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300 Seiten Terror gegen Frauen und Familien: Der bislang umfassendste Bericht über die Verbrechen der Hamas am 7. Oktober

300 Seiten Terror gegen Frauen und Familien: Der bislang umfassendste Bericht über die Verbrechen der Hamas am 7. Oktober


Mehr als 10.000 Bilder und Videos, über 430 Aussagen und 1.800 Stunden ausgewertetes Material. Der Bericht „Silenced No More“ beschreibt den 7. Oktober nicht als chaotischen Gewaltausbruch, sondern als systematische Terroroperation mit sexualisierter Gewalt als zentralem Bestandteil.

300 Seiten Terror gegen Frauen und Familien: Der bislang umfassendste Bericht über die Verbrechen der Hamas am 7. Oktober
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die Autoren sprechen nicht von einzelnen Exzessen chaotischer Gewalt. Sie dokumentieren ein wiederkehrendes Muster, das sich durch den gesamten Angriff und die spätere Geiselhaft in Gaza zog.

Der neue Bericht „Silenced No More – Sexual Terror Unveiled“ gehört zu den wichtigsten Dokumenten, die seit dem 7. Oktober veröffentlicht wurden. Fast 300 Seiten umfasst die Untersuchung der „Civil Commission on October 7th Crimes by Hamas Against Women and Children“. Der Bericht ist nicht nur eine Sammlung von Zeugenaussagen. Er ist der Versuch, ein Ereignis festzuhalten, dessen Ausmaß selbst viele Menschen in Israel bis heute kaum vollständig begreifen können.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sexualisierte Gewalt am 7. Oktober zufällige Begleiterscheinung des Terrors war oder Teil einer systematischen Strategie. Nach zwei Jahren Untersuchung kommt die Kommission zu einer eindeutigen Antwort: Die Gewalt war organisiert, wiederkehrend und fester Bestandteil des Angriffs.

Die Dimension der Untersuchung macht deutlich, warum dieser Bericht international große Folgen haben dürfte. Die Ermittler analysierten mehr als 10.000 Fotos und Videos. Über 1.800 Stunden Material wurden ausgewertet. Hinzu kamen mehr als 430 Gespräche mit Überlebenden, Angehörigen, ehemaligen Geiseln, Ersthelfern, Medizinern und Experten.

Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Kibbutzim im Süden Israels, auf die Route 232, das Nova-Musikfestival, Militärstützpunkte sowie auf Aussagen ehemaliger Geiseln aus Gaza. Aus diesen tausenden Einzelinformationen rekonstruierte die Kommission ein Gesamtbild, das weit über einzelne Tatorte hinausgeht.

Zwischen Gewalt und öffentlicher Inszenierung

Der Bericht identifiziert dreizehn wiederkehrende Muster sexualisierter Gewalt. Dazu gehören Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Folter, gezielte Verstümmelungen, öffentliche Entkleidungen, Misshandlungen von Leichen und sexuelle Erniedrigung von Geiseln.

Besonders erschütternd ist die Beschreibung der gezielten Gewalt gegen Körper. Die Ermittler dokumentierten laut Bericht Schüsse in Gesichter und Genitalbereiche, absichtliche Verstümmelungen sowie Verbrennungen von Körperteilen. Viele Opfer wurden offenbar erst misshandelt und anschließend ermordet.

Der Bericht zeichnet dabei ein Bild extremer Brutalität, aber auch gezielter Inszenierung. Täter hätten Frauenkörper öffentlich präsentiert, Opfer entkleidet und Misshandlungen bewusst sichtbar gemacht. Genau darin sehen die Autoren einen zentralen Bestandteil der Terrorstrategie: Die Gewalt sollte nicht verborgen bleiben. Sie sollte maximale psychologische Wirkung entfalten.

Besonders deutlich wird das beim Nova-Musikfestival. Überlebende schilderten laut Bericht Szenen, in denen Frauen aus Fahrzeugen gezerrt, misshandelt und vor mehreren Tätern attackiert wurden. Andere berichteten von Schreien aus Feldern oder Straßengräben, die plötzlich verstummten.

Die Kommission beschreibt den Angriff deshalb nicht als ungeordnetes Chaos. Sie erkennt darin Muster, die sich an verschiedenen Orten wiederholten und deshalb aus Sicht der Ermittler auf koordinierte Methoden hinweisen.

Wie soziale Medien Teil des Terrors wurden

Eine zentrale Rolle spielt im Bericht die digitale Dimension der Gewalt. Hamas-Terroristen und ihre Unterstützer filmten laut Untersuchung zahlreiche Taten selbst und verbreiteten sie über soziale Netzwerke. Videos zeigten misshandelte Frauen, verletzte ältere Menschen, entführte Mädchen und öffentliche Erniedrigungen.

Die Autoren beschreiben diese Verbreitung ausdrücklich als Teil der Gewalt. Familien hätten Bilder und Videos ihrer Angehörigen erhalten, bevor offizielle Stellen überhaupt Informationen geben konnten. Manche erfuhren über soziale Medien vom Tod oder der Entführung ihrer Kinder.

Damit, so die Kommission, sei eine neue Form psychologischer Kriegsführung entstanden. Die Gewalt endete nicht am Tatort. Sie setzte sich digital fort und traf Familien, Freunde und die gesamte israelische Öffentlichkeit.

Der Bericht beschreibt außerdem, dass Hamas Geiseln auch während der Gefangenschaft gezielt filmte und unter psychischen Druck setzte. Videos aus Gaza hätten Geiseln in erniedrigenden Situationen gezeigt.

Besonders wichtig ist dabei die Aussage ehemaliger Geiseln, dass sexualisierte Gewalt nicht auf den 7. Oktober begrenzt blieb. Laut Bericht berichteten freigelassene Geiseln von sexuellen Übergriffen, sexueller Erniedrigung und dauerhafter Angst während der Gefangenschaft in Gaza. Teilweise hätten die Misshandlungen über Monate angedauert.

Die Kommission weist außerdem darauf hin, dass nicht nur Frauen betroffen gewesen seien. Zwar seien Frauen und Mädchen die Hauptopfer sexualisierter Gewalt gewesen, doch auch Männer und Jungen seien Opfer schwerer sexueller Misshandlungen geworden. Dazu gehörten laut Bericht Vergewaltigungen, Verstümmelungen und gezielte Gewalt gegen Genitalbereiche.

Der gezielte Angriff auf Familien

Ein besonders prägender Teil des Berichts beschäftigt sich mit Familien. Die Autoren verwenden dafür den Begriff „Kinocide“. Gemeint ist die gezielte Zerstörung familiärer Bindungen durch Terror.

Eltern mussten laut Bericht ansehen, wie Kinder misshandelt oder ermordet wurden. Geschwister sahen die Gewalt gegen Angehörige. In einzelnen Fällen seien Familienmitglieder gezwungen worden, bei Misshandlungen mitzuwirken. Die Kommission beschreibt dies als bewusste Strategie maximaler psychologischer Zerstörung.

Der Terror sollte demnach nicht nur Menschen töten. Er sollte Familiengefüge, Vertrauen und emotionale Sicherheit dauerhaft zerstören.

Leiterin der Untersuchung ist die israelische Juristin Dr. Cochav Elkayam-Levy. In ihrem Vorwort beschreibt sie den 7. Oktober als historischen Bruch jeder moralischen Ordnung. Menschen seien gejagt, verbrannt, verstümmelt und öffentlich erniedrigt worden. Besonders schwer wiege für sie jedoch, dass viele Opfer danach nicht geglaubt worden seien.

Genau dieser Punkt zieht sich durch den gesamten Bericht. Die Autoren beschäftigen sich nicht nur mit den Taten selbst, sondern auch mit der internationalen Reaktion darauf. Immer wieder kritisieren sie, dass große Teile internationaler Institutionen und Aktivistenszenen Monate brauchten, um die Vorwürfe sexualisierter Gewalt überhaupt öffentlich anzusprechen.

Warum dieser Bericht politisch so brisant ist

Der Bericht sieht darin ein grundlegendes Problem moderner Konflikte: Opfer sexualisierter Gewalt würden häufig danach beurteilt, ob sie politisch in ein bestimmtes Narrativ passen.

Internationale Unterstützung erhielt die Kommission unter anderem von Hillary Clinton, dem ehemaligen kanadischen Justizminister Irwin Cotler, der früheren Facebook-Managerin Sheryl Sandberg sowie Israels ehemaligem Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Aharon Barak.

Irwin Cotler schreibt in seinem Vorwort, die Gewalt vom 7. Oktober gehöre zu den schwersten dokumentierten Fällen sexualisierter Gewalt in einem Konflikt der letzten Jahrzehnte. Besonders scharf kritisiert er die internationale Bereitschaft, Aussagen von Überlebenden infrage zu stellen oder politisch umzudeuten.

Auch Aharon Barak hebt die historische Bedeutung der Untersuchung hervor. Gerade bei sexualisierten Kriegsverbrechen seien viele Opfer tot, traumatisiert oder nicht in der Lage öffentlich zu sprechen. Umso wichtiger sei eine strukturierte Dokumentation, bevor Spuren verschwinden oder verdrängt werden.

Die Kommission beschreibt deshalb ihre Arbeit ausdrücklich als Kampf gegen das Vergessen. Dafür entstand ein eigenes digitales Archiv, in dem Aussagen, Bilder, Videos und Beweise langfristig gesichert werden.

Dabei arbeiteten die Ermittler nach traumaorientierten Standards. Opfer konnten anonym bleiben, Aussagen zurückziehen und in ihrer Muttersprache sprechen. Ziel sei gewesen, Beweise zu sichern, ohne Überlebende erneut zu traumatisieren.

Juristisch zieht der Bericht weitreichende Schlussfolgerungen. Die Autoren sehen Hinweise auf Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und genozidale Elemente nach internationalem Recht. Der Bericht fordert deshalb internationale Ermittlungen, spezialisierte Strafverfolgung und langfristige juristische Aufarbeitung.

Doch der eigentliche Kern des Dokuments liegt an anderer Stelle. Immer wieder kehrt der Bericht zu einem Gedanken zurück: Viele Opfer können nicht mehr sprechen. Andere leben bis heute mit schwersten Traumata. Deshalb seien sie darauf angewiesen, dass andere ihre Geschichten dokumentieren und bewahren.

Genau daraus erklärt sich auch der Titel „Silenced No More“. Nicht länger zum Schweigen gebracht.

Denn dieser Bericht will nicht nur Fakten sammeln. Er will verhindern, dass die Verbrechen des 7. Oktober irgendwann relativiert, politisch umgedeutet oder vergessen werden.

hier der ganze Bericht lesen: https://www.civilc.org/




Autor: Redaktion
Dienstag, 12 Mai 2026

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