Internationale Empörung über Gaza: Israel wehrt sich gegen einseitige Schuldzuweisungen

Internationale Empörung über Gaza: Israel wehrt sich gegen einseitige Schuldzuweisungen


Westliche Verbündete fordern Kriegsende – Israels Außenministerium weist Vorwürfe als gefährlich und einseitig zurück

Internationale Empörung über Gaza: Israel wehrt sich gegen einseitige Schuldzuweisungen
By DedaSasha - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=146385158

Während internationale Stimmen lauter werden, die ein sofortiges Ende des GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Kriegs fordern, reagiert JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen mit scharfer Kritik. Eine gemeinsame Erklärung der Außenminister mehrerer westlicher Staaten – darunter Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada und Australien – wirft IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen eine „inhumane Tötung von Zivilisten“ und eine gefährlich ineffektive Hilfsverteilung vor. In Israel sieht man darin jedoch nicht nur eine gefährliche Verzerrung der Realität, sondern eine Einladung an die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, ihren Krieg gegen israelische Bürger ungestraft fortzusetzen.

Die jüngste Erklärung von 13 Staaten, die gemeinsam eine humanitäre Katastrophe beklagen, markiert einen neuen Tiefpunkt in den diplomatischen Beziehungen. Der Vorwurf: Israels angeblich „tröpfchenweise“ Hilfeleistung und der Tod von über 800 Palästinensern rund um Verteilungsstellen der Gaza Humanitarian Foundation (GHF), einem von Israel und den USA unterstützten Netzwerk, seien „eine Schande für die Menschlichkeit“.

Doch Israels Außenministerium widerspricht entschieden: Diese Aussagen verschleiern laut Jerusalem die Hauptverantwortung der Hamas. Diese sei es, die nicht nur den Krieg begonnen, sondern ihn durch ständiges Ablehnen eines konkreten Waffenstillstandsangebots gezielt verlängert habe. „Während Israel dem Abkommen zugestimmt hat, lehnt Hamas es wiederholt ab – bewusst und zynisch“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme.

Zwischen Zynismus und PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen: Die Rolle der Hamas

Zugleich wirft Israel der Hamas vor, eine gezielte Desinformationskampagne zu führen, um Israels humanitäre Bemühungen zu sabotieren. „Statt einer Einigung hat sich Hamas für eine Medienstrategie entschieden“, so das Ministerium, „die darauf zielt, Israel zu dämonisieren und die eigene Bevölkerung als menschliche SchutzschildeMenschliche Schutzschilde: Wie Terror Zivilisten als Deckung missbrauchtMenschliche Schutzschilde sind Zivilisten, deren Anwesenheit absichtlich genutzt wird, um militärische Ziele vor Angriffen zu schützen oder militärische Operationen zu behindern. Das humanitäre Völkerrecht verbietet diese Praxis.Mehr lesen zu missbrauchen.“

Dabei geht es nicht nur um die Verteilung von Hilfsgütern, sondern um das grundsätzliche Prinzip humanitärer Arbeit unter Kriegsbedingungen. Die GHF setzt auf private US-amerikanische Sicherheits- und Logistikfirmen, um die Hilfe sicher in den Gazastreifen zu bringen – ein Modell, das Israel als dringend notwendige Alternative zur UN-strukturierten Versorgung betrachtet. Letztere sei, so Israels Vorwurf, in der Vergangenheit immer wieder von der Hamas unterwandert und für militärische Zwecke missbraucht worden.

Die UN hingegen kritisiert das GHF-Modell als intransparent und gefährlich, weil es gegen das Prinzip humanitärer Unparteilichkeit verstoße. Auch europäische Regierungen äußerten zuletzt zunehmend Unmut. Besonders symbolträchtig: Der belgische König Philippe sprach in einer seltenen politischen Intervention von einer „Schande für die Menschheit“ und forderte ein sofortiges Ende des Krieges.

Ein belgischer Tabubruch – und seine Folgen

Die Rede des Monarchen am Vorabend des belgischen Nationalfeiertags schlug hohe Wellen. Dass sich ein König in einem neutralitätsorientierten Verfassungsrahmen derart deutlich politisch äußert, ist ungewöhnlich. Der Vorwurf: Israel töte Zivilisten gezielt und lasse Menschen im Gazastreifen verhungern. Die Rede steht im Kontrast zur bisherigen, zurückhaltenden Linie der belgischen Bundesregierung.

Diese Zuspitzung wird flankiert von einem juristischen Paukenschlag: Zwei israelische Soldaten, die sich privat auf dem Tomorrowland-Musikfestival in Belgien aufhielten, wurden wegen angeblicher Kriegsverbrechen von der Polizei festgenommen. Der Hintergrund: eine Anzeige der antiisraelischen „Hind Rajab Foundation“, die sich auf die Verfolgung israelischer Soldaten spezialisiert hat. Das israelische Außenministerium bestätigte den Vorfall am Montag und sprach von einem politischen Missbrauch europäischer Justizmittel.

Ein Sturm gegen Israel – ohne Hamas beim Namen zu nennen

Die israelische Reaktion fällt entsprechend scharf aus. „Die Erklärung versäumt es, den Druck auf Hamas zu richten“, heißt es unmissverständlich. „Wer die Hamas nicht benennt, schützt sie. Und wer Israel anklagt, ohne die Umstände zu berücksichtigen, verlagert die moralische Schuld auf jene, die sich verteidigen müssen.“

Tatsächlich hat sich Israel in den letzten Wochen wiederholt für einen Waffenstillstand ausgesprochen – allerdings unter der Bedingung, dass Hamas alle Geiseln freilässt und sich entmilitarisiert. Doch genau diesen Punkt ignorieren viele internationale Stellungnahmen. Stattdessen zielen sie auf die Symptome – nicht auf die Ursachen.

So steht Israel erneut international unter Druck – nicht wegen mangelnder Bereitschaft zu verhandeln, sondern weil es sich weigert, seine Sicherheit einem Terrorregime zu opfern. Die moralische und politische Isolation, in der sich Jerusalem derzeit befindet, ist daher nicht das Ergebnis einer verfehlten Politik – sondern einer Weltöffentlichkeit, die den bequemeren Weg wählt: Anklage statt Analyse, Empörung statt Ehrlichkeit.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Dienstag, 22 Juli 2025

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