„Selbstmord für den Staat Israel“ – Israels Außenminister rechnet mit dem Westen ab

„Selbstmord für den Staat Israel“ – Israels Außenminister rechnet mit dem Westen ab


Gideon Sa’ar warnt vor der Anerkennung eines palästinensischen Staates – und nennt westliche Politik eine Einladung an die Hamas zur Sabotage.

„Selbstmord für den Staat Israel“ – Israels Außenminister rechnet mit dem Westen ab
Außenministerium Israel

Israels Außenminister Gideon Sa’ar hat in einem eindringlichen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor der politischen Kurzsichtigkeit westlicher Regierungen gewarnt – und der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen eine Mitschuld an der humanitären Katastrophe im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen gegeben. In einer Zeit, in der einige europäische Staaten mit der diplomatischen Anerkennung eines palästinensischen Staates liebäugeln, sei Klartext überfällig. Für Sa’ar ist klar: Wer jetzt einen Palästinenserstaat etabliert, schafft kein Friedensprojekt – sondern eine neue Terrorbasis gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen.

Die Botschaft des Ministers ist eindeutig: Israel wird sich durch nichts und niemanden zu gefährlichen Kompromissen zwingen lassen. Auch nicht durch eine Europäische Union, deren Kommissionspräsidentin jüngst Sanktionen gegen Israel ins Spiel brachte. „Wir lassen uns nicht mit Sanktionen einschüchtern“, so Sa’ar. „Und wir lassen uns nicht vorschreiben, ob und wann wir einen Palästinenserstaat anerkennen sollen. Diese Entscheidungen trifft Israel – nicht Brüssel.“

Dabei belässt es der Außenminister nicht bei geopolitischer Rhetorik. Er beschreibt detailliert, wie der internationale Druck – insbesondere aus westlichen Hauptstädten – die Hamas in ihrer kompromisslosen Haltung erst bestärkt habe. Die islamistische Terrororganisation habe die Geiselverhandlungen bewusst zum Scheitern gebracht, indem sie die Freilassung von 200 zu lebenslanger Haft verurteilten Terroristen verlangte. „Dieses Kapitel der Verhandlungen war bereits abgeschlossen“, betont Sa’ar. „Aber die Hamas hat die Gespräche erneut sabotiert – bestärkt durch jene Stimmen im Westen, die Israel unter Druck setzen.“

Zugleich macht der Minister deutlich: Der Gazastreifen soll nicht unter israelischer Kontrolle bleiben. „Wir haben weder jetzt noch in Zukunft die Absicht, die Menschen in Gaza zu regieren.“ Derzeit gehe es ausschließlich darum, terroristische Infiltrationen zu verhindern und den Raketenbeschuss zu unterbinden. Auch neue Siedlungen in dem Küstenstreifen schließt Sa’ar kategorisch aus. Wer Israel Besatzung vorwerfe, projiziere ideologische Klischees auf eine Realität, die mit moralischen Floskeln nicht zu fassen sei.

Klar sei aber auch: Ohne das Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen 2023 stünden heute keine israelischen Truppen im Gazastreifen. Dass westliche Staaten dennoch immer wieder mit zweierlei Maß messen, sei für Israel unerträglich geworden. Während man in Berlin, Paris oder Brüssel Verständnis für palästinensische Aggressionen signalisiere, fordere man von Israel „Zurückhaltung“ – selbst dann, wenn Raketen auf Zivilisten abgefeuert oder Babys entführt würden.

In diesem KontextKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen richtet Sa’ar auch seine Kritik an den Begriff der „Zweistaatenlösung“, der seit Jahrzehnten als diplomatisches Mantra im Westen wiederholt wird: „Das ist kein Lösungsansatz, sondern eine Selbstaufgabe. Ein Palästinenserstaat, wie er aktuell diskutiert wird, wäre nichts anderes als ein Terrorstaat vor unserer Haustür.“ Insbesondere in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen – von europäischen Politikern fälschlich als „besetzt“ bezeichnet – habe es nie einen palästinensischen Staat gegeben. Israel werde nicht zulassen, dass diese Gebiete einem Feind überlassen werden, der das Existenzrecht des jüdischen Staates ablehnt.

Vor diesem Hintergrund verurteilt Sa’ar auch das Verhalten der Hamas gegenüber der eigenen Bevölkerung. Während sich Israel um humanitäre Hilfen bemühe, sei es die Hamas, die Not und Elend kalkuliert eskalieren lasse – als PR-Waffe gegen Israel. Die Zusammenarbeit mit der Gaza Humanitarian Foundation (GHF), die unter israelischer Aufsicht Lebensmittel verteilt, habe zwar sichtbare Erfolge gezeigt – doch Panik, Gewalt und tödliche Massenaufläufe seien meist auf gezielte Manipulation durch die Hamas zurückzuführen. „Es war die Hamas, die aus Essen eine Waffe gemacht hat – nicht Israel.“

Für Gideon Sa’ar steht deshalb fest: Wer jetzt ernsthaft Frieden will, muss endlich aufhören, die Hamas zu beschwichtigen. Es brauche klare Kante – nicht diplomatische Flucht in Illusionen. „Der Krieg geht weiter, bis alle Geiseln freigelassen und die Hamas zerschlagen ist.“

Israel befindet sich an einem Scheideweg. Die westliche Welt ebenso. Wer aus falsch verstandener Moral Diplomatie betreibt, wird nicht Frieden schaffen – sondern die nächste Tragödie vorbereiten.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Freitag, 01 August 2025

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