Iran-Konflikt kann Tage dauern: IDF warnt vor Rückkehr zum offenen KriegIran-Konflikt kann Tage dauern: IDF warnt vor Rückkehr zum offenen Krieg
Iran feuerte mehr als 20 ballistische Raketen auf Israel, die Huthi griffen zusätzlich aus dem Jemen an. Die IDF rechnet mit weiteren Kampftagen und schließt eine Ausweitung nicht aus.

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Die neue militärische Runde zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und Iran könnte nach Einschätzung der IDF mehrere Tage dauern und sich im schlimmsten Fall zu einem erneuten offenen Krieg ausweiten. Bis Montagmittag hatte Iran nach israelischen Angaben drei Raketensalven mit insgesamt 22 bis 24 ballistischen Raketen auf Israel abgefeuert. Zusätzlich starteten die HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen aus dem Jemen zwei Raketen. Eine Huthi-Rakete erreichte israelisches Gebiet nicht, die andere wurde von der israelischen Luftabwehr abgefangen. Auch die iranischen Raketen wurden nach Angaben der IDF entweder abgefangen oder stürzten vorher ab.
Damit steht Israel vor einer Lage, die über eine einzelne Vergeltungsrunde hinausgeht. Die IDF spricht nicht mehr nur von einem punktuellen Austausch, sondern bereitet sich auf mehrere Tage intensiver Kämpfe vor. Zugleich bleibt offen, ob Iran seine Angriffe begrenzt hält oder die Konfrontation weiter ausdehnt. Für die israelische Führung ist entscheidend, dass Teheran die bilaterale Feuerpause gebrochen hat. Nach Darstellung der IDF hatte Israel Iran seit dem 7. April nicht mehr angegriffen, sondern militärisch gegen die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon operiert. Der direkte iranische Raketenbeschuss auf Israel wird in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen deshalb als einseitiger Bruch der Waffenruhe bewertet.
Israel antwortete mit zwei Wellen von Luftangriffen. Die erste begann nach Angaben des Berichts um 4:07 Uhr. Getroffen wurden neun iranische Luftabwehr- und Radarsysteme sowie ein petrochemischer Komplex mit mehreren Einrichtungen. Einige dieser Anlagen sollen bei der Herstellung ballistischer Raketen eine Rolle spielen. Militärisch ist das ein präzises Signal: Israel greift nicht nur dort an, wo Iran Raketen startet, sondern zerstört jene Systeme, die Teheran für weitere Angriffe, Verteidigung und Wiederaufbau seiner militärischen Fähigkeiten benötigt.
Besonders wichtig ist die Zerstörung der Luftabwehr. Iran hatte nach früheren Angriffen versucht, seine geschwächten Erkennungs- und Abwehrsysteme neu aufzustellen. Israel will genau diesen Wiederaufbau verhindern. Je stärker die iranische Luftabwehr beschädigt wird, desto größer bleibt die Handlungsfreiheit der israelischen Luftwaffe bei weiteren Operationen tief im iranischen Gebiet. Das ist keine symbolische Antwort, sondern eine Vorbereitung auf mögliche nächste Schritte.
IDF-Generalstabschef Eyal Zamir steht dabei in engem Austausch mit den USA. Seit Beginn der neuen Konfrontation sprach Zamir nach israelischen Angaben dreimal mit CENTCOM-Kommandeur Admiral Brad Cooper. Die USA beteiligen sich bislang nicht an offensiven Angriffen auf Iran, halfen aber nach Angaben der IDF bereits bei der Abwehr von Raketen, die auf Israel abgefeuert wurden. Das zeigt die komplizierte amerikanische Rolle: Washington will den Konflikt begrenzen und weiter auf einen Iran-Deal hinarbeiten, hält aber zugleich militärisch die Verteidigung Israels mit aufrecht.
Aus Sicht der IDF versucht Iran, diese Runde politisch umzudeuten. Teheran will sich als Schutzmacht der Hisbollah im Libanon inszenieren und zugleich Druck auf die USA ausüben, um bessere Bedingungen in den laufenden Verhandlungen zu erzwingen. Einige israelische Militärvertreter gehen offenbar davon aus, dass das iranische Regime derzeit nicht bereit ist, ein Abkommen zu den von Washington vorgeschlagenen Bedingungen zu unterzeichnen, solange diese Kampfrunde nicht abgeschlossen ist. Mit anderen Worten: Iran schießt nicht nur, um zu bestrafen. Iran schießt auch, um am Verhandlungstisch stärker zu wirken.
Die IDF kritisiert zudem die internationale Berichterstattung. Viele Medien stellten die Lage so dar, als hätten Israel und Iran gleichermaßen zur Eskalation beigetragen. Israel weist diese Darstellung zurück. Aus Sicht der Armee war es Iran, das die bestehende Feuerpause gebrochen hat. Israel habe zuvor gegen die Hisbollah gekämpft, nicht gegen Iran selbst. Diese Unterscheidung ist zentral, weil Teheran versucht, jede israelische Aktion gegen seine Stellvertreter als Angriff auf Iran selbst zu behandeln. Genau diese Gleichung will Jerusalem nicht akzeptieren.
Auffällig ist allerdings auch, dass die IDF offenbar nicht mit einem so schnellen iranischen Bruch der Feuerpause gerechnet hatte. Laut israelischen Quellen gab es zwar Pläne für jedes Szenario, doch viele hochrangige Verantwortliche hielten es offenbar nicht für wahrscheinlich, dass Iran direkt wieder Raketen auf Israel feuern würde. Das verzögerte die israelische Reaktion um mehrere Stunden, zusätzlich zur Flugzeit der Kampfjets. Zugleich zeigt dieser Punkt eine operative Veränderung: Israel und die USA verfügten offenbar nicht mehr über genügend unmittelbare Luftpräsenz, um iranische Raketenteams schon vor dem Abschuss auszuschalten, wie es während früherer Operationen teilweise gelungen war.
Parallel dazu setzt Israel die Schläge gegen iranische StellvertreterAchse des Widerstands: Irans Terrornetzwerk gegen Israel„Achse des Widerstands“ ist die Eigenbezeichnung eines von Iran unterstützten Netzwerks aus Terrororganisationen und Milizen. Dazu zählen unter anderem Hisbollah, Hamas, Islamischer Dschihad, Huthi und proiranische Milizen im Irak und in Syrien. Das Netzwerk bedroht Israel mit Raketen, Drohnen, Terroranschlägen und Stellvertreterkrieg.Mehr lesen fort. Die IDF bestätigte, dass zuletzt rangmittlere bis höhere Hisbollah-Kommandeure, die für Drohnenangriffe verantwortlich gewesen sein sollen, getötet wurden. Diese Operation steht im Zusammenhang mit der Libanon-Front, an der die Hisbollah trotz Feuerpause weiter Druck auf Nordisrael ausübt. Damit bleibt die Lage mehrdimensional: Iran schießt direkt, die Huthi greifen aus dem Jemen an, die Hisbollah bleibt im Norden aktiv, und Israel versucht, alle Fronten gleichzeitig zu kontrollieren.
Autor: Redaktion
Montag, 08 Juni 2026