässern vor. Handelsschiffe könnten diesen Bereich nutzen, ohne sich vollständig unter iranische Kontrolle begeben zu müssen. Noch handelt es sich lediglich um einen Verhandlungsvorschlag. Weder Washington noch Teheran haben ihn angenommen.
Washington will keine Pause ohne Gegenleistung
Die Vereinigten Staaten verlangen nach Angaben der „Jerusalem Post“ mehr als zehn Tage. Vor Beginn einer Feuerpause soll Iran zumindest teilweise zusichern, dass Handelsschiffe die Straße von Hormus wieder sicher passieren können. Erst danach wäre Washington bereit, während einer Unterbrechung der Angriffe über die verbleibenden Einzelheiten zu verhandeln.
Das ist mehr als diplomatische Härte. Die amerikanische Regierung will verhindern, dass Iran zunächst Ruhe erhält, beschädigte militärische Anlagen instand setzt und anschließend erneut über die wichtigste Schifffahrtsstraße der Golfregion verfügt. Eine bedingungslose Feuerpause würde Teheran entlasten, ohne das eigentliche Problem zu lösen.
Zehn aufeinanderfolgende Nächte amerikanischer Angriffe haben Iran schwer getroffen, konnten dessen Zugriff auf die Straße von Hormus bislang aber nicht vollständig brechen. Zugleich setzt Teheran seine Angriffe auf amerikanische Kräfte, verbündete Golfstaaten und Handelsschiffe fort. Beide Seiten versuchen deshalb erkennbar, ihre Ausgangslage vor möglichen Verhandlungen noch zu verbessern.
Die Straße von Hormus war bereits ein Kernpunkt der im Juni geschlossenen Vereinbarung. Das Weiße Haus stellte das damalige Abkommen als Erfolg dar, der die Meerenge wieder öffnen, Iran zu nuklearen Zugeständnissen verpflichten und eine längere Verhandlungsphase ermöglichen sollte. Wenige Wochen später erklärten beide Seiten die Waffenruhe faktisch für beendet. Trump schrieb am 10. Juli, Gespräche könnten zwar fortgesetzt werden, die Feuerpause sei jedoch vorbei.
Aus Washingtoner Sicht hat das iranische Regime nicht nur Vereinbarungen verletzt. Bei iranischen Raketen- und Drohnenangriffen wurden amerikanische Soldaten getötet. Ein US-Regierungsvertreter sagte der „Jerusalem Post“, Präsident Donald Trump wolle dafür sorgen, dass Iran einen Preis zahle. Die amerikanischen Angriffe würden fortgesetzt, bis Trump selbst eine andere Entscheidung treffe.
Diese Haltung erklärt, weshalb Teile der amerikanischen Regierung den iranischen Vorschlag als widersinnig ansehen. Teheran verlangt eine Unterbrechung der Angriffe, während die Folgen seiner eigenen Taten noch nicht beantwortet sind und die freie Schifffahrt weiterhin nicht zuverlässig gewährleistet ist.
Iran versucht damit, die Reihenfolge zu bestimmen: erst Ruhe für das Regime, danach Gespräche über jene Verpflichtungen, die es bereits zuvor übernommen hatte. Washington verlangt die umgekehrte Reihenfolge: erst ein überprüfbarer Schritt an der Straße von Hormus, danach eine Feuerpause.
Trumps Bereitschaft zu weiteren Gesprächen sollte deshalb nicht mit Nachgiebigkeit verwechselt werden. Der Präsident hat seine Entscheidungen in der Vergangenheit mehrfach kurzfristig geändert und Waffenruhen verlängert, obwohl er zuvor das Gegenteil angekündigt hatte. Ebenso hat er nach neuen iranischen Angriffen wieder militärische Schläge angeordnet. Seine Linie besteht gerade darin, Verhandlungen und Gewaltandrohung gleichzeitig aufrechtzuerhalten.
Israel will nicht hineingezogen werden, bleibt aber bereit
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist eine amerikanisch-iranische Verständigung nur dann hilfreich, wenn sie die Gefahr tatsächlich vermindert. Eine Vereinbarung, die Iran erneut Zeit verschafft, ohne seine Raketenmacht, seine Unterstützung für Terrororganisationen und seine Kontrolle über die Straße von Hormus einzuschränken, würde die Bedrohung lediglich vertagen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berief am Montagabend eine mehr als fünfstündige Sicherheitsberatung ein. Nach dem von der „Jerusalem Post“ wiedergegebenen Ergebnis erklärte Finanzminister Bezalel Smotrich, Israel habe kein Interesse daran, in den Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten einzutreten. Die Beibehaltung der gegenwärtigen Lage sei für Israel die beste Möglichkeit.
Diese Aussage bedeutet keinen Vertrauensvorschuss für Teheran. Israel hält sich heraus, solange Iran das Land nicht direkt angreift und die Vereinigten Staaten keine israelische Beteiligung verlangen. Zugleich bleiben Luftwaffe, Luftverteidigung und Nachrichtendienste in Bereitschaft. Der iranische Beschuss der jordanischen Hafenstadt Aqaba hat bereits gezeigt, wie schnell die Kämpfe bis unmittelbar an Eilat heranreichen können.
Jerusalem muss außerdem damit rechnen, dass eine neue Feuerpause Bedingungen enthält, die über die Straße von Hormus hinausgehen. Iran hat frühere Verhandlungen genutzt, um auch Druck auf Israel auszuüben, etwa bei den Kämpfen gegen die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon. Eine amerikanisch-iranische Vereinbarung darf Israel deshalb nicht daran hindern, sich gegen iranische StellvertreterAchse des Widerstands: Irans Terrornetzwerk gegen Israel„Achse des Widerstands“ ist die Eigenbezeichnung eines von Iran unterstützten Netzwerks aus Terrororganisationen und Milizen. Dazu zählen unter anderem Hisbollah, Hamas, Islamischer Dschihad, Huthi und proiranische Milizen im Irak und in Syrien. Das Netzwerk bedroht Israel mit Raketen, Drohnen, Terroranschlägen und Stellvertreterkrieg.Mehr lesen oder konkrete Angriffsvorbereitungen zu verteidigen.
Für Teheran ist der jetzige Vorstoß dennoch ein Eingeständnis. Ein Regime, das noch vor wenigen Tagen mit neuen Angriffen drohte, sucht nun über vier Staaten nach einer Unterbrechung der amerikanischen Schläge. Das ist kein Zeichen eines politischen Sinneswandels. Es ist ein Hinweis darauf, dass der militärische Druck wirkt.
Gerade jetzt wäre es falsch, diesen Druck ohne belastbare Gegenleistung aufzugeben. Eine Feuerpause kann Menschenleben schützen und den Weg zu einer stabileren Vereinbarung öffnen. Sie darf aber nicht zur Belohnung für die Sperrung einer internationalen Wasserstraße, Angriffe auf Nachbarstaaten und den Tod amerikanischer Soldaten werden.
Iran will zehn Tage gewinnen. Trump muss entscheiden, ob diese zehn Tage eine wirkliche Lösung vorbereiten oder dem Regime nur Zeit geben, den nächsten Angriff vorzubereiten.
Autor: Redaktion
Dienstag, 21 Juli 2026