Iran zielt immer präziser auf US Kriegsschiffe: Washington vermutet Hilfe aus Russland oder ChinaIran zielt immer präziser auf US Kriegsschiffe: Washington vermutet Hilfe aus Russland oder China
Teheran schießt wiederholt ballistische Raketen auf amerikanische Kriegsschiffe und kommt seinen Zielen offenbar näher als zuvor. US Stellen prüfen, ob Russland oder China bei der Ortung helfen. Gleichzeitig traf ein iranischer Angriff mehrere US Kampfflugzeuge in Jordanien.

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Iran erhöht das militärische Risiko im Persischen Golf erheblich. Mindestens dreimal innerhalb einer Woche haben die RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen nach amerikanischen Angaben ballistische Raketen auf Schiffe der US NavyStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen abgefeuert. Zu den Zielen gehörten ein amerikanischer Flugzeugträger, ein Lenkwaffenzerstörer und ein weiteres Kriegsschiff. Keines der Schiffe wurde nach Angaben des US Zentralkommandos getroffen. Doch amerikanische Regierungsvertreter beschreiben die jüngsten Angriffe als wesentlich gefährlicher als frühere Versuche.
Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen von ungewöhnlich knappen Situationen. Iran habe bei den Angriffen manövrierfähige Gefechtsköpfe eingesetzt. Washington prüfe inzwischen, ob Teheran seine Fähigkeit verbessert hat, bewegliche Schiffe auf See zu orten und präzise zu bekämpfen. Besonders brisant ist ein Verdacht amerikanischer Stellen: Russland oder China könnten Iran bei der Zielerfassung unterstützen.
Diese Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen. Nach einer aktuellen Analyse des Institute for the Study of War und des Critical Threats Project haben amerikanische Vertreter bereits früher Hinweise auf russische Unterstützung bei der Ortung amerikanischer militärischer Ziele genannt. Auch chinesische Unternehmen und Netzwerke standen wegen militärischer Unterstützung Irans im Fokus amerikanischer Sanktionen. Die Behauptung, Moskau oder Peking hätten die konkreten jüngsten Angriffe gesteuert, ist allerdings nicht bewiesen.
Genau diese Trennung ist wichtig. Bestätigt sind die iranischen Raketenangriffe. Bestätigt ist auch, dass die US Kriegsschiffe ausweichen konnten. Eine direkte russische oder chinesische Beteiligung an der Zielzuweisung bleibt dagegen bislang ein amerikanischer Verdacht.
Iran testet eine gefährlichere Generation seiner Raketen
Im Zentrum der amerikanischen Aufmerksamkeit stehen unter anderem Qasem Basir und Khalij Fars. Qasem Basir wurde von Iran im Mai 2025 vorgestellt. Nach iranischen Angaben erreicht die Feststoffrakete eine Reichweite von rund 1.200 Kilometern und verfügt über einen manövrierfähigen Wiedereintrittskörper. Eine elektrooptische beziehungsweise infrarotgestützte Endphasenlenkung soll es ermöglichen, das Ziel während des letzten Anflugs zu erkennen und die Flugbahn zu korrigieren.
Ob Qasem Basir tatsächlich bei den jüngsten Angriffen auf die US Navy eingesetzt wurde, ist nicht unabhängig bestätigt. Das iranische Regime hat wiederholt Leistungsdaten seiner Waffen veröffentlicht, die sich von außen nicht überprüfen lassen.
Militärisch entscheidend ist ohnehin ein anderes Problem. Eine Rakete kann selbst mit einem leistungsfähigen Suchkopf kein Kriegsschiff in großer Entfernung treffen, wenn sie vor dem Start keine ausreichend genaue Information über dessen Position erhält. Ein Flugzeugträger oder Zerstörer bewegt sich während der Flugzeit weiter. Die Position muss deshalb möglichst aktuell sein.
Genau hier beginnt die Frage nach möglicher ausländischer Hilfe.
ISW und CTP verweisen darauf, dass russische oder chinesische Aufklärungsmittel Iran theoretisch Satellitenbilder und andere Informationen liefern könnten. Amerikanische Stellen vermuten, dass eine solche Unterstützung erklären könnte, warum die jüngsten iranischen Angriffe näher an die amerikanischen Schiffe herankamen.
Für die USA wäre das eine erhebliche Veränderung der Bedrohungslage. Iran verfügt seit Jahren über ein großes Arsenal ballistischer Raketen. Die zuverlässige Bekämpfung beweglicher Schiffe weit draußen auf See ist jedoch technisch erheblich schwieriger als der Angriff auf feste Ziele wie Flughäfen, Kasernen oder Energieanlagen.
haOlam berichtete bereits Anfang September über Hinweise auf eine weitere militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran. Russland soll Iran demnach bei der Entwicklung moderner Überschallwaffen unterstützt haben. Auch dort blieb offen, ob daraus bereits ein einsatzfähiges Waffensystem entstanden ist.
Jetzt steht nicht mehr nur die Entwicklung neuer Waffen im Mittelpunkt.
Iran setzt seine verbliebenen Fähigkeiten gegen amerikanische Kriegsschiffe ein.
Raketen treffen amerikanische Flugzeuge in Jordanien
Wie ernst die neue iranische Angriffswelle ist, zeigt auch Jordanien. Die jordanischen Streitkräfte teilten am Mittwoch offiziell mit, dass Iran 20 ballistische Raketen auf jordanisches Gebiet abgefeuert habe. Die Luftverteidigung fing 18 davon ab, zwei gingen in unbewohnten Gebieten nieder. Tote wurden nicht gemeldet.
Doch der Angriff blieb offenbar nicht ohne militärische Folgen. Nach übereinstimmenden Berichten wurden auf dem von amerikanischen Kräften genutzten Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti mehrere US Flugzeuge beschädigt. Rund acht F-15E sollen leichte Schäden erlitten haben und anschließend wieder einsatzfähig gewesen sein. Eine A-10 Thunderbolt II wurde deutlich schwerer getroffen und verlor nach Angaben von mit dem Vorfall vertrauten Personen einen Flügel.
Damit zeigt sich ein gefährliches Muster. Teheran schießt nicht mehr nur auf Handelsschiffe oder versucht, den Verkehr in der Straße von Hormus einzuschüchtern. Das Regime richtet ballistische Raketen zunehmend direkt gegen amerikanische militärische Hochwertziele.
Washington reagiert inzwischen nach einem einfachen Prinzip: Angriffe auf US Kriegsschiffe werden mit Angriffen auf Irans wirtschaftliche Lebensadern beantwortet.
Am 5. September zerstörte beziehungsweise setzte CENTCOM drei Tanker außer Gefecht, die nach amerikanischen Angaben zum Ölgeschäft der Revolutionsgarden gehörten. Vorausgegangen waren Raketenangriffe auf einen amerikanischen Flugzeugträger und einen Lenkwaffenzerstörer.
Nur drei Tage später folgte die nächste Runde. Nachdem Iran erneut zweimal ein amerikanisches Kriegsschiff mit ballistischen Raketen angegriffen hatte, zerstörten US Streitkräfte fünf weitere iranische Rohöltanker. CENTCOM erklärte ausdrücklich, die Schiffe seien Teil eines milliardenschweren Netzwerks, mit dem die Revolutionsgarden und ihre regionalen Verbündeten finanziert würden.
haOlam berichtete bereits am 6. September, dass Washington damit begonnen hat, iranische Raketenangriffe unmittelbar mit wirtschaftlichen Kosten zu beantworten. Seitdem hat sich die Situation noch einmal verschärft.
Iran greift häufiger an.
Die USA zerstören mehr Tanker.
Und die Raketen kommen amerikanischen Zielen offenbar näher.
Hinter dieser Eskalation steht erheblicher wirtschaftlicher Druck. Die amerikanische Seeblockade hat Irans Ölexporte massiv getroffen. Reuters berichtet, dass die iranischen Rohölausfuhren durch Hormus seit Mitte Juli nahezu zum Erliegen gekommen sind. Zugleich versucht Teheran, Sanktionen mit Hilfe chinesischer Handelsstrukturen zu umgehen. Eine aktuelle Reuters Recherche beschreibt ein System, bei dem iranisches Öl indirekt gegen chinesische Waren und Ausrüstung verrechnet wird.
Auch Washington erhöht den Druck weiter. Das US Finanzministerium verhängte am Dienstag Sanktionen gegen 36 Ziele aus dem iranischen Luftfahrtsektor und erklärte, Irans verbleibende Fluggesellschaften würden zur Beschaffung von Technik sowie zum Transport von Waffen und Personal genutzt.
Gleichzeitig wächst der diplomatische Druck auf das Atomprogramm. Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde beschloss am Mittwoch, den iranischen Fall erneut an den UN Sicherheitsrat weiterzuleiten. Hintergrund sind weiterhin offene Fragen zum Verbleib des hochangereicherten Urans und der verweigerte Zugang zu beschädigten Nuklearanlagen.
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist die Entwicklung unmittelbar relevant. Das iranische Regime hat seine strategischen Ziele nicht geändert. Es unterstützt weiterhin Terrororganisationen und bewaffnete Verbündete in der Region und betrachtet Israel offen als Gegner. Je stärker Teheran unter wirtschaftlichen und militärischen Druck gerät, desto größer wird offenbar seine Bereitschaft, amerikanische Kräfte direkt anzugreifen.
Der gefährlichste Punkt ist deshalb nicht, dass Iran bereits ein US Kriegsschiff getroffen hätte.
Das ist bislang nicht geschehen.
Gefährlich ist, dass Teheran es immer wieder versucht, dabei offenbar technisch besser wird und trotz amerikanischer Vergeltung nicht zurückweicht.
Ein einziger erfolgreicher Treffer auf einen Flugzeugträger oder Zerstörer mit amerikanischen Toten könnte die gesamte Lage verändern.
Dann wäre aus dem bisherigen Kampf um Hormus innerhalb weniger Minuten wieder ein großer Krieg.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 10 September 2026