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Hamas soll Raketen und Tunnel offenlegen, doch das Spiel auf Zeit hat längst begonnen

Hamas soll Raketen und Tunnel offenlegen, doch das Spiel auf Zeit hat längst begonnen


Ein Vorschlag zur Entwaffnung liegt vor. Doch schon jetzt zeigt sich, worauf Hamas setzt: Verzögerung, Bedingungen und taktisches Lavieren.

Hamas soll Raketen und Tunnel offenlegen, doch das Spiel auf Zeit hat längst begonnen

In Kairo wurde Hamas ein konkreter Vorschlag vorgelegt, der den Kern eines möglichen Nachkriegsmodells für Gaza bilden soll. Im Zentrum steht eine schrittweise Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Gazastreifen über mehrere Monate hinweg.

Doch schon die ersten Reaktionen lassen erkennen: Ein schneller Durchbruch ist nicht zu erwarten.

Der Plan sieht vor, dass Hamas innerhalb von 90 Tagen ihre schweren Waffen abgibt. Dazu gehören Raketen, Abschussrampen und zentrale militärische Systeme. Gleichzeitig soll die Terrororganisation Karten ihres gesamten Tunnelsystems übergeben.

Allein dieser Punkt zeigt, wie tief der Eingriff wäre. Die Tunnel sind nicht nur Infrastruktur, sondern das Rückgrat der militärischen Strategie von Hamas.

Geld gegen Waffen

Ein weiterer Bestandteil des Vorschlags ist ein sogenanntes Rückkaufprogramm. Kämpfer sollen finanzielle Anreize und Jobs erhalten, wenn sie ihre persönlichen Waffen abgeben.

Das Ziel ist klar. Nicht nur die Führung, sondern auch die breite bewaffnete Basis soll entwaffnet werden.

Doch genau hier beginnt das Problem. Während Hamas signalisiert hat, über schwere Waffen zu sprechen, lehnt sie die vollständige Entwaffnung ab. Leichte Waffen wolle man behalten, angeblich zur „Selbstverteidigung“.

Das ist kein Detail. Es ist der Versuch, militärische Kontrolle in abgeschwächter Form zu bewahren.

Wer Gaza künftig kontrollieren soll

Die abgegebenen Waffen sollen an eine neue palästinensische Polizeistruktur gehen, die derzeit aufgebaut wird. Diese Einheit soll Teil einer neuen Verwaltung für Gaza sein, die Hamas ersetzen soll.

Dabei ist vorgesehen, dass ehemalige Hamas-Beamte sich bewerben können. Allerdings nur nach einer Sicherheitsprüfung durch Israel. Personen, die am 7. Oktober beteiligt waren, sollen keine Immunität erhalten.

Die Umsetzung ist regional gestaffelt. Zunächst soll im Süden des Gazastreifens entwaffnet werden. Danach könnten israelische Truppen schrittweise durch palästinensische Kräfte und eine internationale Stabilisierungseinheit ersetzt werden.

Israel bleibt skeptisch, widerspricht aber nicht

Offiziell hatte Israel lange eine vollständige und sofortige Entwaffnung gefordert. Ein schrittweiser Ansatz galt als unzureichend.

Jetzt zeigt sich eine andere Haltung. Israel hat dem vorgelegten Plan nicht widersprochen. Allerdings offenbar aus einem nüchternen Grund: Man geht davon aus, dass Hamas ihn ohnehin ablehnen wird.

Diese Einschätzung ist entscheidend. Sie zeigt, wie gering das Vertrauen in echte Zugeständnisse ist.

Verzögerung als Strategie

Diplomaten erwarten bereits, dass Hamas mit einem Gegenangebot reagieren wird. Das würde die Verhandlungen weiter in die Länge ziehen.

Genau darin liegt das bekannte Muster. Zeit gewinnen, Bedingungen verändern, internationale Erwartungen steuern.

Währenddessen baut Hamas ihre Kontrolle im Gazastreifen weiter aus. Berichte aus der Region sprechen von verstärkter Präsenz, Kontrolle über Preise und Verteilung von Gütern sowie wachsendem Druck auf die eigene Bevölkerung.

Ein Plan, der alles verändert oder scheitert

Der Vorschlag ist umfassend. Er verbindet Entwaffnung, Wiederaufbau und eine neue politische Struktur für Gaza.

Doch er steht und fällt mit einer einzigen Frage. Ist Hamas bereit, ihre militärische Macht wirklich aufzugeben?

Bisher deutet wenig darauf hin. Die Bereitschaft, schwere Waffen abzugeben, kann taktisch sein. Die Weigerung, leichte Waffen vollständig aufzugeben, spricht eine andere Sprache.

Für Israel ist die Linie klar. Ohne vollständige Entwaffnung gibt es keine echte Veränderung.

Die Vermittler hoffen auf Bewegung. Die Realität deutet auf Stillstand.




Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Samstag, 21 März 2026

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