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Israelische Spezialeinheit schlägt in Libanon zu und nimmt Terrorchef fest

Israelische Spezialeinheit schlägt in Libanon zu und nimmt Terrorchef fest


Nächtliche Operation im Süden des Libanon: Israelische Kräfte greifen gezielt zu, statt zu töten. Ein hochrangiger Führer der sunnitischen Terrorgruppe Al-Jamaa al-Islamiyya befindet sich nun in israelischer Hand.

Israelische Spezialeinheit schlägt in Libanon zu und nimmt Terrorchef fest

Es ist einer jener Einsätze, die nur selten an die Öffentlichkeit gelangen, die aber viel über die Entschlossenheit und die Fähigkeiten Israels aussagen. In den frühen Morgenstunden führten Spezialeinheiten der israelischen Armee eine präzise Operation im Südlibanon durch. Ziel war ein hochrangiger Kommandeur der Terrororganisation Al-Jamaa al-Islamiyya, einer radikal-islamistischen Gruppe, die seit Jahren an der Seite der Hisbollah gegen Israel kämpft.

Libanesische Medien berichteten zuerst über den Vorfall und sprachen von einer Entführung durch israelische Spezialkräfte in der Ortschaft Al-Arkoub nahe dem Berg Dov. Kurz darauf bestätigte die israelische Armee die Operation offiziell. Ein hochrangiger Terrorist sei festgenommen und zur weiteren Befragung nach Israel gebracht worden, hieß es in einer knappen, aber deutlichen Mitteilung.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde der Einsatz über Wochen hinweg vorbereitet. Geheimdienstliche Informationen hatten ergeben, dass sich der gesuchte Kommandeur in einem Gebäude in der Region aufhielt. Statt ihn aus der Luft zu eliminieren, entschied man sich bewusst für eine riskantere, aber strategisch wertvollere Option. Man wollte ihn lebend in Gewahrsam nehmen, um an wichtige Informationen über Strukturen, Pläne und Netzwerke der Organisation zu gelangen.

Die Operation verlief offenbar ohne Zwischenfälle. Israelische Soldaten drangen in das Zielgebiet vor, überwältigten den Terroristen und stellten im Gebäude zudem Waffen sicher. Bemerkenswert ist, dass die Aktion in einem Dorf stattfand, das während der letzten militärischen Auseinandersetzungen nicht von israelischen Bodentruppen betreten worden war. Genauigkeit und Überraschungseffekt waren entscheidend.

Al-Jamaa al-Islamiyya ist für viele Beobachter weniger bekannt als Hisbollah oder Hamas, stellt jedoch einen bedeutenden Faktor im nördlichen Bedrohungsgefüge Israels dar. Die Organisation ist der libanesische Ableger der Muslimbruderschaft und wurde bereits in den 1980er Jahren gegründet. Ihre militärische Struktur arbeitet eng mit Hisbollah zusammen und unterstützt seit Jahren Angriffe auf Israel, unter anderem durch Raketenbeschuss aus dem Libanon.

Während des letzten Krieges beteiligte sich die Gruppe aktiv an Kampfhandlungen und verstand sich offen als Teil der sogenannten Widerstandsachse gegen Israel. Einer ihrer führenden Vertreter erklärte nach der Tötung des Hamas-Funktionärs Saleh al-Arouri im Jahr 2024 in Beirut, man sei gemeinsam mit Hamas zwei Seiten derselben Medaille. Solche Aussagen lassen keinen Zweifel an der ideologischen und operativen Nähe dieser Organisationen.

Für Israel bedeutet dies, dass Al-Jamaa al-Islamiyya längst kein Randphänomen mehr ist, sondern ein ernstzunehmender Gegner. Die Gruppe verfügt über eigene Waffenlager, Rekrutierungsnetzwerke und operative Strukturen in Südlibanon sowie entlang der syrisch-libanesischen Grenze. Sie agiert teilweise eigenständig und stellt gerade deshalb ein schwer kalkulierbares Risiko dar.

Vor diesem Hintergrund ist die Festnahme eines ihrer führenden Kommandeure ein bedeutender Erfolg. Ein lebender Terrorführer liefert Informationen, die keine Drohne und kein Luftangriff ersetzen können. Verhöre, Daten aus beschlagnahmten Geräten und Erkenntnisse über zukünftige Pläne ermöglichen es Israel, weitere Anschläge zu verhindern und Strukturen zu zerschlagen.

In ihrer offiziellen Erklärung betonte die israelische Armee, die Organisation versuche weiterhin aktiv, Terroranschläge gegen den jüdischen Staat und seine Bürger voranzutreiben. Man werde auch künftig entschlossen handeln, um jede Bedrohung im Norden zu neutralisieren. Diese Worte sind mehr als Routine. Sie sind eine klare Botschaft an alle Gruppen, die glauben, aus libanesischem Gebiet ungestraft agieren zu können.

Die Wahl des Vorgehens ist dabei ebenso wichtig wie das Ergebnis. Israel hätte den Terroristen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch einen gezielten Luftschlag ausschalten können. Doch die Entscheidung, ihn festzunehmen, zeigt strategisches Denken. Der Kampf gegen den Terror wird nicht nur mit Bomben, sondern vor allem mit Information gewonnen.

Für die libanesische Öffentlichkeit ist der Vorfall ein weiteres Zeichen dafür, wie tief israelische Geheimdienste in das Land hineinwirken können. Trotz aller Drohungen der Hisbollah und ihrer Verbündeten ist Israel in der Lage, punktgenau zuzuschlagen, wann und wo es notwendig ist.

Gleichzeitig macht der Einsatz deutlich, dass der Norden Israels auch nach Jahren relativer Ruhe ein gefährliches Pulverfass bleibt. Neben der Hisbollah existieren zahlreiche kleinere, aber entschlossene Gruppen, die von iranischer Ideologie und radikal-islamistischen Ideen angetrieben werden. Sie alle verfolgen dasselbe Ziel. Die Zerstörung Israels.

Die nächtliche Festnahme im Süden des Libanon ist deshalb weit mehr als ein einzelner Erfolg. Sie ist Teil eines andauernden Abwehrkampfes, den Israel seit Jahrzehnten führt. Ein Kampf, der im Verborgenen stattfindet, fernab der Kameras und Schlagzeilen. Doch seine Ergebnisse entscheiden darüber, ob Israelis sicher schlafen können.

Während in Beirut über Souveränitätsverletzungen geklagt wird, wissen die Menschen in Galiläa, was solche Operationen bedeuten. Weniger Raketen, weniger Terror, mehr Sicherheit. Genau dafür wurde dieser Einsatz durchgeführt.

Israel hat erneut gezeigt, dass es bereit ist, auch jenseits seiner Grenzen zu handeln, wenn es um den Schutz seiner Bürger geht. Für Terrorgruppen im Libanon ist dies eine klare Warnung. Niemand ist außerhalb der Reichweite.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF
Montag, 09 Februar 2026

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