Hisbollah kämpft weiter, während Israel und Libanon in Washington verhandelnHisbollah kämpft weiter, während Israel und Libanon in Washington verhandeln
Während in Washington wieder über eine Regelung zwischen Israel und Libanon gesprochen wird, hält die Hisbollah nach israelischen Angaben den Beschuss aufrecht. Die USA wollen den Konflikt begrenzen, doch Iran versucht Einfluss zu nehmen.

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In Washington haben IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und Libanon ihre Gespräche wieder aufgenommen, doch die Lage an der Front bleibt angespannt. Nach Angaben hochrangiger Mitglieder der israelischen Delegation hat die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen die Kämpfe nicht eingestellt, obwohl die Terrororganisation US-Präsident Donald Trump am Montag zugesagt haben soll, genau das zu tun. Damit steht bereits zu Beginn der neuen Verhandlungsrunde ein zentrales Problem im Raum: Diplomatie kann nur dann tragen, wenn bewaffnete Akteure nicht gleichzeitig weiter Fakten mit Raketen, Drohnen und Beschuss schaffen.
Die Delegationen Israels und Libanons trafen sich am Dienstag im US-Außenministerium zu einer auf zwei Tage angelegten Wiederaufnahme der Gespräche. Für JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen geht es dabei um weit mehr als um diplomatische Routine. Der Norden Israels steht seit Monaten unter Druck. Orte nahe der Grenze wurden bedroht, viele Bewohner mussten zeitweise ihre Häuser verlassen, und die Frage, ob der Libanon seine eigene Souveränität gegenüber der Hisbollah durchsetzen kann, bleibt der Kern jeder möglichen Vereinbarung.
Washington verhandelt, die Hisbollah schießt weiter
Nach israelischer Darstellung hat die Hisbollah nicht nur weitergekämpft, sondern auch öffentlich eine Gleichung zurückgewiesen, die aus Sicht Jerusalems eigentlich selbstverständlich sein müsste: Ruhe im Süden Libanons gegen Ruhe im Norden Israels. Wer Waffenstillstand fordert, muss ihn auf beiden Seiten ermöglichen. Wer aber verlangt, dass Israel seine militärischen Reaktionen einstellt, während die Hisbollah ihre Angriffe fortsetzen kann, verlangt keinen Frieden, sondern eine einseitige Fesselung Israels.
Genau hier liegt die Schwäche vieler internationaler Ansätze im Libanon. Es wird verhandelt, als sei die libanesische Regierung alleiniger Herr der Lage. Tatsächlich aber besitzt die Hisbollah seit Jahren eine militärische Machtstellung, die den Staat untergräbt und den Libanon in den Dienst einer iranischen Regionalstrategie zwingt. Die legitime Regierung in Beirut spricht, doch die Hisbollah entscheidet mit Waffen. Diese Schieflage ist der Grund, warum Israel Sicherheitsgarantien nicht an freundliche Formulierungen binden kann.
Die USA versuchen dennoch, die Gespräche am Leben zu halten. Ein Vertreter der amerikanischen Regierung sagte dem israelischen Sender KAN, die Logik Washingtons bestehe darin, die Kämpfe im Libanon einzugrenzen und nicht zum eigentlichen Verhandlungsthema werden zu lassen. Das ist diplomatisch nachvollziehbar, aber riskant. Denn wenn die Realität an der Front ausgeklammert wird, während Raketen und Drohnen weiterfliegen, entsteht eine Lücke zwischen Verhandlungstisch und Wirklichkeit.
Nach Berichten von KAN arbeitet die US-Regierung zudem an einem Plan, nach dem amerikanische Kräfte libanesische Einheiten ausbilden sollen, damit diese gegen die Hisbollah in Beirut vorgehen können. Das wäre ein politisch heikler, aber entscheidender Ansatz. Denn ohne eine Stärkung staatlicher libanesischer Sicherheitskräfte bleibt jede Vereinbarung fragil. Der Libanon kann nicht dauerhaft Frieden mit Israel verhandeln, während eine vom Iran unterstützte Terrorarmee im eigenen Land über Krieg und Ruhe entscheidet.
Irans Einfluss bleibt das Kernproblem im Libanon
Die Gespräche finden unmittelbar nach einer besonders angespannten Entwicklung statt. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte nach Angaben des Berichts einen geplanten Schlag gegen Beirut auf Drängen Trumps abgesagt. Gleichzeitig warnten iranische Vertreter, ein israelischer Militäreinsatz gegen den Libanon könne die Kommunikation zwischen Iran und den USA zum Stillstand bringen. Allein diese Drohung zeigt, wie sehr Teheran versucht, den Libanon als Hebel in einem viel größeren Machtspiel zu nutzen.
US-Außenminister Marco Rubio sagte, Washington wolle die israelisch-libanesischen Gespräche getrennt von Iran betrachten. Teheran versuche jedoch, alles miteinander zu vermischen. Nach Rubios Einschätzung will Iran in die Gespräche eingreifen, um später, falls irgendwann eine Regelung zustande kommt, behaupten zu können, diese sei durch eigenen Druck erzwungen worden. Das ist ein bekanntes Muster iranischer Politik: erst destabilisieren, dann Einfluss reklamieren, anschließend jeden Fortschritt als eigenen Erfolg verkaufen.
Rubio bekräftigte zugleich die amerikanische Unterstützung für eine Entwaffnung und Schwächung der Hisbollah sowie für eine Stärkung der legitimen libanesischen Regierung. Genau darin liegt der einzige realistische Weg. Solange die Hisbollah mit iranischer Unterstützung bewaffnet bleibt, wird der Libanon nicht wirklich souverän sein. Und solange der Libanon nicht souverän handeln kann, wird Israel seiner Nordgrenze nicht vertrauen können.
Für Israel ist die Lage besonders klar. Kein Staat kann hinnehmen, dass eine Terrororganisation jenseits der Grenze jederzeit den Norden beschießt, während internationale Vermittler zur Zurückhaltung mahnen. Jerusalem hat ein Interesse an einer politischen Lösung. Doch eine politische Lösung, die die Hisbollah schützt oder ihr Zeit zur Neuordnung verschafft, wäre keine Lösung. Sie wäre eine Einladung zur nächsten Runde.
Die Vereinigten Staaten stehen damit vor einer schwierigen Aufgabe. Sie wollen verhindern, dass die Kämpfe im Libanon die Gespräche zerstören. Gleichzeitig dürfen sie nicht den Eindruck entstehen lassen, die Hisbollah könne weiter angreifen und dennoch diplomatisch geschont werden. Der Druck muss dort ansetzen, wo die Gewalt organisiert wird: bei der Hisbollah, ihren Waffen, ihren Kommandostrukturen und bei Iran, der diese Macht seit Jahren finanziert, ausrüstet und politisch nutzt.
Sicherheit im Norden Israels entscheidet sich nicht auf Papier
Für die Menschen im Norden Israels zählt am Ende nicht, welche Formel in Washington gefunden wird. Sie wollen zurück in sichere Häuser, in Schulen, Gemeinden und normales Leben. Sie brauchen keine symbolische Entspannung, sondern eine Lage, in der die Hisbollah nicht wenige Kilometer entfernt erneut Angriffe vorbereiten kann. Sicherheit ist für sie keine abstrakte Forderung, sondern die Voraussetzung, überhaupt wieder Alltag leben zu können.
Auch für den Libanon wäre eine echte Entmachtung der Hisbollah kein Geschenk an Israel, sondern eine Chance für das eigene Land. Die Hisbollah hat den Libanon wiederholt in Kriege hineingezogen, wirtschaftlich belastet, politisch gelähmt und international isoliert. Ein Staat, der dulden muss, dass eine Miliz über Krieg und Frieden entscheidet, bleibt erpressbar. Genau deshalb ist die Frage nicht nur, ob Israel und Libanon verhandeln können. Die Frage ist, ob der Libanon die Kraft bekommt, sich von der bewaffneten Vormundschaft der Hisbollah zu lösen.
Die neue Verhandlungsrunde in Washington zeigt also beides zugleich: Es gibt einen diplomatischen Versuch, die Lage zu ordnen, und es gibt eine brutale Wirklichkeit, die diesen Versuch untergräbt. Die Hisbollah kämpft weiter, Iran mischt sich ein, die USA versuchen zu begrenzen, und Israel muss verhindern, dass aus Gesprächen eine Sicherheitsfalle wird.
Sollte Washington Erfolg haben wollen, darf es die Front nicht ausblenden. Eine Regelung, die nur auf Papier besteht, während die Hisbollah im Süden Libanons ihre Waffen behält, wäre wertlos. Frieden beginnt nicht mit wohlklingenden Erklärungen, sondern mit der klaren Erkenntnis, wer schießt, wer befiehlt und wer den Libanon seit Jahren als Vorposten iranischer Macht missbraucht.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 03 Juni 2026