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Israelischer Landwirt stirbt durch eigenen Beschuss an der Nordgrenze

Israelischer Landwirt stirbt durch eigenen Beschuss an der Nordgrenze


Ein Mann arbeitet nahe der Grenze und wird von einer Granate getroffen. Erst gilt der Angriff als feindlich. Dann kommt die Wahrheit ans Licht. Der Tod von Ofer Moskovitz zeigt die Härte dieses Krieges und die Fehler, die selbst auf eigener Seite passieren.

Israelischer Landwirt stirbt durch eigenen Beschuss an der Nordgrenze

Es ist eine Nachricht, die in Israel besonders schwer wiegt, weil sie nicht von außen kommt. Ofer „Pushko“ Moskovitz, Landwirt aus dem Kibbuz Misgav Am im Norden des Landes, wurde durch israelisches Artilleriefeuer getötet. Das hat die Armee nach ersten Untersuchungen nun selbst bestätigt.

Zunächst war unklar, was genau geschehen war. In einem Gebiet, das seit Wochen unter Beschuss durch die Hisbollah steht, lag die Vermutung nahe, dass es sich um einen Angriff aus dem Libanon handelte. Doch die interne Untersuchung zeichnet ein anderes Bild. Eine Artillerieeinheit der Israelische Verteidigungsstreitkräfte feuerte auf Ziele im Süden des Libanon. Vier Granaten verfehlten jedoch ihr Ziel und schlugen auf israelischem Gebiet ein.

Zwei Geschosse trafen ein Wohnhaus im Kibbuz, zwei weitere schlugen nahe eines kleinen Geschäfts ein. Eine davon traf das Fahrzeug von Moskovitz. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Die Armee spricht von einem fehlerhaften Ablauf während des Einsatzes. Der Vorfall hätte nicht passieren dürfen. Die genauen Umstände werden weiter untersucht, doch bereits jetzt ist klar, dass es sich um ein tragisches Versagen innerhalb eines laufenden Gefechts handelt.

Moskovitz war kein Soldat. Er war Landwirt, verantwortlich für die Avocado-Plantagen seines Kibbuz. Ein Mann, der trotz der angespannten Sicherheitslage weiterarbeitete. Nur wenige Tage vor seinem Tod sprach er offen über die Gefahr, in der er lebte. Jeder Moment könne der letzte sein, sagte er. Raketen oder Drohnen könnten jederzeit einschlagen. Es fühle sich an wie russisches Roulette.

Gleichzeitig hielt er an einer einfachen Hoffnung fest. Ruhe. Sicherheit. Ein Leben ohne ständige Bedrohung. Er wollte mit seinem neugeborenen Enkel auf der Veranda sitzen und sich sicher fühlen. Dieser Wunsch bleibt unerfüllt.

Besonders bitter ist, dass die Hisbollah zunächst selbst die Verantwortung für den Angriff beanspruchte. In der Logik dieses Krieges hätte das niemand überrascht. Doch die Realität ist komplizierter. Nicht jeder Einschlag kommt vom Gegner. Manchmal entsteht die Gefahr aus der eigenen Verteidigung heraus.

Der Tod von Moskovitz legt eine unbequeme Wahrheit offen. Der Krieg an der Nordgrenze ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit einem äußeren Feind. Er ist auch ein Zustand permanenter Anspannung, in dem Fehler tödlich enden können.

Für den Kibbuz war Moskovitz mehr als ein Arbeiter. Er galt als zentrale Figur der Gemeinschaft, als jemand, der das Leben dort mitgeprägt hat. Zurück bleiben seine Familie, drei Töchter und zwei Enkelkinder, sowie eine Gemeinde, die erneut lernen muss, mit Verlust zu leben.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot
Montag, 23 März 2026

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