Ran Gvili ist zurück in Israel 843 Tage nach dem 7. Oktober

Ran Gvili ist zurück in Israel 843 Tage nach dem 7. Oktober


Nach 843 Tagen in Gaza ist der Leichnam von Ran Gvili nach Israel zurückgebracht worden. Die Familie sprach erstmals öffentlich. Zwischen Schmerz und Stolz wurde deutlich, was dieser Moment für ein Land bedeutet, das seine Gefallenen nicht zurücklässt.

Ran Gvili ist zurück in Israel 843 Tage nach dem 7. Oktober

Israel hat seinen letzten Gefallenen aus dem Massaker des 7. Oktober zurückgebracht. Am Montagabend wurde der Leichnam von Ran Gvili nach Israel überführt. 843 Tage lang galt er als verschleppt. Nun ist er wieder zu Hause.

Ran Gvili fiel am Morgen des 7. Oktober im Kampf. Sein Leichnam wurde von Terroristen nach Gaza gebracht und dort über fast zweieinhalb Jahre zurückgehalten. Mit seiner Rückführung endet ein Kapitel, das viele Familien, Soldaten und große Teile der israelischen Gesellschaft begleitet hat leise, schmerzhaft und ohne Gewissheit.

Die Operation zur Bergung wurde im Norden des Gazastreifens durchgeführt. Sie galt als militärisch komplex, riskant und zeitlich eng begrenzt. Hunderte Soldaten waren beteiligt. Ziel war klar formuliert: den Gefallenen nach Israel zurückzubringen, damit er in israelischer Erde beigesetzt werden kann.

Für die Familie begann damit ein Moment, auf den sie lange gewartet hatte und vor dem sie sich zugleich fürchtete.

In ihrer ersten öffentlichen Erklärung dankten die Eltern der Bevölkerung, den Sicherheitskräften und den Soldaten, die an der Operation beteiligt waren. Die Worte der Mutter waren ruhig, gefasst, beinahe nüchtern und gerade deshalb so eindringlich.

Sie sprach nicht von Rache. Nicht von Hass. Sondern von Stolz. Die Trauer, sagte sie, sei tief. Doch die Würde ihres Sohnes wiege schwerer.

Der Vater verabschiedete sich am Sarg seines Kindes mit wenigen, klaren Sätzen. Ran hätte bleiben können, sagte er. Er entschied sich bewusst anders. Er wollte seine Kameraden nicht allein lassen. Diese Entscheidung habe sein Leben gekostet und zugleich seinen Charakter gezeigt.

Auch die Geschwister sprachen. Von Schmerz. Von Leere. Und von der Gewissheit, dass Ran nicht als Opfer zurückkehrt, sondern als Soldat, der seine Pflicht erfüllt hat.

Entlang der Straßen im Süden Israels standen Menschen mit israelischen Fahnen. Keine Parolen, kein Lärm. Nur Stille. Viele kannten Ran nicht persönlich. Aber sie verstanden, was dieser Moment bedeutete.

Nicht nur für eine Familie. Für ein Land.

Die Rückführung markiert das Ende einer offenen Wunde. Mit Ran Gvili kehrte der letzte der am 7. Oktober verschleppten Gefallenen zurück. Kein einziger wurde vergessen. Kein Leichnam aufgegeben. Diese Haltung ist tief im israelischen Selbstverständnis verankert.

In einer Region, in der der Tod oft instrumentalisiert wird, setzt Israel bewusst ein anderes Zeichen. Jeder Soldat zählt. Auch nach seinem Tod. Gerade dann.

Der Generalstabschef war bei der Übergabe anwesend. Er salutierte vor dem Sarg. Keine Rede, keine Symbolik. Nur ein militärischer Gruß. Danach wurde die Nationalhymne gesungen nicht als Zeremonie, sondern als stilles Versprechen.

Dass dieses Versprechen eingelöst wurde, hat für viele Israelis eine Bedeutung, die über diesen einzelnen Fall hinausgeht. Es geht um Vertrauen. Um Verantwortung. Um den unausgesprochenen Vertrag zwischen Staat und seinen Bürgern.

Wer Israel verteidigt, wird nicht zurückgelassen.

Die Rückkehr von Ran Gvili beendet keine Trauer. Aber sie beendet die Ungewissheit. Und manchmal ist das der einzige Trost, den ein Staat geben kann.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Polizei Israel


Montag, 26 Januar 2026

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