Liebe Leserinnen und Leser,
haOlam.de arbeitet ohne Verlag und ohne institutionelle Unterstützung.
Das vergangene Jahr hat uns deutlich gezeigt, wie wichtig unabhängige Berichterstattung ist.
Um unsere Arbeit 2026 vollständig fortführen zu können, müssen wir weiterhin auf Ihr Mitwirken bauen. Unser Ziel liegt bei 8.000 Euro, ideal wären 10.000 Euro. Wir sind noch nicht am Ende angekommen jede Unterstützung hilft uns jetzt besonders. Kontakt bei Fragen: kontakt@haolam.de
Trump signalisiert Iran Verzicht auf Militärschlag trotz anhaltender Repression

Trump signalisiert Iran Verzicht auf Militärschlag trotz anhaltender Repression


Nach Tagen massiver Spannungen hat US-Präsident Donald Trump Teheran nach iranischen Angaben mitgeteilt, dass derzeit kein amerikanischer Angriff geplant ist. Während Washington von einem Ende der Gewalt spricht, reißen Berichte über Massenverhaftungen, Todesurteile und vollständige Informationssperren in Iran nicht ab.

Trump signalisiert Iran Verzicht auf Militärschlag trotz anhaltender Repression

Nach mehrtägiger Eskalation rund um die Proteste in Iran hat Donald Trump der iranischen Führung nach Angaben aus Teheran signalisiert, dass die Vereinigten Staaten derzeit keinen Militärschlag planen. Dies berichtete der iranische Botschafter in Pakistan unter Berufung auf direkte Kontakte. Trump habe Teheran zudem zur Zurückhaltung aufgerufen.

Der US-Präsident erklärte am Mittwochabend gegenüber Journalisten, man habe ihm berichtet, dass die Tötung von Demonstranten gestoppt worden sei und es keine Pläne für Hinrichtungen gebe. „Wir werden überprüfen, was das bedeutet“, sagte Trump und fügte hinzu, dass die Lage weiter beobachtet werde. Auf die Frage nach einem möglichen Angriff antwortete er ausweichend.

Iran weist Berichte über Hinrichtungen zurück

Auch Irans Außenminister Abbas Araghchi wies in einem Interview die Vorwürfe zurück. Es gebe „keine Absicht, Menschen zu hängen“, erklärte er und sprach von einer gezielten Kampagne aus dem Ausland. Zugleich betonte er, Iran lehne jede Einmischung in innere Angelegenheiten strikt ab.

Dem widersprechen Berichte von Menschenrechtsorganisationen und oppositionellen Netzwerken. Nach Angaben der Organisation HRANA wurden bislang mehr als 18.000 Menschen festgenommen. Hunderte Verfahren sollen vor Schnellgerichten laufen, bei denen Angeklagte pauschal als „Kriminelle“ eingestuft werden. Der iranische Justizminister hatte öffentlich erklärt, jeder, der sich seit dem 8. Januar auf der Straße aufgehalten habe, gelte als Straftäter.

Informationssperre und internationale Reaktionen

Seit mehreren Tagen ist der Internetzugang in weiten Teilen Irans nahezu vollständig unterbrochen. Nach Angaben von Netblocks hält die Abschaltung bereits über 150 Stunden an. Beobachter gehen davon aus, dass die Maßnahme gezielt eingesetzt wird, um Bilder, Zeugenaussagen und belastbare Zahlen über Tote und Verletzte aus dem Land herauszuhalten.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte Teheran erneut auf, Gewalt gegen friedliche Demonstranten unverzüglich zu beenden und den Zugang zu Kommunikation wiederherzustellen. Europäische Regierungen äußerten sich besorgt, vermieden jedoch konkrete Drohungen.

Israel zieht rote Linie

Aus israelischer Sicht bleibt die Lage hochsensibel. Ein israelischer Regierungsvertreter erklärte, man gehe derzeit von einem amerikanischen Kurs der Zurückhaltung aus. Gleichzeitig sei intern klar definiert worden, dass ein direkter Angriff Irans auf Israel eine grundlegende strategische Antwort nach sich ziehen würde. In diesem Fall werde nicht lediglich reagiert, sondern gezielt auf die Stabilität des iranischen Regimes abgezielt.

Die israelischen Streitkräfte erhöhten zuletzt die Bereitschaft in mehreren Verteidigungsbereichen, betonten jedoch, dass es derzeit keine Änderungen für die Zivilbevölkerung gebe.

Vorsichtige Entspannung ohne Entwarnung

Nach Angaben der New York Times bereitet sich das US-Verteidigungsministerium darauf vor, zuvor aus dem Nahen Osten verlegte Kräfte schrittweise an ihre Stützpunkte zurückzuführen. Strategische Bomber blieben jedoch in erhöhter Alarmbereitschaft. Beobachter werten Trumps Aussagen als temporäre Deeskalation, nicht als strategischen Kurswechsel.

Die Lage in Iran selbst bleibt unübersichtlich. Während Teheran von Stabilisierung spricht, berichten Aktivisten von weiteren nächtlichen Razzien, Verhaftungen in Krankenhäusern und zunehmendem Druck auf Angehörige von Demonstranten. Ob Trumps Einschätzung Bestand hat oder sich als Momentaufnahme erweist, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Daniel Torok - https://x.com/dto_rok/status/1973190288538739197, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181818403


Donnerstag, 15 Januar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage