Katar schießt zwei iranische Kampfflugzeuge ab und wird selbst Ziel weiterer AngriffeKatar schießt zwei iranische Kampfflugzeuge ab und wird selbst Ziel weiterer Angriffe
Erstmals greift ein Golfstaat aktiv iranische Kampfjets an. Während Raketen und Drohnen mehrere Länder treffen, wächst die Gefahr einer offenen regionalen Konfrontation.
Die Eskalation im Nahen Osten hat eine neue Stufe erreicht. Katar hat nach offiziellen Angaben zwei iranische Kampfflugzeuge vom Typ Su-24 in seinem Luftraum abgeschossen. Das Verteidigungsministerium in Doha bestätigte den Vorfall, nannte jedoch zunächst keine weiteren Details zu Ablauf, Ort oder möglichen Verlusten auf iranischer Seite. Damit wird erstmals öffentlich bekannt, dass ein Golfstaat nicht nur Raketen und Drohnen abfängt, sondern aktiv gegen iranische Militärflugzeuge vorgeht.
Seit Beginn der israelisch amerikanischen Luftschläge gegen iranische Ziele am Samstag stehen mehrere arabische Staaten unter Beschuss. Der Iran hatte bereits vor Ausbruch der Kämpfe erklärt, sämtliche amerikanischen Militärstützpunkte in der Region als legitime Ziele zu betrachten. Viele dieser Einrichtungen befinden sich in Golfstaaten, die enge Partner der Vereinigten Staaten sind. Die Angriffe umfassen Drohnen, ballistische Raketen und nun offenbar auch den Einsatz bemannter Kampfflugzeuge.
Katar selbst bestätigte am Montag zudem die Abwehr iranischer Angriffe gegen zivile Infrastruktur, darunter der internationale Flughafen von Doha. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte, das Land könne solche Attacken nicht unbeantwortet lassen, betonte jedoch zugleich, dass man derzeit keine direkte Konfrontation mit dem Iran suche. Diese Formulierung verdeutlicht die Gratwanderung, auf der sich die Golfstaaten bewegen. Sie wollen ihre Souveränität verteidigen, zugleich aber einen großflächigen Krieg vermeiden.
Auch andere Staaten der Region sind betroffen. In Bahrain wurde ein Schiff im Hafen durch zwei unbekannte Geschosse getroffen, wodurch ein Feuer ausbrach. Ein Mensch kam ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Zuvor hatte bereits eine Raketenabwehr in der Nähe von Salman Industrial City Trümmerteile auf ein Schiff fallen lassen, die ebenfalls einen Brand verursachten. Die US Botschaft in Bahrain warnte amerikanische Staatsbürger vor erhöhter Bedrohung durch terroristische Gruppen und deren Unterstützer.
Im Irak wurden über dem Flughafen von Erbil, wo amerikanische Kräfte stationiert sind, drei bewaffnete Drohnen abgeschossen. In Jordanien lösten Berichte über Raketen und Drohnen im Luftraum Sicherheitswarnungen aus. Die US Botschaft forderte amerikanische Bürger auf, Schutzräume aufzusuchen und besondere Vorsicht walten zu lassen.
In Dubai kam es zu Unterbrechungen im Hafenbetrieb von Jebel Ali, nachdem Angriffe und Sicherheitsbedenken die Abläufe beeinträchtigt hatten. Der Hafen nahm später seinen Betrieb wieder auf, doch die Ereignisse zeigen, wie empfindlich die wirtschaftliche Infrastruktur der Region auf militärische Spannungen reagiert.
Angesichts dieser Entwicklung veröffentlichten die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine gemeinsame Erklärung. Darin verurteilten sie die iranischen Raketen und Drohnenangriffe als ungerechtfertigt und gefährlich. Sie betonten ihr Recht auf Selbstverteidigung und hoben die enge Kooperation bei der Luft und Raketenabwehr hervor, die größere Schäden verhindert habe.
Der Abschuss der beiden iranischen Su-24 markiert einen entscheidenden Wendepunkt. Bisher hatten sich die meisten Golfstaaten darauf beschränkt, eingehende Geschosse abzufangen. Nun kommt es zu direkten Luftkämpfen. Damit wird deutlich, dass der Krieg nicht mehr nur indirekt über Raketen geführt wird, sondern auch durch klassische militärische Konfrontation in der Luft.
Für Israel bestätigt diese Entwicklung, dass der Iran nicht nur Israel angreift, sondern die Stabilität der gesamten Region aufs Spiel setzt. Die Golfstaaten, die sich lange bemüht hatten, aus einer direkten Konfrontation herauszubleiben, sehen sich nun gezwungen, aktiv militärisch zu reagieren.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Mehr News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=119324794
Dienstag, 03 März 2026