Die Palästinensische Autonomiebehörde erklärt Israels Ende zur Gewissheit

Die Palästinensische Autonomiebehörde erklärt Israels Ende zur Gewissheit


Nicht im Zorn des Gefechts, sondern systematisch und über Jahre hinweg vermittelt die Palästinensische Autonomiebehörde eine klare Botschaft. Israel sei nur eine vorübergehende Erscheinung, sein Verschwinden eine Frage der Zeit.

Die Palästinensische Autonomiebehörde erklärt Israels Ende zur Gewissheit

Was führende Vertreter der Palästinensische Autonomiebehörde seit Jahren sagen, wird im Westen oft als Rhetorik abgetan. Als Worte für den innerpalästinensischen Gebrauch, als Ventil für Frustration, als überzogene Symbolik ohne praktische Folgen. Doch ein genauer Blick auf die offiziellen Medien, Bildungsinhalte und internationalen Auftritte der Autonomiebehörde zeigt ein anderes Bild. Es handelt sich nicht um vereinzelte Ausrutscher, sondern um eine konsistente ideologische Linie. Ihr Kern ist eindeutig: Israel soll nicht bestehen bleiben.

Diese Haltung wurde zuletzt offen formuliert von Abbas Zaki, Mitglied des Zentralkomitees der Fatah und einer der ranghöchsten Politiker im Machtgefüge der Autonomiebehörde. Seine Aussage, Israel sei „zum Untergang bestimmt“, wurde nicht im privaten Kreis getätigt, sondern öffentlich verbreitet. Der Gedanke dahinter ist simpel und zugleich radikal. Wer bleibt, gewinnt. Und bleiben, so die Lehre, werden allein die Palästinenser. Israel erscheint in dieser Erzählung nicht als legitimer Staat, sondern als historischer Irrtum, der sich von selbst erledigen werde.

Diese Vorstellung wird nicht erst im Erwachsenenalter vermittelt. Sie beginnt früh, sehr früh. In offiziellen Lehrmaterialien, Kinderzeitschriften und Schulprogrammen wird Israel konsequent als künstliches, fremdes Gebilde dargestellt. Als Kolonialprojekt, das wie frühere Herrschaften auf diesem Land zwangsläufig verschwinden müsse. Der Vergleich mit Römern, Kreuzfahrern oder Briten ist dabei kein Zufall. Er soll den Eindruck erzeugen, jüdische Souveränität sei ebenso vergänglich wie alle früheren Mächte.

Auf dem staatlichen palästinensischen Fernsehen wird diese Sicht regelmäßig wiederholt. In historischen Formaten wird jüdische Einwanderung als illegaler Akt beschrieben, ermöglicht durch fremde Imperien. Die Schlussfolgerung ist stets dieselbe: Geschichte duldet keine Kolonialherren. Auch die Juden würden eines Tages dorthin zurückkehren, woher sie gekommen seien. Diese Aussagen werden in identischer oder nahezu identischer Form über Jahre hinweg gesendet, nicht zufällig, sondern bewusst ritualisiert.

Besonders wirksam ist die emotionale Verpackung dieser Botschaft. In Gedichten, kulturellen Beiträgen und Talkshows wird der Gedanke vom Ende Israels nicht als Drohung formuliert, sondern als Naturgesetz. Dichter zählen vergangene Reiche auf und stellen am Ende die rhetorische Frage, wo denn die Herrschaft der Juden geblieben sein werde. Der Subtext ist unmissverständlich. Geduld genügt. Die Zeit arbeitet für uns.

Auch politische Analysten, die im staatlichen Fernsehen auftreten, verstärken diese Linie. Israel wird als Werkzeug fremder Mächte beschrieben, als Sicherheitsdienstleister westlicher Interessen. Sobald der Nutzen verschwinde, so die These, werde man den Staat fallen lassen. Übrig bleibe ein Machtvakuum, das von den Palästinensern gefüllt werde. Gewalt wird dabei nicht immer offen gefordert. Sie erscheint oft als logische Begleiterscheinung eines historischen Prozesses, nicht als moralisches Problem.

Diese Botschaft endet nicht an den Grenzen der Autonomiegebiete. Sie wird international vorgetragen und anschließend wieder in die palästinensische Öffentlichkeit zurückgespielt. Reden bei den Vereinten Nationen, Stellungnahmen der Arabischen Liga, diplomatische Auftritte, all das wird über die offiziellen Kanäle übertragen. Auch hier lautet die Kernaussage: Israel mag heute existieren, doch seine Existenz ist begrenzt.

Wer diese ideologische Konstante ignoriert, versteht weder die politische Kultur der Autonomiebehörde noch die tiefe Ablehnung, die einem dauerhaften Frieden im Weg steht. Solange einer Bevölkerung von Kindesbeinen an vermittelt wird, dass der Nachbarstaat ohnehin verschwinden wird, verliert jeder Kompromiss seinen Sinn. Warum Grenzen akzeptieren, warum Koexistenz anstreben, wenn die eigene Führung verspricht, dass Zeit und Geschichte die Arbeit erledigen?

Gerade vor diesem Hintergrund wirkt die westliche Diskussion über eine Rückkehr der Autonomiebehörde nach Gaza bemerkenswert realitätsfern. Sie blendet aus, dass es nicht nur um Verwaltungsfähigkeit oder Sicherheitsstrukturen geht, sondern um ein Weltbild. Ein Weltbild, das die Existenz Israels nicht als verhandelbar, sondern als vorübergehend betrachtet. Nicht als Konfliktpartner, sondern als Auslaufmodell.

Diese Haltung ist kein Randphänomen. Sie ist tief verankert, öffentlich dokumentiert und über Jahre hinweg gepflegt worden. Wer sie weiterhin übersieht, läuft Gefahr, politische Lösungen auf Illusionen zu bauen. Denn Frieden setzt Anerkennung voraus. Und genau diese Anerkennung verweigert die Palästinensische Autonomiebehörde ihrem israelischen Nachbarn bis heute.


Autor: Redaktion
Bild Quelle:


Mittwoch, 21 Januar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage