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Lapids Partei rudert zurück: Misstrauensantrag im Krieg löst politischen Streit aus

Lapids Partei rudert zurück: Misstrauensantrag im Krieg löst politischen Streit aus


Mitten im Krieg mit dem iranischen Regime entsteht plötzlich Streit in der Knesset. Nachdem Abgeordnete von Yesh Atid für einen Misstrauensantrag stimmten, erklärt die Partei nun, solche Schritte im Krieg grundsätzlich abzulehnen.

Lapids Partei rudert zurück: Misstrauensantrag im Krieg löst politischen Streit aus

In der israelischen Innenpolitik ist es zu einem ungewöhnlichen Streit gekommen, nachdem Abgeordnete der Oppositionspartei Yesh Atid einen Misstrauensantrag gegen die Regierung unterstützt hatten. Kurz darauf stellte die Partei klar, dass sie während des Krieges gegen das iranische Regime grundsätzlich keine Misstrauensvoten unterstützen will.

Der Misstrauensantrag war von arabischen Fraktionen in der Knesset eingebracht worden. Während der Debatte griffen Vertreter dieser Parteien die israelische Regierung und die militärische Operation gegen Iran scharf an.

Besonders deutlich äußerte sich der Vorsitzende der Partei Hadash-Ta’al, Ayman Odeh. In seiner Rede stellte er die militärische Strategie Israels infrage und fragte, ob eine Regierung, die seiner Ansicht nach im Gaza-Krieg nicht erfolgreich gewesen sei, nun im Iran erfolgreich sein könne. Außerdem erklärte er, die Regierung suche ständig nach neuen Feinden.

Während der Abstimmung unterstützten auch zwei Abgeordnete von Yesh Atid den Antrag. Dieser Schritt löste sofort scharfe Kritik aus der Regierungskoalition aus.

Der Koalitionsfraktionschef Ofir Katz griff die Oppositionspartei öffentlich an. Er veröffentlichte ein Video aus der Debatte, in dem Odeh seine Kritik an der Regierung äußerte, und stellte anschließend die Frage, warum Abgeordnete von Yesh Atid diesen Antrag unterstützt hätten.

Katz bezeichnete das Abstimmungsverhalten als unverständlich und kritisierte, dass ausgerechnet eine große Oppositionspartei gemeinsam mit arabischen Fraktionen gegen die Regierung gestimmt habe.

Yesh Atid reagierte kurze Zeit später mit einer Klarstellung. Ein Sprecher der Partei erklärte, dass die Fraktion während des aktuellen Krieges grundsätzlich keine Misstrauensanträge gegen die Regierung unterstützt.

Die Partei habe außerdem beschlossen, selbst keine solchen Initiativen einzubringen, solange die militärische Konfrontation mit Iran andauere.

Der Sprecher erklärte zudem, dass die beiden Stimmen für den Antrag nicht der offiziellen Linie der Fraktion entsprochen hätten. Nach Darstellung der Partei seien die beiden Abgeordneten versehentlich für den Antrag gestimmt.

Diese Erklärung sollte offenbar deutlich machen, dass die Partei weiterhin hinter der grundlegenden politischen Linie der nationalen Geschlossenheit steht.

Seit Beginn der militärischen Operation gegen das iranische Regime haben sich große Teile der israelischen Opposition hinter Regierung und Armee gestellt. Auch Oppositionsführer Yair Lapid hatte unmittelbar nach Beginn der Operation öffentlich erklärt, dass Israel in dieser Frage geeint sei.

Damals betonte Lapid, dass alle politischen Lager hinter der militärischen Operation stehen. Die Sicherheit des Landes habe in dieser Situation Vorrang vor parteipolitischen Auseinandersetzungen.

Der aktuelle Zwischenfall zeigt jedoch, wie sensibel die politische Lage in Israel während eines Krieges bleibt. Selbst kleine Abweichungen von der gemeinsamen Linie werden sofort zu einem politischen Streit.

Gleichzeitig verdeutlicht die Reaktion von Yesh Atid, dass auch die Opposition bemüht ist, den Eindruck einer politischen Spaltung während der militärischen Konfrontation mit Iran zu vermeiden.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Alexander Khanin - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=165787747
Dienstag, 10 März 2026

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