Trump lässt Irans Hormus-Stellungen bombardieren – Teheran greift US-Basen anTrump lässt Irans Hormus-Stellungen bombardieren – Teheran greift US-Basen an
Die USA haben eine neue Angriffswelle gegen die Revolutionsgarden gestartet. Iran antwortete mit Raketen und Drohnen gegen amerikanische Stützpunkte in mehreren Staaten der Region.

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Der militärische Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und dem iranischen Regime hat sich in der Nacht zum Mittwoch deutlich ausgeweitet. US-Streitkräfte griffen zahlreiche Einrichtungen der Islamischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen im Süden Irans und im Umfeld der strategisch entscheidenden Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen an. Wenige Stunden später antwortete Teheran mit ballistischen Raketen und Drohnen gegen amerikanische Militärstandorte und Ziele in mehreren Staaten der Region. N12 berichtete von iranischen Angriffen beziehungsweise Abwehrmaßnahmen in Jordanien, Bahrain und Kuwait.
Das US-Zentralkommando CENTCOM bestätigte, die Angriffswelle sei erfolgreich abgeschlossen worden. Getroffen worden seien iranische Luftverteidigungsstellungen, Radarsysteme, maritime Anlagen, Einrichtungen zum Verlegen von Seeminen und Kommunikationsstandorte der Revolutionsgarden. Nach amerikanischer Darstellung waren die Angriffe eine Reaktion auf vorherige iranische Versuche, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus anzugreifen und US-Soldaten in der Region zu treffen. Mehr als 50.000 amerikanische Soldaten befinden sich derzeit nach Angaben von CENTCOM im Nahen Osten.
Damit geht Washington weit über einen einzelnen Vergeltungsschlag hinaus. Der Schwerpunkt der Angriffe zeigt, was Donald Trump derzeit erreichen will: Iran soll möglichst viele jener Fähigkeiten verlieren, mit denen das Regime die Straße von Hormus bedrohen, Handelsschiffe erfassen und die weltweit wichtigste Energieverbindung im Persischen Golf als politisches Druckmittel einsetzen kann.
Trump erklärte, die Angriffe seien auch eine Reaktion auf den iranischen Versuch gewesen, weitere Seeminen in die Meerenge einzubringen, sowie auf Raketenangriffe gegen amerikanische Kräfte in Jordanien. Sollte Iran erneut zurückschlagen, würden die nächsten amerikanischen Angriffe „auf einem viel härteren und höheren Niveau“ erfolgen, warnte der Präsident.
Iran zieht Jordanien, Bahrain und Kuwait in den Konflikt
Teherans Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die Revolutionsgarden erklärten, amerikanische Militärstandorte mit Raketen und Drohnen anzugreifen.
Besonders massiv war der Angriff auf Jordanien. Die jordanischen Streitkräfte bestätigten, dass 13 ballistische Raketen aus iranischem Gebiet in den jordanischen Luftraum eindrangen. Zehn wurden durch die Luftverteidigung abgefangen und zerstört, drei schlugen in abgelegenen Gebieten fern von Bevölkerungszentren ein. Tote oder Verletzte wurden nicht gemeldet. Iran erklärte, sein Ziel sei ein amerikanischer Militärstützpunkt gewesen. Zwei amerikanische Regierungsvertreter erklärten gegenüber Reuters, unter den US-Soldaten in Jordanien habe es keine Opfer gegeben.
Auch Bahrain meldete iranische Drohnenangriffe auf amerikanische Kräfte. In Kuwait wurden ebenfalls Luftabwehrsysteme aktiviert. Reuters berichtet von iranischen Raketen- und Drohnenangriffen gegen amerikanische Einrichtungen in Jordanien, Bahrain und weiteren Teilen der Region; bislang gibt es keine bestätigten amerikanischen Verluste.
Damit führt das Regime seinen Konflikt mit Washington erneut über die Grenzen Irans hinaus. Jordanien, Bahrain und Kuwait sind keine Kriegsparteien, nur weil sie amerikanische Kräfte beherbergen. Wer ballistische Raketen in deren Luftraum schickt, nimmt bewusst in Kauf, weitere Staaten in die militärische Auseinandersetzung hineinzuziehen.
Gerade Jordanien hat diese Erfahrung inzwischen wiederholt gemacht. Die iranische Führung präsentiert solche Angriffe als Aktionen gegen die Vereinigten Staaten. Für die Bevölkerung vor Ort macht diese sprachliche Konstruktion kaum einen Unterschied, wenn iranische Raketen über ihren Städten abgefangen werden müssen.
Auch die Straße von Hormus bleibt Zentrum der Auseinandersetzung. Dort versucht Iran seit Monaten, wirtschaftlichen Druck in militärische Macht umzusetzen. Tanker wurden angegriffen, die Durchfahrt wurde massiv eingeschränkt und Teheran drohte immer wieder damit, den Ölverkehr weiter zu behindern. Noch immer führt durch diese relativ schmale Meerenge ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung.
Die Folgen des erneuten Schlagabtauschs waren deshalb sofort an den Märkten zu sehen. Brent-Rohöl stieg am Mittwoch auf mehr als 95 Dollar je Barrel. Händler reagieren damit auf die Gefahr, dass Iran weitere Angriffe auf Schiffe oder Infrastruktur im Persischen Golf versucht.
Trump setzt nicht mehr auf einen schnellen Deal
Politisch ist die neue Angriffswelle auch deshalb bemerkenswert, weil Trump inzwischen kaum noch erkennen lässt, dass er Iran kurzfristig zurück an den Verhandlungstisch zwingen will.
Nach dem von Katar und OmanStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen vermittelten Rahmen vom Juni hatten beide Seiten versucht, den unmittelbaren militärischen Konflikt einzudämmen. Doch die Vereinbarung ist praktisch zerfallen. Trump bezeichnete sie inzwischen als wertlos und erklärte, die gegenwärtige amerikanische Position sei für ihn günstiger.
In der Nacht legte er nach. Nach dem von N12 wiedergegebenen Beitrag erklärte Trump, er versuche nicht, Iran zu neuen Gesprächen zu zwingen. Die amerikanische Position an der Straße von Hormus sei inzwischen deutlich stärker, während die iranische Wirtschaft zusammenbreche.
Diese Haltung markiert einen entscheidenden Wandel. Washington versucht derzeit nicht, Teheran mit möglichst vielen Zugeständnissen zum Einlenken zu bewegen. Die Vereinigten Staaten versuchen vielmehr, dem Regime die militärischen und wirtschaftlichen Mittel zu nehmen, mit denen es seine Bedingungen erzwingen will.
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Seit Jahren warnt JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen davor, dass Teherans Macht nicht allein in seinem Atomprogramm liegt. Die Revolutionsgarden haben Raketen, Drohnen, maritime Fähigkeiten und ein Netzwerk bewaffneter Verbündeter aufgebaut, mit denen Iran Staaten über die gesamte Region hinweg bedrohen kann.
Die Nacht vom Dienstag auf Mittwoch zeigt dieses System in Aktion: Iran wird militärisch auf eigenem Territorium getroffen und antwortet nicht nur gegen den Angreifer, sondern feuert Raketen und Drohnen über mehrere Grenzen hinweg.
Dabei muss auch festgehalten werden, dass die amerikanischen Angriffe offenbar zivile Opfer gefordert haben. Iranische Stellen meldeten Tote und zahlreiche Verletzte nach einem Treffer auf ein Gebäude, in dem eine Hochzeitsgesellschaft gefeiert habe. Reuters berichtet von mindestens fünf getöteten Zivilisten, darunter einem Kind. Die genauen Umstände des Angriffs werden weiter untersucht.
Das ändert nichts an der strategischen Ausgangslage. Die Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus über Monate als Waffe eingesetzt, Handelsschiffe bedroht und amerikanische Kräfte angegriffen. Nun geht Washington gezielt gegen jene militärische Infrastruktur vor, mit der Teheran diese Bedrohung aufrechterhält.
Die entscheidende Frage der kommenden Tage ist deshalb nicht mehr, ob Iran antwortet. Das hat das Regime bereits getan.
Entscheidend wird sein, ob Trump seine Drohung wahrmacht und auf die iranische Gegenoffensive mit einer noch größeren Angriffswelle reagiert. Sollte das geschehen, könnte aus dem bisherigen begrenzten Schlagabtausch eine neue Phase des Krieges werden.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 02 September 2026