Merz will Iran stoppen, doch Teheran droht offen mit KriegMerz will Iran stoppen, doch Teheran droht offen mit Krieg
Der deutsche Kanzler präsentiert sich in Katar als entschlossener Gegenspieler Teherans. Gleichzeitig beschlagnahmt Iran Schiffe, droht den USA mit einem „Massaker“ in der Straße von Hormus und bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen regionalen Krieg vor. Zwischen Berliner Worten und iranischer Realität klafft ein Abgrund.
Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Doha mit ernster Miene vor Kameras erklärte, Deutschland wolle Iran zur Aufgabe seiner „destabilisierenden Aktivitäten“ bewegen, sprach in Teheran zur selben Stunde ein ganz anderer Ton. Dort redeten Militärs und Funktionäre nicht von Dialog, sondern von Schlachtfeldern, Flugzeugträgern und einer Region, die in Flammen stehen könnte.
Die Gegensätze könnten kaum größer sein.
Merz, der sich in Katar zu Gesprächen über die Lage im Nahen Osten aufhielt, äußerte sich besorgt über die zunehmende militärische Eskalation. Man wolle helfen, „Iran zur Vernunft zu bringen“, sagte der Kanzler. Berlin und seine Partner seien entschlossen, einen weiteren Krieg zu verhindern. Die Worte klangen staatstragend, vernünftig und diplomatisch.
Doch was sie nicht klangen, war glaubwürdig.
Denn während der deutsche Regierungschef von Stabilität sprach, tat Iran genau das Gegenteil. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten, sie hätten im Persischen Golf zwei Tanker beschlagnahmt, die angeblich eine Million Liter Treibstoff „geschmuggelt“ hätten. Solche Aktionen sind keine Einzelfälle, sondern Teil einer seit Jahren betriebenen Strategie: Einschüchterung der Schifffahrt, Provokation des Westens, Machtdemonstration in einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
Noch deutlicher wurde die aggressive Haltung Teherans in der offiziellen Rhetorik. Der ehemalige Chef des iranischen Staatsrundfunks, Ezzatollah Zarghami, erklärte unverhohlen: „Ich bin sicher, dass die Straße von Hormus der Ort des Massakers für die Amerikaner sein wird. Sie wird ihre Hölle sein.“ Solche Worte sind keine diplomatischen Ausrutscher, sondern Ausdruck einer politischen Kultur, die auf Drohungen, Einschüchterung und Gewalt setzt.
Auch das iranische Militär legte nach. Ein Sprecher der Streitkräfte verkündete, man sei „auf jedes Szenario vorbereitet“. Sollte der Westen den Weg des Krieges wählen, werde Iran bereit sein. Ein Konflikt, so die Drohung, würde nicht lokal begrenzt bleiben, sondern „die gesamte Region erfassen“, einschließlich aller amerikanischen Stützpunkte vom Persischen Golf bis zum Golf von Oman.
Diese Aussagen sind keine leeren Parolen. Sie sind die unverhüllte Sprache eines Regimes, das seit Jahrzehnten Terrororganisationen bewaffnet, Stellvertreterkriege führt und jede Chance nutzt, den Westen zu destabilisieren.
Vor diesem Hintergrund wirken die Aussagen des deutschen Kanzlers wie diplomatische Pflichtübungen. Merz mag den Willen haben, Iran zu stoppen. Doch mit welchen Mitteln? Mit welchen Hebeln? Mit welcher realen Macht?
Deutschland allein verfügt weder über militärische Abschreckung noch über ernsthafte Sanktionsinstrumente, die über das hinausgehen, was ohnehin schon existiert. Europas Versuche, Teheran mit gutem Zureden zur Vernunft zu bringen, sind in der Vergangenheit kläglich gescheitert. Das iranische Regime hat jede Form von Entgegenkommen stets als Schwäche interpretiert.
Die jüngsten Entwicklungen rund um die geplatzten Atomgespräche zwischen den USA und Iran zeigen das deutlich. Washington war bereit zu verhandeln. Teheran stimmte zunächst zu und versuchte dann im letzten Moment, den gesamten Rahmen zu verändern. Die Gespräche wurden abgesagt. Das Muster ist altbekannt: Iran spielt auf Zeit, versucht Zugeständnisse zu erzwingen und weicht ernsthaften Verpflichtungen aus.
Während deutsche Diplomaten noch an Dialog glauben, bereitet sich das Regime in Teheran auf Konfrontation vor.
Ein Blick auf die Realität in der Region macht die Diskrepanz noch deutlicher. Iran finanziert weiterhin die Hisbollah im Libanon, unterstützt Milizen im Irak und in Syrien, liefert Waffen an die Huthi-Rebellen im Jemen und arbeitet unvermindert an seinem Raketenprogramm. Gleichzeitig verweigert Teheran jede Diskussion über diese Themen und will ausschließlich über sein Atomprogramm sprechen zu eigenen Bedingungen.
Der Westen hingegen fordert zu Recht, dass auch Irans Raketen, seine Terrornetzwerke und seine Menschenrechtsverbrechen Teil jeder Verhandlung sein müssen. Genau das lehnt Teheran kategorisch ab.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was die Worte von Friedrich Merz tatsächlich wert sind. „Wir wollen Iran stoppen“ klingt entschlossen. Doch ohne konkrete Maßnahmen, ohne harte Sanktionen, ohne glaubwürdige Drohkulisse bleiben es letztlich nur Sätze für Pressekonferenzen.
Die Wahrheit ist unbequem: Nicht Deutschland bestimmt das Geschehen, sondern die Vereinigten Staaten und zunehmend auch Israel. Dort wächst die Überzeugung, dass Iran nur durch klare rote Linien und entschlossene Abschreckung gebremst werden kann. Diplomatie allein hat das Regime bisher nie beeindruckt.
Teheran versteht nur eine Sprache: Stärke.
Und genau diese Stärke fehlt in den Äußerungen des deutschen Kanzlers.
Während Merz von Dialog spricht, rüstet Iran auf, beschlagnahmt Schiffe, bedroht internationale Wasserstraßen und verkündet offen seine Kriegsbereitschaft. Zwischen diesen beiden Welten liegt nicht nur ein politischer Unterschied, sondern eine gefährliche Illusion.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wohin die Reise geht. Doch eines steht schon jetzt fest: Wer Iran wirklich stoppen will, wird mehr brauchen als gut gemeinte Reden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Donnerstag, 05 Februar 2026