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Gallant fordert Zugriff auf Irans Uran: „Holt es heraus, bevor es zur Bombe wird“

Gallant fordert Zugriff auf Irans Uran: „Holt es heraus, bevor es zur Bombe wird“


Israels früherer Verteidigungsminister Yoav Gallant sagt, angereichertes Uran könne physisch aus Iran entfernt werden. Die Operation wäre gefährlich, aber aus seiner Sicht nötig, um ein existenzielles Risiko zu verhindern.

Gallant fordert Zugriff auf Irans Uran: „Holt es heraus, bevor es zur Bombe wird“
Bildnachweis: Symbolbild

Israels früherer Verteidigungsminister Yoav Gallant hat eine Debatte zugespitzt, die seit Wochen im Zentrum der Iran-Frage steht: Was geschieht mit dem hochangereicherten Uran, das nach den israelisch-amerikanischen Angriffen in beschädigten iranischen Atomanlagen liegen soll? In einem Interview mit Army Radio erklärte Gallant, es gebe die Möglichkeit, Irans angereichertes Uran physisch aus dem Land zu holen. Eine solche Operation sei gefährlich, aber sie sei den Preis wert, wenn dadurch ein existenzielles Risiko für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen verhindert werde.

Damit greift Gallant eine Linie auf, die auch Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bereits öffentlich angedeutet hatte. Netanyahu sagte im Mai in einem CBS-Interview, der Krieg mit Iran sei nicht wirklich abgeschlossen, solange angereichertes Uran und verbliebene nukleare Infrastruktur nicht aus Iran entfernt oder dem Regime entzogen seien. Auf die Frage, wie man dieses Material herausbekomme, antwortete er sinngemäß: Man gehe hinein und nehme es heraus.

Die Aussage ist brisant, weil sie den Unterschied zwischen einem Papierabkommen und realer Sicherheit offenlegt. Ein Deal mit Iran mag diplomatisch wertvoll erscheinen, doch solange Teheran über hochangereichertes Uran verfügt oder dessen Verbleib nicht vollständig überprüft wird, bleibt die Gefahr bestehen. Iran hat über Jahre Inspektoren behindert, Fragen der Internationalen Atomenergiebehörde nicht ausreichend beantwortet und sein Atomprogramm als Druckmittel gegen den Westen eingesetzt. Wer jetzt nur auf Zusagen aus Teheran setzt, wiederholt genau jene Fehler, die den Konflikt erst an diesen Punkt gebracht haben.

US-Präsident Donald Trump erklärte bereits, die Vereinigten Staaten könnten Irans angereichertes Uran notfalls auch ohne Abkommen sichern. Zugleich betonte er, eine solche Operation sei aufwendig und würde mindestens zwei Wochen dauern. Iran sei nicht mit Venezuela zu vergleichen, sagte Trump, man brauche viel Ausrüstung und Zeit. Er sprach zudem davon, das Material sei derzeit unter Trümmern eingeschlossen.

Genau diese Lage macht die Entscheidung so schwer. Wenn das Uran tatsächlich unter den Trümmern beschädigter Anlagen wie Isfahan, Fordow oder Natanz liegt, ist es schwer zugänglich, aber nicht politisch erledigt. Solange niemand unabhängig überprüft, wie viel Material dort liegt, in welchem Zustand es ist und ob Iran Zugriff darauf gewinnen kann, bleibt Teheran im Besitz eines gefährlichen Druckmittels. Das Regime kann behaupten, es sei geschwächt, und zugleich die Angst vor seinem Atomprogramm nutzen, um Sanktionserleichterungen, Geld und politische Zugeständnisse zu erzwingen.

Gallant kritisierte zugleich Netanyahu und warf ihm eine „Schwäche“ im vergangenen Monat vor. Israel zahle dafür nun einen hohen Preis. Außerdem erklärte er, Netanyahu bringe die alte Logik der „Gleichungen“ zurück. Gemeint ist damit offenbar die gefährliche Vorstellung, dass Iran und seine Stellvertreter nach jedem israelischen Schritt einen eigenen Vergeltungsanspruch reklamieren können und Israel sich dadurch einengen lässt. Für Gallant wäre gerade das ein Fehler: Iran darf nicht bestimmen, wann Israel auf existenzielle Bedrohungen reagieren darf.

Für Israel steht viel auf dem Spiel. Die Frage des Urans ist nicht irgendein technischer Streit unter Diplomaten. Sie entscheidet darüber, ob Iran nach militärischen Rückschlägen wieder Zeit gewinnt, sein Programm neu ordnet und später erneut an die Schwelle zur Bombe rückt. Ein Iran, der über 60 Prozent angereichertes Uran verfügt oder dessen Bestand unklar bleibt, kann jederzeit versuchen, aus Ungewissheit Macht zu machen. Genau diese Ungewissheit kann Israel nicht akzeptieren.

Eine physische Entfernung des Materials wäre riskant. Sie könnte Soldatenleben gefährden, eine neue Eskalation auslösen und internationale Kritik hervorrufen. Aber die Alternative ist ebenfalls riskant: Iran das Material lassen, auf Inspektionszusagen hoffen und später feststellen, dass Teheran wieder getäuscht hat. Gallants Aussage zwingt deshalb zur entscheidenden Frage: Was ist gefährlicher, eine schwierige Operation oder ein Regime, das am Ende mit angereichertem Uran und neuer Zeit aus der Krise hervorgeht?

Die Antwort Israels dürfte klar sein. Ein Abkommen kann nur dann tragfähig sein, wenn es das Uranproblem real löst. Nicht symbolisch. Nicht durch vage Formulierungen. Nicht durch iranische Briefe an die IAEA. Sondern durch überprüfbare Kontrolle, Entfernung oder Unbrauchbarmachung des Materials. Alles andere wäre keine Lösung, sondern ein Aufschub.

Iran hat seine nuklearen Ambitionen zu lange als Schutzschild benutzt. Gallant sagt nun offen, was in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen viele denken: Wenn Diplomatie das Uran nicht aus Irans Zugriff bringt, muss die militärische Option glaubwürdig bleiben. Denn für Israel ist die iranische Bombe kein abstraktes Risiko. Sie wäre eine Bedrohung, die kein verantwortlicher Staat hinnehmen kann.




Autor: Redaktion
Montag, 08 Juni 2026

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