Ägypten macht Israel und USA für Verhandlungsstillstand verantwortlich – Familien der Geiseln sind verzweifeltÄgypten macht Israel und USA für Verhandlungsstillstand verantwortlich – Familien der Geiseln sind verzweifelt
„Es gibt nichts mehr zu verhandeln“: Ägypten erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel und die USA, während Hamas angeblich ein umfassendes Geiselabkommen anbietet – die Angehörigen der Verschleppten schlagen Alarm.

Die Worte aus Kairo klingen wie ein Paukenschlag: „Es gibt nichts Neues, das verhandelt werden könnte.“ Mit diesen drastischen Worten beschreibt ein ägyptischer Beamter, der in die Vermittlungsgespräche zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen eingebunden ist, den aktuellen Stillstand. Gegenüber der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-nahen Zeitung Al Akhbar erklärte er am Samstag, es seien „keine weiteren Zugeständnisse“ möglich, die man Hamas aufzwingen könnte. Die eigentliche Krise liege nicht in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, sondern im mangelnden politischen Willen in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und Washington, den Krieg zu beenden.
Damit wirft Ägypten, ein langjähriger Vermittler im Nahostkonflikt, sowohl Israel als auch den USA vor, die Verhandlungen aus politischen Gründen zu blockieren. Insbesondere die amerikanische Strategie, durch militärischen Druck Israels eine Veränderung der Hamas-Position zu erzwingen, bezeichnete der ägyptische Vertreter als „verfehltes Kalkül“.
Der Vorwurf wiegt schwer. Denn Israel bleibt bei seinen zentralen Forderungen: Ein vollständiger Abzug der Truppen aus strategischen Teilen Gazas ist ausgeschlossen, ebenso wie das Aufgeben der Sicherheitszone, die Israel zum Schutz vor weiteren Angriffen anlegt. Hamas müsse vollständig entwaffnet werden, und alle seit Oktober 2023 verschleppten Geiseln müssten freikommen. Das Problem: Diese Bedingungen bleiben für die Hamas inakzeptabel, und so hängt alles in der Luft.
Berichte der saudischen Zeitung Al-Arabiya vom Freitag behaupteten zudem, Israel habe sich von zuvor vereinbarten Bedingungen eines Geiselaustauschs zurückgezogen – eine Darstellung, die das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu prompt als falsch zurückwies. Doch die Wucht dieser öffentlichen Schlagabtausche bleibt nicht ohne Wirkung.
Für die Familien der Geiseln wird die Situation unerträglich. Sofort nach Bekanntwerden der Berichte äußerten sie ihre tiefen Sorgen, dass sich die Lage weiter verfestigt. Ihre Angst: Die Zeit läuft ihnen davon – und ihre Liebsten, die in Hamas-Gefangenschaft leiden, könnten zwischen politischen Machtspielen und militärischen Taktiken zerrieben werden.
Besonders brisant: Der Hamas-Vertreter Abd al-Rahman Shadid bekräftigte am Freitag laut Walla, dass die Hamas bereits einen Vorschlag vorgelegt habe, der die Freilassung aller Geiseln gegen eine langfristige Waffenruhe von fünf Jahren vorsieht. Für Israel allerdings ein inakzeptables Angebot – eine lange Waffenruhe würde Hamas nur Zeit geben, sich neu zu organisieren und weiter aufzurüsten.
Unterdessen wird in Gaza weiter gestorben. In al-Shati, einem Flüchtlingslager bei Gaza-Stadt, nahmen Kämpfer der al-Qassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, Abschied von gefallenen Kameraden. Es ist eine Szene, die sowohl Hamas als auch ihre Anhänger als Zeichen der Standhaftigkeit inszenieren. Für Israel hingegen ist es ein Symbol, dass die Terrororganisation noch lange nicht bereit ist, die Waffen niederzulegen.
Autor: Redaktion
Samstag, 03 Mai 2025