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Israel eröffnet 78. Unabhängigkeitstag mit zentraler Zeremonie in Jerusalem

Israel eröffnet 78. Unabhängigkeitstag mit zentraler Zeremonie in Jerusalem


Nach einem Tag der Trauer wechselt das Land in den Moment der Selbstbehauptung. Die Feier am Berg Herzl markiert den Übergang von Erinnerung zu nationaler Stärke.

Israel eröffnet 78. Unabhängigkeitstag mit zentraler Zeremonie in Jerusalem

Am Abend des Jom haSikaron hat Israel mit der traditionellen Zeremonie am Berg Herzl den 78. Unabhängigkeitstag begonnen. Punkt 19:45 Uhr startete die staatliche Veranstaltung, die jedes Jahr den Übergang vom Gedenken an die Gefallenen hin zur Feier der Staatsgründung markiert. Kaum ein Moment zeigt deutlicher, wie eng Trauer und nationale Identität in Israel miteinander verbunden sind.

Noch wenige Stunden zuvor stand das Land still. Sirenen hatten den Alltag unterbrochen, Familien gedachten ihrer Toten, Namen wurden verlesen. Mit Einbruch des Abends ändert sich die Stimmung abrupt. Die Zeremonie ist bewusst so angelegt, dass sie diesen Übergang sichtbar macht. Aus Stille wird Bewegung, aus Schmerz entsteht ein kollektiver Wille zum Weiterleben.

Die Veranstaltung folgt einem festen Ablauf. Nach einer Ansprache des Ministerpräsidenten und einer Rede des Vorsitzenden der Knesset steht das Entzünden der Fackeln im Mittelpunkt. Jede Fackel steht symbolisch für einen zentralen Wert der israelischen Gesellschaft und wird von Persönlichkeiten entzündet, die unterschiedliche Teile des Landes repräsentieren.

In diesem Jahr spiegelt die Auswahl der Fackelträger besonders deutlich die Realität des vergangenen Jahres wider. Angehörige von Gefallenen, Verwundete, Soldaten und Zivilisten stehen nebeneinander. Eine Mutter, deren Sohn gefallen ist und deren Familie weiterhin unter den Folgen des Krieges leidet. Ein Soldat, der schwer verwundet wurde und dennoch in den Dienst zurückkehrte. Eine Zivilistin aus dem Norden, die trotz anhaltender Bedrohung blieb und Soldaten unterstützte. Diese Geschichten sind bewusst gewählt. Sie zeigen, dass die israelische Gesellschaft nicht abstrakt ist, sondern aus konkreten Menschen besteht, die Verantwortung tragen.

Auch Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft nehmen teil. Unternehmer, Mediziner, Künstler und religiöse Persönlichkeiten stehen gemeinsam auf der Bühne. Diese Mischung ist kein Zufall. Sie soll zeigen, dass die Stärke Israels nicht nur militärisch ist, sondern aus vielen Bereichen entsteht.

Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Einladung an den argentinischen Präsidenten Javier Milei. Er konnte nicht persönlich teilnehmen, seine Beteiligung wurde jedoch im Vorfeld aufgezeichnet und in die Zeremonie integriert. Dieser Schritt unterstreicht die außenpolitische Dimension des Ereignisses. Israel präsentiert sich nicht nur nach innen, sondern auch gegenüber der Welt.

Die Zeremonie wurde in den vergangenen Tagen intensiv vorbereitet. Eine vollständige Generalprobe mit politischer Führung und allen Beteiligten fand bereits statt. Anders als im Vorjahr, als extreme Wetterbedingungen die Veranstaltung verhinderten, konnte sie diesmal planmäßig durchgeführt werden.

Aus israelischer Sicht ist dieser Abend weit mehr als eine Feier. Er ist eine bewusste Entscheidung. Nach einem Tag, der von Verlust geprägt ist, wird das Leben in den Mittelpunkt gestellt. Der Übergang ist hart, fast widersprüchlich, doch genau darin liegt seine Bedeutung. Israel definiert sich nicht nur über das, was verloren wurde, sondern über das, was weiterbesteht.

Gerade in einer Zeit anhaltender Bedrohungen erhält dieser Moment zusätzliches Gewicht. Die Zeremonie ist Ausdruck von Kontinuität und Selbstbehauptung. Sie zeigt, dass das Land trotz aller Verluste weitergeht und sich seiner Existenz bewusst ist.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO
Dienstag, 21 April 2026

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