Hamas übergibt erstmals seit über einer Woche Leichen israelischer Geiseln – Rotkreuz-Konvoi unterwegs zur ÜbergabeHamas übergibt erstmals seit über einer Woche Leichen israelischer Geiseln – Rotkreuz-Konvoi unterwegs zur Übergabe
Zum ersten Mal seit dem vergangenen Dienstag will die Terrororganisation Hamas die Leichname israelischer Geiseln übergeben. Der Schritt erfolgt nach massiven israelischen Luftangriffen auf Gaza – und vor dem Hintergrund erneuter Waffenstillstandsbrüche durch die Hamas.

Die Terrororganisation HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen kündigte am Donnerstagmittag an, dass sie um 16:00 Uhr zwei getötete israelische Geiseln an IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen übergeben werde. Es ist die erste Rückgabe seit mehr als einer Woche. Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise befindet sich ein Konvoi des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) auf dem Weg zu einem Treffpunkt im Zentrum des Gazastreifens, wo mehrere Särge mit den sterblichen Überresten übergeben werden sollen.
Die israelische Armee (IDF) und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet bestätigten, dass sie entsprechende Informationen erhalten haben. Unklar ist, ob es sich um die Leichen von Amiram Kuper und Sahar Baruch handelt, deren Freigabe Hamas bereits angekündigt, dann aber abgesagt hatte. Die Terrororganisation hatte behauptet, Israel habe den Waffenstillstand gebrochen und deshalb die Übergabe gestoppt.
Die heutige Rückgabe erfolgt kurzfristig und vor dem Hintergrund heftiger Kämpfe im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen. In der vergangenen Nacht kamen nach palästinensischen Angaben über hundert Menschen ums Leben, darunter etwa dreißig Hamas-Kämpfer. Israelische Luftangriffe richteten sich gegen militärische Stellungen und Tunnelanlagen der Organisation, nachdem diese mehrfach gegen die Feuerpause verstoßen hatte – sowohl durch Beschuss israelischer Truppen als auch durch die Weigerung, weitere Geiseln zurückzugeben.
Wiederholte Verstöße der Hamas
Bereits Anfang der Woche hatte die Hamas behauptet, die Überreste eines israelischen Geisels übergeben zu haben. Das Büro des Premierministers stellte jedoch klar, dass die übergebenen sterblichen Überreste dem gefallenen Soldaten Ofir Tzarfati gehörten, dessen Leichnam bereits vor zwei Jahren in einer israelischen Militäroperation geborgen worden war.
In einer Erklärung hieß es: „Dies stellt eine eindeutige Verletzung der Vereinbarungen durch die Terrororganisation Hamas dar.“ Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte daraufhin ein sicherheitspolitisches Treffen an, um Israels weiteres Vorgehen gegenüber den wiederholten Vertragsbrüchen zu beraten.
Am Mittwoch kam es im Süden des Gazastreifens erneut zu Gefechten. Der israelische ReservistReservisten: Israels Bürger in UniformReservisten sind frühere Soldaten, die nach ihrem aktiven Dienst weiter für Einsätze, Übungen oder Kriegsfälle bereitstehen. In Israel heißen sie im Alltag oft Miluim und sind für die Verteidigungsfähigkeit des Landes besonders wichtig.Mehr lesen Efi (Yonah Ephraim) Feldbaum, 37 Jahre alt, fiel in Rafah, nachdem Hamas-Terroristen eine kombinierte Attacke gegen eine Einheit des Nahal-Regiments verübt hatten. Die Terroristen eröffneten gegen 15:45 Uhr das Feuer auf ein technisches Fahrzeug und griffen anschließend einen gepanzerten Transporter mit Panzerabwehrraketen an.
Feldbaum, der sich in einem von der IDF kontrollierten Gebiet befand, wurde durch Scharfschützenfeuer tödlich getroffen. Die Angreifer entkamen, während israelische Truppen das Feuer erwiderten und Tunnelöffnungen im Bereich von Rafah zerstörten.
Ein fragiles Gleichgewicht
Die wiederholten Angriffe der Hamas und ihre manipulative Informationspolitik stellen die ohnehin fragile Waffenruhe auf eine harte Probe. Während Israel versucht, die Vereinbarungen einzuhalten und humanitäre Übergaben zu ermöglichen, nutzt die Hamas jede Gelegenheit, um taktischen Vorteil aus symbolischen Gesten zu ziehen.
Das Internationale Rote Kreuz spielt bei den Übergaben eine heikle Rolle: Es ist der einzige neutrale Akteur, der zwischen beiden Seiten vermittelt und den Transport der Leichen übernimmt. In JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen herrscht dennoch Misstrauen gegenüber der Organisation, nachdem der israelische Verteidigungsminister kürzlich ihre Besuche in Gefängnissen einschränkte – wegen des Verdachts, Vertreter des Roten Kreuzes hätten Informationen an inhaftierte Terroristen weitergegeben.
Mit der heutigen Rückgabe versucht die Hamas offenbar, ihr beschädigtes Image zu korrigieren und internationale Aufmerksamkeit zu gewinnen. Für die israelische Gesellschaft dagegen ist jede Rückkehr – selbst die eines Sarges – ein schmerzhaftes, aber bedeutendes Ereignis: ein Zeichen der Verantwortung gegenüber den Gefallenen und ihrer Familien.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 30 Oktober 2025