„Zionismus wird siegen“: Israels Unabhängigkeitstag steht im Zeichen von Mut, Schmerz und unerschütterlichem Zusammenhalt„Zionismus wird siegen“: Israels Unabhängigkeitstag steht im Zeichen von Mut, Schmerz und unerschütterlichem Zusammenhalt
Israels Präsident Herzog würdigt herausragende Soldaten und mahnt: Die Geiseln dürfen wir niemals vergessen

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen feiert seinen 77. Unabhängigkeitstag – und es war kein gewöhnlicher Feiertag. Im Garten der Residenz von Präsident Isaac Herzog in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen versammelten sich 120 herausragende Soldatinnen und Soldaten aus allen Bereichen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF), um geehrt zu werden. Doch trotz der feierlichen Stimmung lag ein schwerer Schatten über dem Tag: Die Geiseln, die noch immer in den Händen der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen sind. Präsident Herzog stellte sie ins Zentrum seiner Ansprache und sagte, Israel könne nicht aus vollem Herzen feiern, solange „unsere Brüder und Schwestern“ nicht frei seien.
Was Herzog an diesem Morgen ausstrahlte, war kein nüchterner politischer Ton, kein bloßes Abhaken eines Zeremoniells. Es war eine zutiefst menschliche, beinahe brennende Botschaft an sein Volk: Haltet zusammen, verliert eure Werte nicht, gebt die Hoffnung auf Rückkehr nicht auf! Herzog sprach von dem „einzigartigen israelischen Mut“, der das Rückgrat des Landes bilde – jenem Mut, der sich nicht nur an der Front zeigt, sondern auch im Alltag, im stillen Opfer der Familien, der Rettungskräfte, der Soldaten.
Besonders eindringlich wurde Herzog, als er auf die psychologische Kriegsführung der Hamas einging. Er erinnerte an die zynischen „Freilassungszeremonien“ in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, bei denen die Terroristen ein Banner mit der Aufschrift „ZionismusZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen wird nicht siegen“ präsentierten. Herzog konterte mit klarer Stimme: „Wer den Mut Israels sieht – in unseren Soldaten, in diesen Geehrten –, der versteht ohne jeden Zweifel: Sie irren sich. Zionismus wird siegen.“
Herzog sparte auch nicht aus, was dieser Zionismus kostet. Seit dem 7. Oktober kämpft Israel nicht nur um militärische Sicherheit, sondern um seine gesellschaftliche Integrität, um seine Seele. Die Soldaten, die geehrt wurden, verkörpern diese doppelte Pflicht: Sie verteidigen das Land nicht nur mit der Waffe, sondern mit einem Ethos, das auf Zusammenhalt, Verantwortung und Moral basiert. Herzog sagte: „Ich habe eure Geschichten gelesen, ich weiß, was euch an diesen Moment der Auszeichnung gebracht hat. Wegen euch werden wir siegen. Wegen eurer Generation werden wir siegen.“
Doch der Präsident richtete seinen Blick auch über die Landesgrenzen hinaus. Er sprach von der weltweiten Welle des AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen, die seit Monaten jüdische Gemeinden erschüttert. Der Angriff auf Israel ist nicht isoliert, sondern Teil eines globalen Angriffs auf die Freiheit, die Menschlichkeit, auf das Judentum selbst. Herzog betonte, wie wichtig die unerschütterlichen Bindungen zwischen Israel und den jüdischen Gemeinden weltweit seien – Bindungen, die in dieser dunklen Zeit neue Kraft und Bedeutung gewonnen hätten.
Er erinnerte daran, wie jüdische Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Lebensbereichen in den vergangenen Monaten füreinander eingestanden seien. „Es hat mich bewegt, es hat mich inspiriert“, sagte er, und er rief dazu auf, diese Stärke des kollektiven Geistes zu hören, als ein Geschenk und eine Verpflichtung zugleich: die Verantwortung, die jüdische Geschichte weiterzuschreiben, den Kampf für die Geiseln, für das ethische Vermächtnis, für die gemeinsame Zukunft nie aufzugeben.
Später am Tag wollte Herzog die jährliche diplomatische Empfangszeremonie mit Botschaftern und Mitgliedern des diplomatischen Korps abhalten, begleitet von Außenminister Gideon Sa’ar und anderen hochrangigen Vertretern. Doch der Tag war mehr als eine Kette offizieller Termine. Er war ein Ausdruck dessen, was es bedeutet, in Israel zu leben: ein Leben zwischen Freude und Trauer, zwischen Stolz und Schmerz, zwischen der Bürde der Vergangenheit und der Hoffnung auf eine Zukunft, die noch nicht geschrieben ist.
Aus Jerusalem sandte Herzog seine Botschaft an Juden auf der ganzen Welt: „Möge dieser Unabhängigkeitstag uns daran erinnern, dass unser Weg länger und unser Ziel größer ist als jede Phase der Trauer. Mögen wir viele Momente wahrer Freude miteinander teilen.“ Seine Worte waren nicht nur Protokoll, sie waren ein Aufruf – ein Aufruf, sich nicht zu zerbrechen, nicht zu verzweifeln, sondern sich auf das zu besinnen, was Israel stark macht: seine Menschen, seinen Mut und seinen unerschütterlichen Glauben daran, dass Zionismus kein leeres Wort ist, sondern gelebte Wirklichkeit.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 01 Mai 2025