Israelische Angriffe treiben Hunderttausende Hisbollah-Anhänger aus SüdlibanonIsraelische Angriffe treiben Hunderttausende Hisbollah-Anhänger aus Südlibanon
Die israelische Armee intensiviert ihre Luftangriffe gegen Hisbollah-Stellungen im Libanon. Ganze Viertel in Beirut leeren sich, während immer mehr Menschen aus den Hochburgen der Terrororganisation fliehen.
Der Krieg gegen Irans Verbündete im Libanon erreicht eine neue Dimension. Nach massiven Luftangriffen der israelischen Streitkräfte haben inzwischen fast eine halbe Million Menschen ihre Wohnorte in Südlibanon und Teilen Beiruts verlassen. Besonders betroffen sind Gebiete, die als politische und militärische Hochburgen der Hisbollah gelten.
Nach militärischen Informationen wurden allein aus dem Südlibanon mehr als 400.000 Bewohner evakuiert. Hinzu kommen zehntausende Menschen, die in den vergangenen Tagen aus dem Süden Beiruts geflohen sind. Besonders betroffen ist das Viertel Dahieh, das seit Jahrzehnten als wichtigstes Machtzentrum der Hisbollah gilt. Dort haben zahlreiche israelische Luftangriffe Gebäude zerstört und große Teile des Viertels nahezu entvölkert.
Allein innerhalb von vierundzwanzig Stunden führte die israelische Luftwaffe über einhundert Luftangriffe im Libanon durch. Ein erheblicher Teil dieser Angriffe richtete sich gegen Stellungen der Hisbollah in Dahieh und anderen bekannten Operationsgebieten der Terrororganisation. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum mehr als zwei Dutzend Angriffe allein im Raum Beirut registriert.
Seit Beginn der aktuellen militärischen Offensive hat Israel mehrere hundert Ziele der Hisbollah angegriffen. Militärische Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Gesamtzahl der Luftschläge inzwischen der Marke von etwa 450 Angriffen nähert. Damit hat sich die Intensität der Operation im Vergleich zu den Monaten nach dem Waffenstillstand von Ende 2024 drastisch erhöht.
Damals beschränkten sich israelische Angriffe meist auf einzelne Operationen pro Woche. Sie richteten sich vor allem gegen kleinere militärische Einrichtungen oder einzelne Kämpfer der Organisation. Hochrangige Führungspersonen wurden nur selten ins Visier genommen.
Die aktuelle Kampagne folgt einer völlig anderen Logik. Israel greift gezielt zentrale Strukturen der Hisbollah an und hat bereits mehrere führende Funktionäre der Organisation getötet. Auch der derzeitige Generalsekretär der Hisbollah, Naim Qassem, gilt nach israelischen Angaben als mögliches Ziel weiterer Operationen.
Die Strategie dahinter ist klar. Israel versucht, den militärischen Druck so weit zu erhöhen, dass die Hisbollah gezwungen wird, ihre militärische Präsenz im Süden des Libanon aufzugeben. Gleichzeitig sollen Evakuierungen in den Hochburgen der Organisation den politischen Druck auf die Führung der Hisbollah erhöhen.
Bemerkenswert ist, dass sich viele der Evakuierungen auf Regionen konzentrieren, in denen die Hisbollah besonders stark verankert ist. Israel versucht offenbar, zivile Opfer in anderen libanesischen Bevölkerungsgruppen möglichst zu vermeiden und konzentriert seine Angriffe auf Gebiete mit starker Präsenz der Terrororganisation.
Während die Luftangriffe im Libanon zunehmen, hat sich die militärische Dynamik des Konflikts teilweise verschoben. Die Zahl iranischer Raketenangriffe auf Israel ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig nimmt die Aktivität der Hisbollah zu.
In den vergangenen Tagen hat die Organisation verstärkt Raketen und Drohnen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Besonders im Norden Israels verbrachten viele Bewohner ganze Nächte in Schutzräumen, während Luftalarm und Raketenabwehrsysteme im Einsatz waren.
Dennoch bleibt das Ausmaß dieser Angriffe bislang deutlich unter den intensiven Raketenwellen des Jahres 2024. Damals feuerte die Hisbollah teilweise bis zu zweihundertfünfzig Raketen und Drohnen pro Tag auf Israel ab.
Ein Grund für diese geringere Intensität liegt nach israelischer Einschätzung in der militärischen Lage im Südlibanon. Israelische Streitkräfte konnten relativ schnell die Kontrolle über strategische Gebiete südlich des Litani-Flusses ausweiten. Dadurch wurde der Zugang der Hisbollah zu vielen Abschusspositionen für Kurzstreckenraketen unterbrochen.
Diese militärische Realität erschwert der Organisation derzeit größere Angriffe auf israelisches Territorium. Dennoch warnen israelische Militärkreise, dass sich die Lage jederzeit weiter zuspitzen könnte.
Der Konflikt im Libanon entwickelt sich damit zunehmend zu einer zweiten Front des Krieges gegen Iran und seine regionalen Verbündeten. Während Israel militärisch versucht, die Strukturen der Hisbollah zu schwächen, steht gleichzeitig das politische Gleichgewicht im Libanon unter enormem Druck.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=138677143
Freitag, 06 März 2026