Europa setzt auf Konfrontation – und Israel reagiert entschlossen

Europa setzt auf Konfrontation – und Israel reagiert entschlossen


Immer mehr Staaten Europas erkennen einen palästinensischen Staat an – ausgerechnet nach den Massakern vom 7. Oktober. Für Israel ist das ein Schlag ins Gesicht. Premier Netanjahu kündigt an: Diese Politik wird nicht unbeantwortet bleiben.

Europa setzt auf Konfrontation – und Israel reagiert entschlossen

Der politische Druck auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nimmt zu. Nach Großbritannien, Kanada und Australien erklärte nun auch Portugal offiziell die Anerkennung eines palästinensischen Staates. Weitere europäische Länder haben nach Angaben von Diplomaten angekündigt, dem Schritt zu folgen. Damit wächst die Zahl der UN-Mitglieder, die Palästina als Staat anerkennen, auf 145. Doch hinter der diplomatischen Fassade verbirgt sich eine politische Sprengkraft, die Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen und internationale Stellung direkt betrifft.

Aus Sicht der europäischen Regierungen sei die Anerkennung kein „Preis für Terror“, sondern Teil einer politischen „Roadmap“ zu einer Zwei-Staaten-Lösung. Israel dagegen sieht darin eine klare Verharmlosung des Terrors und eine gefährliche Verdrehung der Realität. Denn die Welle diplomatischer Gesten setzt just nach dem 7. Oktober ein – dem Tag des schlimmsten Massakers an Juden seit der SchoahShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu formulierte es in einer Videobotschaft unmissverständlich: Wer jetzt Palästina anerkennt, „belohnt den Terror auf unvorstellbare Weise“.

Die Spannungen eskalieren nicht nur verbal. In JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen wird über konkrete Reaktionen beraten. Zwei Schritte stehen im Raum: die Ausweitung israelischer Souveränität in bestimmten Gebieten – von einer administrativen Neuzuordnung bis hin zu einer möglichen Erklärung über die Jordansenke – sowie die Schließung ausländischer Konsulate, insbesondere der französischen. Frankreich gilt aus israelischer Sicht als treibende Kraft hinter der europäischen Anerkennungswelle.

Netanjahu und sein engster Beraterkreis, zu dem der Minister für strategische Angelegenheiten Ron Dermer zählt, betonen zugleich die Notwendigkeit enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump bleibt für Israel der entscheidende Partner, um dem diplomatischen Trend entgegenzuwirken. Netanjahu wird noch in dieser Woche mit Trump zusammentreffen, bevor er die offizielle Reaktion Israels verkündet.

In Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten klingt die Botschaft scharf: Jede Form israelischer Annexion oder Souveränitätserklärung in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen werde als „rote Linie“ betrachtet, die nicht ohne Folgen bleibe. Hochrangige Diplomaten warnten in Gesprächen mit israelischen Vertretern sogar vor einer Gefährdung der Abraham-AbkommenAbraham-Abkommen: Israels Durchbruch in der arabischen WeltDie Abraham-Abkommen sind Normalisierungsvereinbarungen zwischen Israel und mehreren arabischen beziehungsweise muslimisch geprägten Staaten. Sie begannen 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain.Mehr lesen, sollte Jerusalem diesen Weg einschlagen.

Doch für Israel steht eine andere Wahrheit im Vordergrund: Ein palästinensischer Staat, der aus den Händen einer schwachen und korrupten Autonomiebehörde geboren wird, ohne die Terrororganisation HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen zu entmachten und ohne die Rückgabe der Geiseln zu sichern, ist nicht Friedenslösung, sondern Illusion. Wer jetzt Anerkennung ausspricht, ignoriert nicht nur die israelische Sicherheitslage, sondern auch die innerpalästinensische Realität: eine politische Führung ohne Legitimation, ein gespaltenes Volk und ein Terrorregime, das sich in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen verschanzt.

Die Anerkennungswelle in Europa zeigt: Der diplomatische Kampf um die Deutungshoheit ist längst ebenso entscheidend wie das militärische Ringen vor Ort. Israel steht zwischen internationalem Druck und der Pflicht, seine Bürger zu schützen. Ob die Warnungen Europas mehr sind als Rhetorik, wird sich zeigen. Klar ist aber: Israel wird den Preis für seine Sicherheit nicht von außen diktieren lassen.




Autor: Redaktion
Montag, 22 September 2025

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