Iran fordert Milliarden und rüstet gleichzeitig seine Terrorarmeen aufIran fordert Milliarden und rüstet gleichzeitig seine Terrorarmeen auf
Teheran begrüßt ein neues Gesprächsangebot aus Washington, will aber vor Verhandlungen Sanktionserleichterungen und eingefrorene Gelder zurück. Gleichzeitig modernisiert das Regime seine eigenen Waffen und finanziert den Wiederaufbau der Hisbollah. Das Muster ist seit Monaten bekannt.

Irans Führung spricht wieder über Diplomatie. Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnet das jüngste Schreiben von US-Vizepräsident JD Vance als positiven Schritt, erklärt aber im selben Atemzug, dass es derzeit keinen Anlass für direkte Gespräche mit Washington gebe. Zunächst müssten die Vereinigten Staaten auf iranische Forderungen eingehen. Dazu gehören die Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener Gelder, neue Ausnahmen für iranische Ölexporte und eine Verringerung der amerikanischen Militärpräsenz in der Region.
Diese Haltung ist keineswegs neu. Seit Monaten versucht das Regime in Teheran, wirtschaftliche und politische Zugeständnisse zu erreichen, ohne zuvor seine wichtigsten militärischen Druckmittel aufzugeben. Während über die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen, das iranische Atomprogramm und eine mögliche Beendigung der Kampfhandlungen verhandelt wird, baut Iran seine eigenen militärischen Fähigkeiten wieder auf. Zugleich unterstützt das Regime weiterhin bewaffnete Organisationen in der Region, darunter die Terrororganisation HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon und die Huthi-MilizHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen im Jemen.
Gerade dieser Zusammenhang ist entscheidend. Wer die jüngsten Äußerungen Araghtschis allein als Zeichen diplomatischer Annäherung versteht, übersieht, was parallel zu den Verhandlungen geschieht.
Am 26. Oktober berichtete Reuters unter Berufung auf libanesische Sicherheitskreise, dass die Hisbollah in den vergangenen drei Monaten mehrere zehn Millionen Dollar aus Iran für die Wiederherstellung ihrer militärischen Fähigkeiten erhalten habe. Die Organisation arbeitet demnach an neuen Angriffsdrohnen, beschafft Sprengstoff, ergänzt ihre Waffenbestände und stellt beschädigte Führungsstrukturen wieder her.
Das ist keine nebensächliche Entwicklung. Die Hisbollah gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Instrumenten iranischer Machtprojektion im Nahen Osten. Ihre Raketen, Drohnen und bewaffneten Einheiten bedrohen unmittelbar die israelische Bevölkerung. Wenn Teheran den Wiederaufbau dieser Organisation finanziert, während es gleichzeitig wirtschaftliche Erleichterungen von Washington fordert, betrifft das die Glaubwürdigkeit jeder neuen Vereinbarung.
Diplomatie nach Teherans Bedingungen
Araghtschi äußerte sich am Samstag, 31. Oktober, gegenüber dem katarischen Fernsehsender Al-Jazeera zum Schreiben von JD Vance. Das Dokument war nach amerikanischen Medienberichten über Vermittler an Mohsen Rezaei, den Sekretär des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrates, übermittelt worden.
Der iranische Außenminister bestätigte, dass die Führung das Schreiben in hochrangigen Beratungen behandelt habe. Den Versuch Washingtons, wieder einen Gesprächskanal zu öffnen, bezeichnete er als positiv. Zugleich erklärte er, Treffen mit amerikanischen Regierungsvertretern seien derzeit nicht vorgesehen. Teheran sehe dafür unter den gegenwärtigen Umständen keine Notwendigkeit.
Dahinter steht ein grundlegender Streit über die Reihenfolge möglicher Vereinbarungen.
Washington verlangt eine Verständigung über das iranische Atomprogramm und überprüfbare Sicherheitsgarantien. Teheran fordert dagegen zunächst wirtschaftliche Entlastungen und Änderungen der militärischen Lage am Persischen Golf. Erst anschließend will die iranische Führung über die weiter bestehenden Konflikte verhandeln.
Nach Araghtschis Darstellung gehören zu den iranischen Bedingungen die Aufhebung der seit dem Islamabad-Memorandum verhängten Sanktionen, die Wiederherstellung von Ausnahmeregelungen für Ölexporte und die Freigabe sämtlicher eingefrorener Auslandsvermögen. Ausdrücklich erwähnte er dabei auch Gelder, die in Katar liegen.
Zudem verlangt Iran eine Verringerung der amerikanischen Streitkräfte in der Region. Bei der Straße von Hormus besteht Teheran auf bestimmten Schifffahrtsrouten, die nach iranischen Angaben mit Oman besprochen wurden. Andere Durchfahrten sollen geschlossen bleiben.
Das Regime verbindet damit mehrere Ziele. Es will seinen wirtschaftlichen Handlungsspielraum zurückgewinnen, amerikanischen militärischen Druck verringern und zugleich Einfluss auf eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt behalten.
Die katarischen und pakistanischen Vermittler versuchen, diese Forderungen mit den amerikanischen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Nach Araghtschis Angaben wurde der Zeitraum für die Umsetzung eines iranischen Vorschlags zur Öffnung von Hormus inzwischen auf zwei Tage verkürzt.
Doch die kürzere Frist sagt wenig über die eigentliche politische Einigung aus. Solange Washington die Bedingungen nicht akzeptiert, ist auch eine Öffnung innerhalb von zwei Tagen lediglich Bestandteil eines Vorschlags.
Reuters berichtete am Samstag, dass katarische Vermittler nach mehr als zwölfstündigen Gesprächen in Teheran ihre Bemühungen fortsetzten. Die beteiligten Staaten versuchen, eine erneute amerikanische Angriffswelle und eine weitere regionale Eskalation zu verhindern. Eine belastbare Vereinbarung wurde jedoch nicht bekannt gegeben.
Besonders auffällig ist, wie offen die iranische Führung gleichzeitig ihre militärische Einsatzbereitschaft hervorhebt. Araghtschi erklärte, Iran habe seine Bewaffnung verbessert, erkannte Schwachstellen behoben und neue Waffen erprobt. Seine Streitkräfte befänden sich auf höchstem Bereitschaftsniveau.
Ob diese Darstellung den tatsächlichen militärischen Fähigkeiten entspricht, lässt sich unabhängig nicht vollständig überprüfen. Politisch ist die Botschaft dennoch eindeutig: Teheran will diplomatisch verhandeln, ohne den Eindruck militärischer Schwäche zu vermitteln.
Hisbollah und Huthis werden weiter unterstützt
Noch wichtiger als Araghtschis Aussagen über die eigenen Streitkräfte sind die aktuellen Erkenntnisse über Irans regionale Verbündete.
Nach den von Reuters am 26. Oktober veröffentlichten Informationen hat die Terrororganisation Hisbollah in den vergangenen Monaten umfangreiche iranische Finanzmittel für ihre militärische Wiederherstellung erhalten. Die Organisation war durch die israelischen Operationen seit 2024 erheblich geschwächt worden. Führungsstrukturen wurden zerstört, Waffenbestände dezimiert und zahlreiche Kommandeure getötet.
Die derzeitigen Bemühungen zielen darauf ab, diese Verluste zumindest teilweise auszugleichen.
Libanesische Sicherheitsquellen berichteten über die Beschaffung von Sprengstoff, die Produktion von Angriffsdrohnen und den Wiederaufbau militärischer Befehlsstrukturen. Nach Einschätzung des amerikanischen Institute for the Study of War versucht die Hisbollah zudem, ihre Führungsorganisation stärker zu dezentralisieren. Dadurch sollen Einheiten auch dann weiterkämpfen können, wenn IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen erneut Teile der zentralen Führung ausschaltet.
Die Organisation ist damit nicht lediglich damit beschäftigt, politische Verluste auszugleichen. Sie versucht, ihre militärische Handlungsfähigkeit für mögliche neue Auseinandersetzungen wiederherzustellen.
Reuters berichtete außerdem, dass Iran neben den militärischen Mitteln rund 200 Millionen Dollar für die Unterstützung vertriebener Familien bereitgestellt haben soll. Diese Gelder sind von der Finanzierung militärischer Strukturen zu unterscheiden. Insgesamt zeigen die Berichte jedoch, wie umfangreich die iranischen Verbindungen zur Hisbollah weiterhin sind.
Das Institute for the Study of War hält es zugleich für möglich, dass Teheran die Hisbollah bei einer neuen amerikanischen Angriffswelle zunächst aus direkten Kampfhandlungen heraushalten möchte. Dahinter könnte das Interesse stehen, die militärische Wiederherstellung der Organisation nicht durch einen erneuten Krieg mit Israel zu gefährden.
Diese Einschätzung ist wichtig. Eine vorübergehende Zurückhaltung der Hisbollah würde nicht zwangsläufig bedeuten, dass Iran seine Unterstützung eingestellt hat oder die Bedrohung für Israel dauerhaft zurückgegangen ist.
Auch im Jemen setzt sich die iranische Einflussnahme fort.
Eine Untersuchung des israelischen Meir-Amit-Instituts vom 26. Oktober dokumentiert Berichte über iranische militärische und nachrichtendienstliche Unterstützung für die Huthi-Miliz. Dazu gehören nach den ausgewerteten Erkenntnissen Aufklärung, Ausbildung, taktische Beratung und Hilfe beim Einsatz von Raketen- und Radarsystemen.
Die Huthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien fortgesetzt. Nach Angaben der saudisch geführten Koalition wurden allein innerhalb einer Oktoberwoche mehrere ballistische Raketen, Drohnen und Marschflugkörper abgefangen. Einzelne Angaben der Huthis über erfolgreiche Angriffe oder abgeschossene Luftfahrzeuge wurden von der Gegenseite bestritten.
Die iranische Führung weist eine direkte Verantwortung für die Operationen der Huthis zurück und betont deren eigenständige Entscheidungen. Die dokumentierten Berichte über militärische Unterstützung widersprechen jedoch der Vorstellung, Teheran sei lediglich ein unbeteiligter Vermittler.
Auch im Irak verfügt Iran weiterhin über enge Verbindungen zu bewaffneten schiitischen Milizen. Nicht jede dieser Organisationen hat dieselbe Struktur oder denselben rechtlichen Status. Gemeinsam ist mehreren von ihnen jedoch ihre politische, ideologische oder militärische Nähe zu den iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen.
Für Israel und die Golfstaaten ergibt sich daraus ein regionales Sicherheitsproblem, das sich nicht auf das iranische Atomprogramm reduzieren lässt. Teherans militärische Möglichkeiten bestehen nicht allein aus eigenen Raketen und Drohnen. Dazu kommt ein Netz bewaffneter Organisationen, die in mehreren Staaten operieren.
Eine Vereinbarung, die ausschließlich über Sanktionen und Hormus verhandelt, würde diesen Teil des Konflikts nicht automatisch lösen.
Freigegebene Gelder könnten neue militärische Spielräume schaffen
Die Forderung nach Freigabe eingefrorener iranischer Milliarden erhält vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutung.
Sanktionserleichterungen können wirtschaftliche Not lindern und den internationalen Handel erleichtern. Sie können zugleich den finanziellen Spielraum eines Staates vergrößern, der erhebliche Mittel für seine Streitkräfte und die Unterstützung bewaffneter Organisationen einsetzt.
Das bedeutet nicht, dass jeder freigegebene Dollar unmittelbar an die Hisbollah oder eine andere Terrororganisation fließt. Eine solche Behauptung wäre nicht belegt. Doch die aktuelle Finanzierung des militärischen Wiederaufbaus der Hisbollah zeigt, dass entsprechende Risiken konkret und nicht nur theoretisch sind.
Die Vereinigten Staaten müssen deshalb bei möglichen Vereinbarungen berücksichtigen, ob zusätzliche Finanzmittel direkt oder indirekt die Fähigkeit der Revolutionsgarden stärken könnten, regionale Verbündete weiter zu unterstützen.
Ein Abkommen, das Iran wirtschaftlich entlastet, während seine Terrornetzwerke weiterhin Waffen beschaffen und militärische Strukturen aufbauen, würde einen wesentlichen Teil der regionalen Sicherheitsbedrohung unangetastet lassen.
Gerade deshalb reicht es nicht, ausschließlich über die Öffnung der Straße von Hormus oder Einschränkungen des Atomprogramms zu sprechen.
Seit Monaten dasselbe Muster
haOlam.de hat diese Strategie des iranischen Regimes bereits mehrfach beschrieben.
Im Juli berichteten wir darüber, dass Teheran Verpflichtungen aus dem Islamabad-Memorandum nicht erfüllte, aber zuerst weitere amerikanische Zugeständnisse verlangte. Die damalige Vereinbarung ließ wesentliche iranische Machtmittel unangetastet, darunter Raketen, Drohnen und die Unterstützung bewaffneter Organisationen.
Im August folgten neue Verhandlungen über die Schifffahrt durch Hormus, während gleichzeitig Angriffe auf Tanker gemeldet wurden. Iran verlangte politische und wirtschaftliche Zugeständnisse für eine Öffnung der Meerenge, deren Sicherheit durch seine eigene militärische Politik gefährdet wurde.
Die aktuellen Forderungen Araghtschis setzen diese Entwicklung fort. Wieder verlangt Teheran wirtschaftliche Erleichterungen, eine Reduzierung amerikanischer militärischer Präsenz und die Anerkennung iranischer Bedingungen für die internationale Schifffahrt. Gleichzeitig stellt das Regime seine eigene Aufrüstung heraus und unterstützt nach aktuellen Sicherheitsberichten den militärischen Wiederaufbau der Hisbollah.
Daraus lässt sich nicht beweisen, dass sämtliche diplomatischen Gespräche ausschließlich dem Zeitgewinn dienen. Auch die iranische Führung kann ein Interesse daran haben, einen weiteren Krieg zu vermeiden. Doch ihre tatsächlichen Handlungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie ihre öffentlichen Erklärungen.
Für eine belastbare diplomatische Lösung müsste geklärt werden, welche Verpflichtungen Iran tatsächlich übernimmt, wie ihre Einhaltung überprüft wird und welche Folgen neue Verstöße hätten.
Dazu gehören die nuklearen Fähigkeiten, die Raketen- und Drohnenprogramme, die Sicherheit internationaler Schifffahrtswege und die militärische Unterstützung regionaler Organisationen.
Besonders für Israel ist der letzte Punkt unverzichtbar. Die Hisbollah hat das Land über Jahre mit Raketen, Drohnen und weiteren Waffen bedroht. Die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen verübte am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen ein Massaker an israelischen Zivilisten. Iran hat über Jahrzehnte Beziehungen zu beiden Terrororganisationen unterhalten und ihre militärischen Fähigkeiten unterstützt.
Die Frage, ob Teheran diese Politik fortsetzt, gehört deshalb in jede ernsthafte Bewertung seiner Verhandlungsangebote.
Am Samstag verschärfte sich der Ton zusätzlich. Irans oberster Führer Mojtaba Khamenei ordnete nach staatlichen Angaben an, auf einen möglichen neuen amerikanischen oder israelischen Angriff unverzüglich und ohne geografische Beschränkung zu reagieren. Die Drohung zeigt, wie eng die aktuellen diplomatischen Bemühungen mit der Gefahr einer weiteren militärischen Eskalation verbunden sind.
Washington steht damit vor einer schwierigen Entscheidung. Es kann versuchen, durch begrenzte Vereinbarungen eine neue Angriffswelle zu verhindern. Doch jede wirtschaftliche Entlastung muss daran gemessen werden, ob sie langfristig zu mehr Sicherheit führt oder dem iranischen Regime lediglich neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.
Teheran verlangt Zugeständnisse, ohne seine wichtigsten Druckmittel aufzugeben
Der jüngste Vorstoß aus Iran ist deshalb weniger wegen der freundlichen Worte Araghtschis bemerkenswert als wegen der Bedingungen, die er daran knüpft.
Teheran will seine eingefrorenen Gelder zurück, wieder Öl exportieren und den amerikanischen militärischen Druck verringern. Gleichzeitig beansprucht es weiterhin Einfluss auf die Schifffahrt durch Hormus, modernisiert nach eigenen Angaben seine Streitkräfte und unterstützt nach aktuellen Berichten die Wiederbewaffnung regionaler Verbündeter.
Das ist der entscheidende Widerspruch.
Eine diplomatische Vereinbarung müsste nicht nur die gegenwärtigen Kampfhandlungen begrenzen. Sie müsste verhindern, dass dieselben militärischen Bedrohungen nach einer Phase wirtschaftlicher Entlastung erneut entstehen.
Ob Washington und die Vermittler bereit sind, auch die iranische Unterstützung für Hisbollah, Huthis und andere bewaffnete Organisationen verbindlich zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen, ist bislang nicht geklärt.
Fest steht dagegen, dass diese Unterstützung nicht erst mit dem Ende der gegenwärtigen Auseinandersetzung zum Problem werden würde. Sie findet bereits während der Verhandlungen statt.
Wer Iran wirtschaftliche Zugeständnisse macht, ohne seine eigene Wiederaufrüstung und die Finanzierung seiner regionalen Terrornetzwerke einzubeziehen, riskiert, dass die nächste militärische Eskalation bereits während der diplomatischen Entspannung vorbereitet wird.
Autor: Redaktion
Sonntag, 01 November 2026