Purim 2026 in Israel während Raketen aus dem Iran fallenPurim 2026 in Israel während Raketen aus dem Iran fallen
Das jüdische Volk feiert seine Rettung vor der Vernichtung im alten Persien. Heute, während das iranische Regime Israel angreift, erhält dieses Fest eine neue und erschütternde Aktualität.
Am Abend des 2. März 2026 hat in Israel das Purimfest begonnen. In normalen Jahren ist es ein Tag der Freude, der Kostüme und des Lachens. Kinder verkleiden sich als Könige und Königinnen, Familien versammeln sich in Synagogen, und auf den Straßen Jerusalems, der Hauptstadt Israels, liegt eine Atmosphäre von Leichtigkeit. Doch in diesem Jahr fällt Purim in einen Krieg, der ausgerechnet von dem Land ausgeht, in dem die Geschichte dieses Festes ihren Ursprung hat.
Purim erinnert an Ereignisse, die sich vor rund zweieinhalbtausend Jahren im Persischen Reich abgespielt haben. Damals plante ein mächtiger Berater am königlichen Hof, das jüdische Volk vollständig zu vernichten. Sein Name war Haman. Er überzeugte den persischen König, einen Erlass zu unterzeichnen, der die Auslöschung der Juden erlaubte. Die Rettung kam durch Esther, eine jüdische Frau, die Königin wurde und den Plan aufdeckte. Am Ende wurden nicht die Juden vernichtet, sondern sie überlebten und verteidigten sich.
Heute liegt das Zentrum der Macht dieses alten Reiches in derselben Region. Es heißt nicht mehr Persien, sondern Iran. Und wieder ist es ein Regime in Teheran, das offen die Zerstörung des jüdischen Staates fordert und Raketen auf israelische Städte abfeuert. Während in Jerusalem die Schriftrollen der Esther gelesen werden, sind die Sirenen nicht weit entfernt. Während Kinder Masken tragen, stehen Soldaten in Uniform bereit, ihr Land zu verteidigen.
Diese Gleichzeitigkeit ist keine abstrakte historische Parallele. Sie ist Realität für Millionen Israelis. Purim ist kein fernes Symbol, sondern ein lebendiger Teil der jüdischen Identität. Es erzählt von einer Zeit, in der Juden im Exil lebten, ohne eigene Armee, ohne eigenen Staat, abhängig vom Willen fremder Herrscher. Heute existiert Israel als souveräner Staat mit der Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen damals und heute.
In vielen Städten Israels wird Purim dennoch gefeiert. In Synagogen versammeln sich Menschen, um die Megillat Esther zu lesen, die biblische Erzählung dieses Festes. Jedes Mal, wenn der Name Haman fällt, übertönen ihn die Zuhörer mit Lärm, ein uralter Brauch, der ausdrückt, dass sein Name ausgelöscht werden soll. Draußen gehen Kinder in Kostümen durch die Straßen, manche als Superhelden, manche als biblische Figuren. Für sie ist es ein Fest. Für ihre Eltern ist es mehr. Es ist ein Zeichen dafür, dass das Leben weitergeht.
Die Bedeutung von Purim hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert, doch sein Kern ist gleich geblieben. Es ist das Fest des Überlebens. Es erinnert daran, dass Bedrohungen real sind, dass sie ernst genommen werden müssen, aber auch daran, dass das jüdische Volk trotz allem weiterexistiert hat.
In diesem Jahr ist diese Botschaft stärker als je zuvor. Israel steht im direkten Konflikt mit einem Regime, das sich selbst als Erbe einer jahrtausendealten Geschichte sieht und gleichzeitig eine Ideologie vertritt, die den jüdischen Staat ablehnt. Doch anders als in der Zeit der biblischen Esther ist Israel heute nicht schutzlos. Es ist ein Staat mit einer Armee, mit Institutionen und mit der Fähigkeit, über sein eigenes Schicksal zu entscheiden.
Purim 2026 ist deshalb mehr als ein religiöses Fest. Es ist ein Moment, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Die Geschichte wird nicht wiederholt, aber sie wird erinnert. Und während Raketen aus dem Iran auf Israel gerichtet sind, feiern Israelis ein Fest, das genau von dieser Erfahrung erzählt.
Die zentrale Botschaft von Purim bleibt unverändert. Die jüdische Existenz hat Bedrohungen überstanden. Und sie besteht weiter.
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Bild Quelle: By AbuSinai - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=184484135
Montag, 02 März 2026