Amerikas größte Bombe gegen Iran: Trump plant einen Schlag, der den Atombunker kaum erreichen kannAmerikas größte Bombe gegen Iran: Trump plant einen Schlag, der den Atombunker kaum erreichen kann
Das Pentagon prüft den Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen iranische Nuklear- und Energieanlagen. Doch das eigentliche Problem liegt tief unter Pickaxe Mountain. Die stärkste Explosion ist nicht zwangsläufig die wirksamste Waffe.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Die Vereinigten Staaten bereiten sich auf eine mögliche neue Angriffswelle gegen Iran vor. Nach Recherchen des amerikanischen Nachrichtensenders CNN hat das Pentagon militärische Einsatzpläne ausgearbeitet, die ausdrücklich den Einsatz der GBU-43/B vorsehen. Die als „Mother of All Bombs“ bekannte Waffe gehört zu den größten und zerstörerischsten konventionellen Bomben im amerikanischen Arsenal. Als mögliche Ziele werden iranische Energieanlagen und Einrichtungen des Atomprogramms genannt, darunter der besonders stark geschützte Tunnelkomplex Pickaxe Mountain südlich von Natanz.
Die Informationen stammen laut CNN von mehreren amerikanischen Regierungsvertretern und Personen, die mit den militärischen Planungen vertraut sind. Eine Entscheidung von Präsident Donald Trump über die Durchführung dieser Angriffe ist bislang nicht bestätigt. Das Weiße Haus erklärte auf Anfrage lediglich, der Präsident halte sich sämtliche Möglichkeiten offen, um zu verhindern, dass Iran jemals Atomwaffen erhalte. Das Pentagon verwies auf seine grundsätzliche Aufgabe, unterschiedliche militärische Szenarien vorzubereiten.
Der Bericht vom 15. Oktober 2026 folgt auf eine deutliche Verschärfung der amerikanischen Drohungen gegenüber Teheran. Erst am Mittwoch hatte haOlam über Trumps Ankündigung berichtet, Iran mit schweren Angriffen zu treffen. Zugleich wurde bekannt, dass der amerikanische Präsident und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über die Möglichkeit neuer militärischer Operationen gesprochen haben. Im Mittelpunkt stehen die weiterhin vorhandenen iranischen Fähigkeiten, die Wiederherstellung zerstörter Infrastruktur und die Frage, ob das Regime seine nuklearen Aktivitäten an bislang schwer zugängliche Standorte verlagert.
Die neuen Informationen zeigen nun, welche militärischen Optionen in Washington zumindest geprüft werden. Besonders auffällig ist dabei die Erwähnung der GBU-43/B. Denn obwohl diese Bombe als Symbol amerikanischer Zerstörungskraft gilt, eignet sie sich nur eingeschränkt für das Ziel, das in der aktuellen Debatte eine zentrale Rolle spielt.
Pickaxe Mountain liegt tief unter einem massiven Berg aus hartem Gestein. Die Anlage wurde gerade deshalb errichtet, um empfindliche technische Einrichtungen gegen Angriffe aus der Luft zu schützen. Nach Einschätzung mehrerer mit den Planungen vertrauter Fachleute könnte die GBU-43/B die tief gelegenen Tunnel nicht erreichen.
Damit entsteht ein auffälliger Gegensatz zwischen politischer Drohwirkung und tatsächlicher militärischer Leistungsfähigkeit. Die Vereinigten Staaten erwägen den Einsatz einer ihrer spektakulärsten Waffen gegen einen Standort, dessen entscheidende Einrichtungen vermutlich weit außerhalb ihrer direkten Zerstörungswirkung liegen.
Die „Mutter aller Bomben“ ist kein Bunkerbrecher
Die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast, kurz MOAB, wurde ursprünglich für andere militärische Aufgaben entwickelt. Die rund 9,5 Tonnen schwere Bombe soll mit einer gewaltigen Druckwelle Ziele an der Oberfläche, Hindernisse und großflächige militärische Stellungen bekämpfen. Sie ist satellitengesteuert und wird aus einem Transportflugzeug abgeworfen.
Bekannt wurde die Waffe vor allem durch ihren Einsatz im April 2017 gegen eine Stellung der Terrororganisation Islamischer Staat in Afghanistan. Damals setzte das US-Militär die Bombe gegen ein Gebiet ein, in dem sich Kämpfer des IS in einem ausgedehnten Höhlen- und Tunnelsystem verschanzt hatten. Es war der erste bestätigte Kampfeinsatz der GBU-43/B.
Die militärische Wirkung einer solchen Waffe unterscheidet sich allerdings grundlegend von der eines speziell konstruierten Bunkerbrechers. Während die MOAB ihre enorme Sprengkraft vor allem über Druck und Flächenwirkung entfaltet, müssen Waffen gegen tief verbunkerte Anlagen zunächst Erdreich, Beton oder Fels durchdringen, bevor sie im Inneren detonieren.
Für solche Aufgaben verfügt die amerikanische Luftwaffe über die GBU-57 Massive Ordnance Penetrator. Sie wiegt rund 13,6 Tonnen und besitzt einen besonders widerstandsfähigen Bombenkörper, der gegen stark geschützte unterirdische Ziele entwickelt wurde. Diese Waffe kam bereits bei amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen zum Einsatz.
Der Unterschied zwischen beiden Bombentypen ist entscheidend. Die GBU-43/B besitzt eine erheblich größere Sprengstoffmenge und entfaltet eine gewaltige Druckwelle. Die GBU-57 ist dagegen dafür konstruiert, tief in befestigte Strukturen einzudringen, bevor ihre vergleichsweise kleinere Sprengladung detoniert. Für die Zerstörung unterirdischer Ziele zählt deshalb nicht allein die Größe der Explosion, sondern vor allem, ob die Waffe ihren Sprengstoff überhaupt an den entscheidenden Ort bringen kann.
Mehrere von CNN zitierte Fachleute bezweifeln genau dies bei der MOAB. Einer der mit den Planungen vertrauten Gesprächspartner beschrieb sie sinngemäß als Waffe, die für großflächige Zerstörung und eine eindrucksvolle Machtdemonstration geeignet sei, nicht aber zur gezielten Vernichtung tief unter der Erde liegender Anlagen.
Ihre mögliche Verwendung gegen Pickaxe Mountain hätte damit nach dieser Einschätzung vor allem eine psychologische Wirkung. Die Vereinigten Staaten könnten demonstrieren, dass sie bereit sind, ihre stärksten konventionellen Waffen einzusetzen. Ob dadurch allerdings die eigentlichen nuklearen Fähigkeiten Irans ausgeschaltet würden, ist eine ganz andere Frage.
Auch Angriffe auf oberirdische Energieanlagen werfen Probleme auf. Sie könnten erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen und die iranische Infrastruktur schwer treffen. Zugleich wären mögliche Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, regionale Energiemärkte und die weitere Eskalation des Krieges zu berücksichtigen. Der militärische Nutzen eines solchen Angriffs hängt deshalb wesentlich vom konkreten Ziel und den erwarteten Folgen ab.
Pickaxe Mountain bleibt das ungelöste Problem
haOlam hat die Entwicklung des unterirdischen Komplexes südlich von Natanz seit Monaten verfolgt. Bereits im Juli berichteten wir über die Bauarbeiten unter dem Berg und die Frage, ob dort Zentrifugen, Nuklearmaterial oder andere empfindliche Teile des iranischen Atomprogramms untergebracht werden könnten. Im September folgte eine ausführliche Auswertung neuer Satellitenbilder, die eine außergewöhnlich hohe Bautätigkeit an den Tunnelzugängen und Zufahrtswegen zeigten.
Die Anlage liegt unter einem mächtigen Granitmassiv. Schätzungen über die Tiefe einzelner Tunnel reichen bis deutlich über 100 Meter. Damit gehört Pickaxe Mountain zu den besonders schwierigen möglichen Zielen eines konventionellen Luftangriffs.
Iran hatte erklärt, dort eine geschützte Einrichtung für Arbeiten an Zentrifugen zu errichten. Ob in den Tunneln inzwischen weitere Teile des Atomprogramms untergebracht wurden, ist öffentlich nicht unabhängig bestätigt. Ebenso wenig gibt es einen gesicherten Nachweis, dass dort bereits Uran angereichert oder gar eine Atomwaffe hergestellt wird.
Gerade diese Unsicherheit bildet jedoch den Kern des Sicherheitsproblems. Die Internationale Atomenergiebehörde konnte den vollständigen Zweck und die Ausstattung des unterirdischen Komplexes nicht überprüfen. Die umfangreichen Einschränkungen der internationalen Kontrollen erschweren zudem die unabhängige Bewertung des iranischen Nuklearprogramms insgesamt.
IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und die Vereinigten Staaten müssen daher ein Risiko beurteilen, dessen tatsächliches Ausmaß nur teilweise bekannt ist. Sie wissen, dass Iran über erhebliche Erfahrungen mit der Urananreicherung und dem Bau moderner Zentrifugen verfügt. Bekannt sind auch die umfangreichen Arbeiten an tief geschützten Einrichtungen. Ungeklärt bleibt hingegen, welche Ausrüstung sich aktuell in Pickaxe Mountain befindet und welche nuklearen Aktivitäten dort tatsächlich stattfinden.
Schon im September berichtete haOlam über amerikanische Arbeiten an einer neuen Generation bunkerbrechender Waffen. Der sogenannte Next Generation Penetrator soll langfristig die vorhandenen Fähigkeiten ergänzen beziehungsweise ersetzen. Parallel werden Testeinrichtungen weiterentwickelt, um die Wirkung gegen besonders tief gelegene und stark befestigte Ziele zu untersuchen.
Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass selbst das amerikanische Militär die Grenzen seiner bisherigen Waffensysteme ernst nimmt. Eine Anlage unter massivem Fels lässt sich nicht zwangsläufig zerstören, indem lediglich größere Sprengladungen eingesetzt werden.
Ein Angriff auf Tunnelzugänge, Versorgungseinrichtungen oder technische Infrastruktur könnte den Betrieb erheblich behindern. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass alle unterirdischen Anlagen und dort möglicherweise gelagerten Materialien vernichtet wären. Beschädigungen können repariert, Zugänge freigeräumt und technische Einrichtungen unter Umständen wiederhergestellt werden.
Genau darin liegt das strategische Problem für Israel. Die bisherigen militärischen Operationen haben das iranische Atomprogramm schwer getroffen. Sie haben bekannte Anlagen beschädigt und die technischen Möglichkeiten des Regimes eingeschränkt. Sie garantieren aber nicht, dass Iran dauerhaft daran gehindert ist, seine Fähigkeiten an anderen Standorten wieder aufzubauen.
Teheran hat in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt gezeigt, dass es empfindliche Teile seines Nuklearprogramms dezentralisieren, verbergen und durch bauliche Schutzmaßnahmen absichern kann. Pickaxe Mountain könnte in diesem Zusammenhang eine erhebliche Rolle spielen, auch wenn sein tatsächlicher heutiger Inhalt weiterhin ungeklärt ist.
Für Israel ist eine solche Entwicklung besonders gefährlich. Das iranische Regime verbindet sein Nuklearprogramm mit einem umfangreichen Raketenarsenal und einer langjährigen Unterstützung bewaffneter Organisationen, die den jüdischen Staat bedrohen. Die Frage, ob Iran eines Tages über eine eigene Atomwaffe verfügen könnte, betrifft deshalb unmittelbar die israelische nationale Sicherheit.
Die neue amerikanische Planung verändert dieses Problem nicht. Sie zeigt zunächst nur, dass Washington unterschiedliche Möglichkeiten untersucht, um Iran erneut militärisch unter Druck zu setzen.
Bemerkenswert ist noch ein weiterer Bestandteil des CNN-Berichts. Nach Darstellung eines mit den Planungen vertrauten Gesprächspartners enthalten bestimmte Optionen die Vorstellung, Iran unmittelbar vor einem amerikanischen Rückzug aus dem Einsatzgebiet des Regionalkommandos CENTCOM anzugreifen. Ein solcher Ablauf würde einen schweren militärischen Schlag mit einer anschließenden Verringerung amerikanischer Kräfte verbinden.
Ob diese Option tatsächlich umgesetzt werden könnte, bleibt offen. Sie wirft jedoch Fragen nach der Abschreckungswirkung und den möglichen iranischen Gegenreaktionen auf. Eine schwerwiegende militärische Operation könnte Teheran zu Vergeltungsangriffen gegen verbliebene amerikanische Einrichtungen, regionale Verbündete oder die internationale Schifffahrt veranlassen.
Hinzu kommt die politische Zeitfrage. Trump hatte zuletzt erklärt, vor den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November keine neuen größeren Angriffe gegen Iran beginnen zu wollen. Gleichzeitig verschärfte er öffentlich seine Drohungen. CNN zufolge ist selbst innerhalb seines Beraterkreises unklar, ob er an dieser zeitlichen Grenze festhalten wird.
Damit befindet sich Washington in einer schwierigen Lage. Der Präsident hat Iran wiederholt gewarnt und hält die militärische Option ausdrücklich offen. Doch eine neue Operation müsste nicht nur eindrucksvoll sein, sondern auch ein konkretes strategisches Ergebnis erzielen.
Die GBU-43/B steht wie kaum eine andere konventionelle Waffe für die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, enorme Zerstörungskraft einzusetzen. Gegen einen tief verborgenen Atomkomplex könnte sie dennoch am entscheidenden Punkt scheitern.
Genau das macht den neuen Bericht so aufschlussreich. Die Frage lautet nicht, ob Amerika eine noch größere Explosion auslösen kann. Entscheidend ist, ob ein Militärschlag die tatsächlichen nuklearen Fähigkeiten des Regimes dauerhaft beeinträchtigen würde.
Solange der Inhalt von Pickaxe Mountain unbekannt bleibt und internationale Inspektoren keinen ausreichenden Zugang erhalten, lässt sich diese Frage kaum abschließend beantworten. Eine gewaltige Bombe kann sichtbare Infrastruktur zerstören. Sie kann ein Regime einschüchtern und militärischen Druck erzeugen. Sie kann jedoch weder fehlende Geheimdienstinformationen ersetzen noch automatisch nachweisen, dass ein tief unter der Erde verborgenes Atomprogramm beendet wurde.
Washington prüft nun den Einsatz seiner spektakulärsten konventionellen Bombe. Für Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen zählt am Ende aber nicht die Größe der Detonation, sondern ob Iran tatsächlich daran gehindert wird, nukleare Waffenfähigkeiten zu entwickeln oder wiederherzustellen.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 15 Oktober 2026