Generalstabschef Zamir: Israel wird die gesamte schiitische Achse entmachtenGeneralstabschef Zamir: Israel wird die gesamte schiitische Achse entmachten
Der Krieg gegen Iran hat eine neue Phase erreicht. Neben Teheran rückt nun auch die vollständige Ausschaltung der Hisbollah ins strategische Zentrum der israelischen Führung.

Bildnachweis: IDF
Der Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Eyal Zamir, erklärte am Dienstagabend bei einem Besuch in einem Luftverteidigungszentrum, IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen werde die gesamte schiitische Bedrohungsachse unter Führung Irans und der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen beseitigen. Seine Worte markieren eine deutliche strategische Erweiterung der aktuellen Militärdoktrin.
Zamir sprach von einer einheitlichen Achse, die über Jahre hinweg systematisch aufgebaut worden sei. Seit spätestens 2017 habe Iran versucht, Israel mit einem Ring aus bewaffneten Stellvertretern zu umgeben. Dieser sogenannte Ring aus Feuer sollte Israel militärisch schwächen und langfristig existenziell unter Druck setzen. Gemeint sind die iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen, die Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen in SyrienSchiitenmilizen: Irans bewaffnete Netzwerke im Nahen OstenSchiitenmilizen sind bewaffnete Gruppen mit schiitischem Hintergrund, die besonders im Irak und in Syrien aktiv sind. Viele von ihnen werden vom Iran unterstützt, ausgebildet oder politisch beeinflusst und gehören zum regionalen Netzwerk der Quds-Einheit und der Revolutionsgarden.Mehr lesen und im Irak sowie weitere verbundene Kräfte.
Nach den jüngsten Entwicklungen habe sich der Charakter der Auseinandersetzung verändert. Während zu Beginn der Operation vor allem die Schwächung des iranischen Regimes im Vordergrund stand, sei nun auch die endgültige Zerschlagung der Hisbollah als strategisches Ziel definiert. Die Organisation habe trotz der schweren Verluste im Konflikt 2023 und 2024 weiterhin militärische Fähigkeiten behalten, die eine dauerhafte Bedrohung für Nordisrael darstellen.
Zamir betonte, Israel sei stark genug, gleichzeitig auf zwei Hauptfronten zu kämpfen. Diese Aussage richtet sich sowohl an die israelische Öffentlichkeit als auch an regionale Akteure. Die Führung in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen signalisiert damit Entschlossenheit, die sicherheitspolitische Lage nicht nur temporär zu stabilisieren, sondern strukturell zu verändern.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Luftverteidigung. Zamir würdigte die Leistungen der entsprechenden Einheiten und hob die Bedeutung einer widerstandsfähigen Zivilgesellschaft hervor. Solange die Heimatfront geschützt werde und größere zivile Verluste ausblieben, könne das Militär seine operativen Ziele konsequent verfolgen.
Die Aussage des Generalstabschefs ist auch politisch bedeutsam. Sie unterstreicht, dass Israel den Konflikt nicht als isolierte Eskalation betrachtet, sondern als jahrzehntelang gewachsene strategische Konfrontation. Der Begriff schiitische Achse verweist auf ein ideologisch und militärisch vernetztes System, das von Teheran gesteuert wird und dessen erklärtes Ziel die Schwächung oder Beseitigung des jüdischen Staates ist.
Für Israel bedeutet das: Eine reine Abschreckung genügt nicht mehr. Die militärische Führung spricht offen davon, die strukturellen Grundlagen dieser Bedrohung zu zerschlagen. Ob dieses Ziel vollständig erreichbar ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist jedoch, dass Jerusalem den Konflikt nicht als kurzfristige Operation begreift, sondern als historischen Wendepunkt in der regionalen Sicherheitsarchitektur.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 04 März 2026