Aserbaidschan vereitelt iranischen Anschlagsplan gegen Synagoge und israelische BotschaftAserbaidschan vereitelt iranischen Anschlagsplan gegen Synagoge und israelische Botschaft
Die Sicherheitsbehörden in Baku sprechen von vereitelten Terrorplänen der iranischen Revolutionsgarden. Ziel sollen eine Synagoge, die israelische Botschaft und führende Mitglieder der jüdischen Gemeinde gewesen sein.
Der Fall zeigt, wie weit der Schatten des Konflikts mit dem iranischen Regime inzwischen reicht.
Die Behörden in Aserbaidschan haben nach eigenen Angaben mehrere geplante Terroranschläge vereitelt, die dem iranischen Regime zugeschrieben werden. Nach Angaben des staatlichen Sicherheitsdienstes sollten unter anderem die israelische Botschaft in Baku, eine Synagoge sowie führende Vertreter der jüdischen Gemeinde Ziel der Angriffe werden.
Die Ermittler sprechen von einer Operation, die von den Islamic Revolutionary Guard Corps organisiert worden sein soll. Die Revolutionsgarden gelten als zentrales Machtinstrument des iranischen Regimes und sind international immer wieder mit verdeckten Operationen und Terroranschlägen in Verbindung gebracht worden.
Nach Angaben der Behörden wurden mindestens sieben aserbaidschanische Staatsbürger festgenommen. Sie stehen im Verdacht, an der Vorbereitung der Anschläge beteiligt gewesen zu sein.
Neben religiösen und diplomatischen Einrichtungen sollte offenbar auch strategische Energieinfrastruktur angegriffen werden. Laut den Ermittlern gehörte dazu die wichtige Ölpipeline Baku Tbilisi Ceyhan pipeline, die über Georgien in die Türkei führt. Über diese Leitung wird ein erheblicher Teil der Ölimporte nach Israel transportiert.
Der vereitelte Anschlagsplan fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Aserbaidschan und Iran. Nur einen Tag zuvor hatte Baku Teheran beschuldigt, Drohnen über die Grenze geschickt zu haben.
Mehrere unbemannte Fluggeräte sollen aus dem Iran in die aserbaidschanische Exklave Nakhchivan eingedrungen sein. Eine Drohne traf laut Behörden den Flughafen der Region, eine weitere explodierte in der Nähe einer Schule. Vier Menschen wurden dabei verletzt.
Der Präsident von Aserbaidschan, Ilham Aliyev, bezeichnete den Vorfall als Terrorangriff und drohte mit einer Reaktion.
Teheran wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, Iran habe mit dem Drohnenangriff nichts zu tun. Vertreter der iranischen Streitkräfte behaupteten stattdessen, Israel könne hinter der Operation stehen.
Zwischen Aserbaidschan und Israel bestehen enge sicherheitspolitische Beziehungen. Israel gehört zu den wichtigsten Waffenlieferanten des Landes und ist zugleich ein bedeutender Abnehmer von aserbaidschanischem Öl.
Diese Partnerschaft sorgt seit Jahren für Spannungen zwischen Baku und Teheran. Die iranische Führung befürchtet, Israel könnte das Territorium Aserbaidschans für militärische Operationen gegen Iran nutzen.
In den vergangenen Tagen haben sich die Spannungen weiter verschärft. Die Regierung in Baku kündigte an, ihr diplomatisches Personal aus Iran abzuziehen. Der Schritt betrifft sowohl die Botschaft in Teheran als auch das Konsulat in der Stadt Tabriz.
Der Konflikt hat auch eine ethnische Dimension. In Iran lebt eine große aserbaidschanische Minderheit von rund zehn Millionen Menschen. Teheran befürchtet seit Jahren, dass separatistische Strömungen innerhalb dieser Bevölkerung entstehen könnten.
Die vereitelten Anschläge zeigen, dass der Konflikt zwischen Israel und Iran längst nicht mehr auf den Nahen Osten beschränkt ist. Auch Regionen wie der Kaukasus geraten zunehmend in den Fokus iranischer Operationen.
Für die jüdische Gemeinschaft in Aserbaidschan ist der Vorfall ein alarmierendes Signal. Das Land gilt traditionell als einer der wenigen mehrheitlich muslimischen Staaten mit offenen und stabilen Beziehungen zu Israel.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Ismayil Taghiyev, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=165333370
Sonntag, 08 März 2026