Verhandlungen in Doha drohen zu scheitern: Hamas spricht von StillstandVerhandlungen in Doha drohen zu scheitern: Hamas spricht von Stillstand
Trotz intensiver Gespräche in Katar stehen die Verhandlungen über einen Geisel-Deal und eine Waffenruhe laut palästinensischen Quellen kurz vor dem Zusammenbruch. Die Positionen bleiben verhärtet – besonders beim IDF-Rückzug und der Frage der Hilfslieferungen.

Die indirekten Verhandlungen zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen in Doha über eine mögliche Waffenruhe und einen Geisel-Deal stecken offenbar in einer tiefen Krise. Palästinensische Offizielle erklärten laut einem Bericht der BBC am Samstag, die Gespräche stünden „kurz vor dem Scheitern“.
Demnach habe Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bewusst eine Delegation ohne Entscheidungskompetenz nach Katar entsandt – mit dem Ziel, Zeit zu gewinnen, während er sich in Washington mit US-Vertretern traf.
Im Zentrum des Streits stehen zentrale sicherheitspolitische Fragen. Israel besteht darauf, auch während der vorgeschlagenen 60-tägigen Feuerpause IDF-Truppen in bestimmten Teilen des Gazastreifens zu stationieren. Hamas lehnt das strikt ab und verlangt einen vollständigen Rückzug der israelischen Streitkräfte, die ungehinderte Lieferung humanitärer Hilfe sowie glaubhafte internationale Garantien für einen dauerhaften Waffenstillstand.
Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post, man habe erwartet, dass durch den Druck aus Washington und Doha Bewegung in die Sache komme. Doch Stand Donnerstag seien die Gespräche in einer Sackgasse angekommen.
Streitpunkt Hilfslieferungen
Ein weiterer Streitpunkt ist die Verteilung der humanitären Hilfe: Hamas fordert, dass Hilfsgüter ausschließlich über UN-Organisationen und internationale NGOs in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen verteilt werden. Israel hingegen möchte, dass die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) – eine Organisation unter israelischer Kontrolle – für die Versorgung der Zivilbevölkerung zuständig ist.
Beobachter sehen in diesem Streit nicht nur ein logistisches Problem, sondern einen Machtkampf um Kontrolle und Legitimität. Israel will die Hamas aus der Verteilung ausschließen, um Missbrauch zu verhindern. Hamas fürchtet dadurch einen politischen Autoritätsverlust.
Der aktuelle Vorschlag
Nach Angaben der Jerusalem Post unterbreitete Israel am Mittwochabend einen neuen Vorschlag, der eine etwas größere Flexibilität bezüglich der IDF-Präsenz im südlichen Gazastreifen vorsieht – konkret im Korridor zwischen Morag und dem sogenannten Philadelphi-Korridor entlang der ägyptischen Grenze.
Gleichzeitig enthält der Vorschlag die Freilassung von zehn lebenden israelischen Geiseln sowie die Übergabe der sterblichen Überreste von 18 weiteren über einen Zeitraum von 60 Tagen. Im Gegenzug würde Israel eine noch nicht öffentlich genannte Anzahl palästinensischer Häftlinge freilassen – synchron zur Rückgabe der Geiseln, aber ohne öffentliche Zeremonien.
Derzeit befinden sich nach israelischen Angaben noch 50 Geiseln in Gaza7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen – darunter 30 Lebende und die Leichname von 30 weiteren.
Acht Runden, getrennte Räume, kaum Fortschritt
Seit vergangenem Sonntag laufen in Doha die indirekten Gespräche. Laut BBC fanden bislang acht Verhandlungsrunden statt – stets in getrennten Gebäuden. Die Vermittlung übernehmen Katar und Ägypten, mit Beteiligung des katarischen Premierministers Sheikh Mohammed bin Abdul Rahman Al Thani und hochrangiger ägyptischer Geheimdienstoffiziere. Auch US-Sondergesandter Brett McGurk ist vor Ort.
Doch trotz der internationalen Präsenz bleiben Fortschritte aus. Die Hamas wies bereits den zweiten israelischen Vorschlag zurück. Beide Seiten werfen einander Unnachgiebigkeit vor.
Die Situation ist festgefahren – und jede weitere Verzögerung bringt nicht nur die Geiseln in größere Gefahr, sondern erhöht auch das Risiko einer erneuten militärischen Eskalation in Gaza. Sollte keine Einigung erzielt werden, dürfte die fragile Gesprächsbasis zusammenbrechen – mit dramatischen Folgen für alle Beteiligten.
Autor: Redaktion
Samstag, 12 Juli 2025